Entscheidung fällt im „El Monumental“


Veröffentlicht am 30. Juli 2015

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River Plate erkämpft sich Remis im Final-Hinspiel der Copa Libertadores

Das hatten sich die heißblütigen Anhänger der UANL Tigres sicherlich grundlegend anders vorgestellt. Runde eins im Endspiel um den bedeutendsten Wettbewerb auf südamerikanischer Clubebene endete mit einem klaren Punktsieg für River Plate. Der argentinische Traditionsverein aus der Hauptstadt Buenos Aires erkämpfte sich im mexikanischen Norden ein torloses Unentschieden und hält beim Rückspiel in der kommenden Woche nun den Trumpf des Heimvorteils im altehrwürdigen „El Monumental“ in seinen Händen. Dieser könnte dann möglicherweise ausschlaggebend sein für den dritten Copa-Triumph River Plates nach 1986 und 1996. Im Estadio Universitario in San Nicolás de los Garza – einer Stadt im Großraum des Industriezentrums Monterrey – konnte UANL nicht an die starke Vorstellung aus dem Halbfinale anknüpfen, als durch einen überlegenen 3:1-Sieg gegen Internacional Porto Alegre vor eigenem Publikum der erste Finaleinzug der Clubgeschichte gefeiert wurde. Überhaupt sind die Tigres das erste mexikanische Team, das es bis in ein Finale der Copa Libertadores geschafft hat – und obwohl nunmehr auch nach 17 Partien in der heimischen Festung ungeschlagen, hatte sich UANL vor der beschwerlichen Reise nach Argentinien, zwischen Monterrey und Buenos Aires liegen nicht weniger als elfeinhalb Flugstunden, zweifelsohne eines bessere Ausgangsposition erhofft.

An guten Tormöglichkeiten freilich mangelte es der Mannschaft des brasilianischen Trainers Ricardo Ferretti nicht. Schon nach 20 Minuten hätte der dreifache mexikanische Meister eigentlich führen müssen: Erst fälschte River-Verteidiger Leonel Vangioni eine Flanke von Egidio Arévalo an den eigenen Querbalken, Sekunden später köpfte der brasilianische Torjäger Rafael Sóbis eine präzise Hereingabe von Jürgen Damm genau auf Schlussmann Marcelo Barovero. Die Argentinier mit dem Glück im Bunde, selbst kaum für Entlastung sorgend – dieses Bild zog sich durch die gesamte Partie, die in Halbzeit zwei von Minute zu Minute hitziger wurde. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende wurde der stets heftig reklamierende Marcelo Gallardo vom paraguayischen Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt. Doch auch ohne seinen Cheftrainer an der Seitenlinie überstand River Plate die Schlussoffensive der Tigres. Ein von Juninho wuchtig getretener Freistoß aus großer Distanz zwang Barovero noch einmal zu einer starken Parade, kurz darauf agierte Damm im Abschluss zu zögerlich. Diese Art der Gastfreundschaft könnte den Mexikanern nun teuer zu stehen kommen – insbesondere deshalb, weil im Finale der Copa Libertadores die Auswärtstorregel nicht greift.

Sollte es daher am kommenden Mittwoch am Rio de la Plata nach 90 Minuten unentschieden stehen, würde dies völlig unabhängig von der Anzahl der geschossenen Tore Verlängerung bedeuten. Der Heimvorteil für River Plate im Rückspiel ist also nicht wegzudiskutieren, zumal vorbestimmt: Die Regularien der Copa Libertadores schreiben zwingend vor, dass die Trophäe auf südamerikanischem Boden übergeben werden muss. Weil die Tigres als eine nicht-südamerikanische Gastmannschaft am Wettbewerb teilnehmen, schloss sich für sie das Heimrecht im Rückspiel praktisch aus. Ebenso steht River als Vertreter des südamerikanischen Dachverbands CONMEBOL bereits vor der endgültigen Entscheidung in der Copa Libertadores als Teilnehmer der FIFA-Klubweltmeisterschaft 2015 fest. Das bedeutet: Selbst wenn sich UANL in Buenos Aires die Krone aufsetzt, wird das Team nicht zur Klub-WM nach Japan reisen, da die Tigres für die Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fußballkonföderation, kurz CONCACAF, an den Start gehen. Die CONCACAF wiederum entsendet mit dem Sieger der CONCACAF Champions League 2014/15 einen eigenen Teilnehmer. Dieser hält im Dezember 2015 in Fernost dennoch die mexikanische Landesflagge in die Höhe, denn der Hauptstadtclub aus Mexico-City, Club América, setzte sich im Finale gegen Montreal Impact durch.

Das Hinspiel im Finale der Copa Libertadores 2015

UANL Tigres – CA River Plate 0:0

Tigres: Nahuel Guzmán – Israel Jiménez, Juninho, Hugo Ayala (40. José Rivas), Jorge Torres Nilo, Egidio Arévalo (71. Jesús Dueñas), Guido Pizarro, Javier Aquino, Rafael Sóbis, André-Pierre Gignac, Jürgen Damm

River Plate: Marcelo Barovero – Jonatan Maidana, Ramiro Funes Mori, Gabriel Mercado, Matías Kranevitter, Carlos Sánchez, Tabaré Viudez (46. Nicolás Bertolo), Leonel Vangioni, Leonardo Ponzio (76. Lucho González), Rodrigo Mora (46. Gonzalo Martínez), Lucas Alario

Tore: keine

Stadion: Estadio Universitario, San Nicolás de los Garza (Mexiko)

Schiedsrichter: Antonio Arias (Paraguay)

Redaktion Magath & Fußball