Solidarität


Veröffentlicht am 31. Oktober 2015

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Chelsea-Fans stützen ihren Trainer – Jürgen Klopp assistiert

Das posaunte Duell José Mourinho gegen Jürgen Klopp fand nicht statt. Es spielte stattdessen der FC Chelsea gegen den FC Liverpool. Vor, während und nach dieser Partie wurde José Mourinho mit Transparenten und Gesängen von den Chelsea-Fans gefeiert. Die Töne der Solidarität mit einem Bedrängten klangen bis in den Presseraum der Stamford Bridge. Natürlich machte dieser Zuspruch die 1:3-Heimniederlage gegen Liverpool nicht wett, bleibt dennoch bemerkenswert in unserer aufgekratzten Fußballwelt. Hierzulande funktioniert das mediale Geschäft, Teile der Fans gegen Trainier aufzubringen, um das eigene Schlagzeilenband am Laufen zu halten, fast reibungslos. Bei Jürgen Klopp und dem BVB scheiterte dieser Kampagnenstil in der letzten Saison allerdings eindrucksvoll. So konnte der neue Coach der Reds dem Kollegen Mourinho und den Fans des FC Chelsea mit seiner eigenen Geschichte hilfreich beispringen. „Solche Dinge passieren. Ich hatte eine ähnliche Situation mit Dortmund im letzten Jahr. Aber niemand im Club zweifelte an meiner Position.“ In Richtung Mourinho tat Klopp noch viel mehr, dies unmissverständlich: „Er ist ein großartiger Trainer – niemand in diesem Raum kann im Zweifel sein, dass er einer der besten der Welt ist.“ Beeindruckende Solidarität unter Berufskollegen. Was Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch darüber denkt weiß kein Mensch, wohl nicht einmal José Mourinho. Die Blues-Fans waren dem Liverpool-Trainer jedenfalls dankbar für seine Worte und stehen auch in der Öffentlichkeit weiter zu ihrem eigenen Manager. Fans und Zuschauer führten nochmals die großen Verdienste und Erfolge des Portugiesen vor Augen, mahnten Ruhe und Kontinuität für den Verein an. „Mourinho raus“ suchte man vergeblich. Diese Art Fairplay und Denkkraft von Fans gegenüber einem in den Medien bedrängten Trainer wird Jürgen Klopp nicht verborgen geblieben sein. Darin könnte er durchaus eine weitere Bestärkung seiner Entscheidung für England und die Premier League gefunden haben. José Mourinho sah derweil das Endspiel der Rugby WM im Kreis seiner Familie und den dortigen 34:17-Sieg nebst Titelgewinn der All Blacks aus Neuseeland gegen Australien. Am Sonntag hat er ein Training angesetzt, vielleicht trifft er dort auch Roman Abramowitsch.

Redaktion Magath & Fußball

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