Gemeinsam kämpfen


Veröffentlicht am 11. Juli 2015

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Am 5. Februar erhielt Benjamin Köhler von seinem Arzt eine der schrecklichsten Diagnosen, die man nur bekommen kann, denn bei ihm war Krebs festgestellt worden. Ich vermag mir kaum vorzustellen, wie es ihm in den ersten Tagen danach ging. Und ich kann nur ahnen, wie schwer es für seine Mannschaftskameraden war, einen angemessenen Umgang damit zu finden.

Umso bewegter war ich, als ich zwei Tage nach der niederschmetternden Diagnose ihre Aktion für den kranken Kollegen sah. In der siebten Minute des Heimspiels gegen den VfL Bochum nutzten sie eine Spielunterbrechung und liefen vor der Tribüne zusammen, um Köhler ihre T-Shirts unter den Trikots zu zeigen. Dort war eine Sieben zu sehen, seine Rückennummer, dazu trug das Team ein Spruchband mit dem Slogan: „Eisern bleiben, Benny!“

Ich fand die Aktion sehr bewegend, wie wohl alle, die sie gesehen haben. Sie zeigt mir auch, was im Fußball möglich ist. Die Spieler von Union bewiesen auf außergewöhnliche Weise ihre Anteilnahme und gaben ein Beispiel dafür ab, wie man als Mannschaft mit einem solch schweren Thema umgehen sollte. Dass man sich nicht von einer schweren Krankheit einschüchtern lässt. Dass man nicht kleinlaut herumdruckst, sondern dem Teamkollegen laut und deutlich die Unterstützung zeigt.

(Thomas Hitzlsperger, 11Freunde #164, Juli 2015)