Bundesliga vs. Manchester


Veröffentlicht am 27. September 2015

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Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Tabellenspitze der Premier League trifft auf Fohlen und Wölfe

Zwei Duelle Bundesliga gegen Premier League stehen auf dem Plan des kommenden Spieltags der Champions League. Die Hälfte der deutschen Starter setzt sich mit dem Fußball der Stadt Manchester auseinander. Wackelnde Wölfe reisen zu Manchester United, berappelte Fohlen empfangen Manchester City. Ein Blick auf die Tabellenspitze der Premier League lohnt: Louis van Gaal hat sein Team mit unspektakulärem Fußball und stimmenden Ergebnissen auf Tabellenplatz eins gebracht, die Spieler finden sich zu einer Mannschaft. Diese Tabellenführung beruht auch auf dem kollektiven Schwächeln der angeblichen Großteams, deren Spiele und Ergebnisse einen gewissen Lotteriecharakter tragen.

Der 3:0-Sieg vom Wochenende gegen Sunderland ist kein wirklicher Maßstab. Sunderland stellt unter Dick Advocaat das schlechteste Team der Premier League. Memphis Depay, Wayne Rooney und Juan Mata waren die Torschützen für die Red Devils, im Kasten wieder David De Gea, der den Real-Phantomschmerz überwunden. Mit Chris Smalling und Daley Blind hat das Team wieder eine stabile Innenverteidigung, lange ein Sorgenkind von van Gaal. Der Holländer scheint auch der einzige Trainer der Premier League, der dem Defensivverbund echte Aufmerksamkeit schenkt. Was für die Tabellenspitze in England reicht, machte bei der Champions League Auswärtsniederlage gegen PSV Eindhoven einen erschreckend schwachen Eindruck. Im Old Trafford will man sich in diesem Wettbewerb mit anderem Gesicht zeigen. Das Wolfsburg der letzten Saison hätte gute Chancen mitzuhalten, das München/Hannover-Wolfsburg wohl eher nicht. Der VfL schwächelt und hat vielleicht schon die Abgaskrise des VW Konzerns in den Knochen. Durch den Sieg in der ersten Runde gegen ZSKA Moskau fährt man mit kleinem Polster nach Manchester, man hat wenigstens schon drei Punkte auf der Habenseite. Der Zugzwang des Siegs liegt eher beim Team von Louis van Gaal, das mit zwei Auftaktniederlagen schon schwer angeschlagen wäre.

Angeschlagen ist auch der Gegner der Borussia. Manchester City verlor das Champions League Heimspiel gegen Juve und dann noch zwei Ligaspiele. Daheim gegen West Ham ein 1:2 und nun ganz frisch eine Packung in London. Mit 1:4 wurde man an der White Hart Lane von den Tottenham Hotspur abgefertigt. Allerdings wurde City stark vom Schiedsrichtergespann benachteiligt, mindestens zwei Tore der Spurs entsprangen klaren Abseitspositionen. So nützte die De Bruyne Führung dem Team von Manuel Pellegrini wenig. Die Citizens waren spektakulär mit fünf Siegen in die Saison gestartet und marschierten der Premier League früh vorneweg. Alles verpufft. Nun ist man auf Platz zwei gerutscht, hat ausgerechnet den ungeliebten Lokalrivalen vor der Nase und die Meute dicht auf den Fersen. Kein Verein in Europa verfügt über solche Finanzkraft. Von diesem Punkt aus gesehen, sind der internationale Auftritt von Manchester City und die dabei erzielten Ergebnisse blamabel. Von Teams wie dem FC Barcelona, Bayern München oder Real Madrid ist man Lichtjahre entfernt. Ein heimischer Tabellenplatz unter dem Meistertitel ist für die Scheichs inakzeptabel. So kommt Manuel Pellegrini wohl bald wieder in die kommentierende Schusslinie. Der sachliche Chilene wird erneut die Namen Guardiola, Ancelotti und Klopp durch sein Universum klingen hören.

Einiges hat sich der ruhige Manuel Pellegrini auch selbst eingebrockt. Wenn ein Team mit solchen Finanzmitteln den Ausfall von Innenverteidiger Vincent Kompany nicht kompensieren kann, fehlt die Ausgewogenheit im Kader. Offensiv ist man auf mancher Positionen dreifach besetzt, in der Defensive muss man aber auf Martín Demichelis zurückgreifen, der seinen Zenit schon lange überschritten und selbst in besten Zeiten oft überfordert war. Nun stolpert er als ein latentes Risiko durch die eigene Abwehrreihe. Steht Demichelis am Mittwoch auf dem Platz, hat die Borussia eine Chance. Allerdings findet Yaya Touré offenbar wieder zu seiner Form aus der letzten Meistersaison, ihn müssen die Fohlen unbedingt im Auge behalten. Es muss abgewertet werden, ob die zwei Bundesligasiege nach dem Favre-Ausstieg ein Strohfeuer oder ein Neuanfang sind. Das Team der Gladbacher wirkt immer noch anfällig, man sollte den sechs geholten Punkten nicht zu sehr vertrauen, Augsburg und Stuttgart waren keine Kaliber von Gewicht. Das 0:3 von Sevilla wiegt extrem im Marschgepäck durch die schwerste Gruppe der  Champions League. Im Normalfall wäre die Borussia wohl ein Aufbaugegner für die Citizens, aber der Normallfall scheint dem Pellegrini-Team offensichtlich längst abhandengekommen, von der Form nicht zu reden.

Redaktion Magath & Fußball

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