„Erfolg oder Ausreden – aber nicht beides“


Veröffentlicht am 8. Dezember 2015

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Apnoetaucherin Anna von Boetticher im Interview

Leidenschaftlich liebt Anna von Boetticher ihren Sport. Die Berliner Buchhändlerin ist in einer außergewöhnlichen Sportart unterwegs, dem Apnoetauchen. Darin gehört sie mittlerweile zur absoluten Weltklasse, holte bereits bedeutende Titel und jagt weiter Rekorde. Sie ist im Apnoetauchen längst eine begehrte Expertin, die versierte Workshops abhält und ihr Wissen weitergibt. Außerdem ist die Spitzensportlerin ein gern gesehener wie charmanter Gast in Talkshows. Mit Herzblut wirbt sie dort für ihren Sport. Bei Markus Lanz im ZDF kamen Felix Magath und Anna von Boetticher ins Gespräch und stellten schnell eine völlige Übereinstimmung in Sachen Leistungsbereitschaft und sportlichem Anspruchsdenken fest. Wie Felix Magath hasst auch Anna von Boetticher jede Ausrede bei fehlender Einstellung und strebt ständig nach Erfolgen, genügt sich niemals im Mittelmaß. Felix Magath wünscht vielen Fußballern diese Denkweise der Anna von Boetticher, dann wäre so manches Team wesentlich weiter. Im Training und im Wettkampf schont Anna von Boetticher sich nicht, akzeptiert keine Grenzen und lässt sich auch von einer Ohnmacht beim Weltrekordversuch nicht von ihren Zielen abbringen. Magath & Fußball traf die außergewöhnliche Sportlerin zum Interview.

Anna von Boetticher, wie würden Sie einem Laien das Apnoetauchen erklären?

Anna von Boetticher: Apnoetauchen bedeutet, mit nur einem Atemzug so lange wie möglich, so weit wie möglich oder so tief wie möglich zu tauchen. Dabei ist sicher die Tiefe der schönste Teil des Sports. Zu erleben, dass man seinen Körper und seinen Geist an den Lebensraum Wasser anpassen kann, ist schon eine einmalige Erfahrung.

Sie sind in den Gewässern der Welt unterwegs, ist Ihnen schon einmal ein Hai über die Bahn geschwommen? In einer Talksendung mit Markus Lanz und Felix Magath wurde auch von einer Ohnmacht während eines Wettkampfs berichtet. Was ist passiert? Wo liegen die realen Gefahren in Ihrem Sport?

„Bei uns gibt es kein Geld zu verdienen. Die Magie der Tiefe und das Erlebnis Ozean ziehen mich an.“

„Bei uns gibt es kein Geld zu verdienen. Die Magie der Tiefe und das Erlebnis Ozean ziehen mich an.“

von Boetticher: Ich habe bei meinen Tauch-Abenteuern schon viele Haie gesehen! Vom einfachen Riffhai bis zu Schulen von 200 Hammerhaien oder einem vier Meter großen Tigerhai war alles dabei. So eine Begegnung ist immer wunderschön und ein großes Glück. Bei einem meiner letzten Wettkämpfe kreiste ein zweieinhalb Meter großer Weißspitzen-Hochseehai fast zwei Stunden um unsere Leinen. Diese Haie werden bis zu vier Meter groß, man sieht sie relativ selten. Während meines Aufwärm-Tauchgangs zog er Kreise um mich herum in etwa zwei Metern Abstand. Eine ziemliche Ablenkung! In unserem Sport gibt es im Grunde wenig Unfälle und Verletzungen. Es kann aber immer mal passieren, dass einem der Sauerstoff ausgeht – dann wird der Taucher ohnmächtig. In der Regel geschieht das an oder kurz vor der Oberfläche, wenn man schon eine Weile unterwegs war und vor allem der Wasserdruck plötzlich abfällt. Natürlich versuchen wir, das immer zu vermeiden, aber man kann durchaus einen schlechten Tag erwischen oder sich auch mal überschätzen. Die Ohnmacht an sich ist nicht so schlimm, wenn einen der Sicherungspartner aus dem Wasser fischt, wacht man wieder auf und hatte meistens einen schönen Traum! Problematisch wird es, wenn Leute alleine tauchen. Wer alleine im Wasser ohnmächtig wird, ertrinkt. Dazu reicht auch das Schwimmbad oder die Badewanne zu hause. Deshalb meine Bitte: niemals – auch nicht zum Spaß – alleine Luftanhalten, Strecken- oder Tieftauchen üben! Man braucht immer einen Partner, der einen sichert. Bei meinem Unfall hatte ich einfach Pech: durch einen kleinen Fehler hatte ich bei einem Weltrekordversuch in 130 Metern Tiefe von der Maske Druck auf den Augen. An sich war das nicht schlimm, ich wusste allerdings nicht, dass dieser Druck den sogenannten „Augen-Herz-Reflex“ auslöst. Dabei interpretiert der Körper den Druck auf den Augen als Überdruck im Kopf und versucht, diesen zu senken. Lässt der Druck nicht nach, fällt der Puls immer weiter, bis man ohnmächtig wird. Das ist mir leider in etwa 40 Metern Tiefe passiert – zum Glück war ich aber sehr gut gesichert, wurde schnell an die Oberfläche gebracht und habe das Ganze unbeschadet überstanden.

Welcher Ihrer unzähligen Erfolge war am schwersten zu erringen, welcher davon bereitet Ihnen im Rückblick die meiste Freude?

von Boetticher: Im Zuge des eben angesprochenen Unfalls brach eine Lawine von Anfeindungen im Internet und in der Szene über mich herein. Wir hatten in der Szene zu dem Zeitpunkt eine Diskussion darüber, ob die Disziplinen, bei denen man mit dem Schlitten taucht, zu gefährlich seien. Dazu muss man sagen, dass dieser Unfall in jeder Disziplin passiert wäre, es war einfach fehlendes Wissen – keiner von uns hatte je vom „Augen-Herz-Reflex“ gehört. Es ist natürlich mental nicht einfach, sich von so einem Unfall zu erholen, da hilft es nicht, wenn man auch noch angefeindet wird. Vier Wochen später hatten wir Tiefen-WM, bei der ich eigentlich einfach ohne Druck wieder ins Wasser wollte, Freunde sehen, das Tauchen genießen, keine Ansprüche stellen.

Mit einem einzigen Atemzug geht es beim Apnoetauchen hinab in bis zu 100 Meter Tiefe.

Mit einem einzigen Atemzug geht es beim Apnoetauchen hinab in bis zu 100 Meter Tiefe.

Als ich dort ankam, ging der ganze Zirkus aber direkt weiter. Ich konnte kaum trainieren, da ich auch noch erkältet war. Egal wie sehr ich mir sagte: es ist nur für dich, hör nicht auf die Leute – ich konnte das Gefühl, etwas beweisen zu müssen, nicht abschütteln. Das ist ein enormer Druck, der nie gut ist, aber direkt im Anschluss an ein so extremes Erlebnis wirklich sehr schwierig. Am Ende dachte ich mir: na dann, los. Ich funktioniere im Grunde immer gut unter Druck und bringe unter größter Herausforderung und unter schwierigsten Bedingungen meine beste Leistung. In dieser WM bin ich unter den Augen aller bei übelstem Wetter zwei deutsche Rekorde getaucht und habe eine Bronzemedaille geholt – an einem Tag, an dem 60 Prozent der Athleten versagt haben. Das war mit Sicherheit mein schwerster Erfolg, der meine ganze mentale Stärke gebraucht hat. Einer meiner schönsten Erfolge ist nach wie vor der Weltrekord in „Tandem No Limits“, bei dem man zu zweit mit einem Schlitten taucht. Sich in 125 Metern Tiefe mit meinem Tauchpartner und Trainer Andrea Zuccari die Hand zu schütteln, ganz ohne Stress, war schon ein besonderes Erlebnis.

Wie kommt man in seiner Jugend zum Tauchen und dann speziell auf den Sport Apnoetauchen?

von Boetticher: Mich haben die ungewöhnlichen Orte dieser Welt schon immer fasziniert. Als Kind wollte ich unbedingt Astronaut werden! Stattdessen habe ich im Pool Tiefseetaucher gespielt. Sobald ich die Gelegenheit hatte, habe ich meinen ersten Tauchschein gemacht und mich immer weiter gebildet. Nachdem ich extreme Tiefen von bis zu 130 Metern mit Flaschen erreicht hatte, kam dann 2007 das Apnoetauchen dazu. Es war einfach eine weitere Facette dessen, was mich schon so lange faszinierte. Dass es dabei auch Wettkämpfe gibt, bei denen ich letztlich so erfolgreich sein sollte, war wirklich eine Überraschung.

WM-Bronze und deutscher Rekord: Anna von Boetticher, unmittelbar nach dem Auftauchen aus 76 Metern Tiefe in Kalamata, Griechenland.

WM-Bronze und deutscher Rekord: Anna von Boetticher, unmittelbar nach dem Auftauchen aus 76 Metern Tiefe in Kalamata, Griechenland.

Worin liegt für Sie, ganz persönlich, die besondere Faszination, die dieser Sport ausübt?

von Boetticher: Für mich treffen sich hier meine Faszination mit dem Ozean und der Tiefe der Meere mit dem Sport. Ich treibe gerne und viel Sport, aber das „reguläre Tauchen“ hatte damit wenig zu tun. Bei Apnoe muss ich ab einem gewissen Punkt auch körperlich hart trainieren, um weiter zu kommen. Das macht mir enorm Spaß! Am Ende sind es aber immer wieder die Magie der Tiefe und das Erlebnis Ozean, welche mich anziehen. Bei uns gibt es kein oder wenig Geld zu verdienen – wer nicht am Tauchen an sich, auch ohne Rekorde oder Medaillen, größte Freude hat, sollte sich fragen, was er tut. Ich bin der Meinung, man sollte die Begeisterung für eine Sache in sich tragen. Anerkennung von außen sowie sportlicher Erfolg ist immer nur ein Moment und am Ende wenig wert.

Beim Tauchen, sagt man, finden Menschen ihre innere Ruhe. Können Sie dies bestätigen?

von Boetticher: Das ist tatsächlich so. Es liegt vor allem daran, dass man so vollkommen abgeschnitten ist von der normalen Welt. Man schaltet alles andere aus. Nur das Jetzt zählt, nur mein Körper und meine unmittelbare Umgebung. Die Gedanken, Sorgen, Dinge die man erledigen oder an die man noch denken muss, alles weg. Das ist fantastisch.

Sicherheit geht vor: Nicht nur die WM-Tauchgänge werden immer mit Sicherheitstauchern absolviert.

Sicherheit geht vor: Nicht nur die WM-Tauchgänge werden immer mit Sicherheitstauchern absolviert.

Worin liegt der besondere Reiz einer Reise unter die Meeresoberfläche?

von Boetticher: Die Tiefe der Meere ist weniger erforscht als der Mond. Sich dort aufzuhalten, wo man als Mensch eigentlich nicht hingehört, ist ein erstaunliches Erlebnis. Dazu kommt die Tatsache, dass ich es nur mit mir selbst erreiche. Ich muss mich ganz darauf einlassen. Wenn ich das schaffe, habe ich in der Tiefe die völlige Entspannung. Kein Stress, keine Schmerzen, kein Druck, keine Angst. Dann nehme ich meine Umgebung intensiv war: die Farbe des Wassers, das dämmrige Licht in der Tiefe, der heller werdende Schein der Sonne an der Oberfläche auf dem Rückweg. Es ist immer anders und immer wieder schön.

Wie oft trainieren Sie?

„Körperlich hart zu trainieren, um immer weiter zu kommen, macht mir enorm viel Spaß.“

„Körperlich hart zu trainieren, um immer weiter zu kommen, macht mir enorm viel Spaß.“

von Boetticher: Das ist sehr unterschiedlich, da ich den Sport ja „nebenbei“ ausübe, also nicht so viel trainieren kann, wie ich gerne möchte. Wenn ich in Berlin bin, habe ich vor allem im Winter eine intensive Fitness-Trainingsphase als Vorbereitung für die Saison. Gerade bin ich mittendrin und trainiere fünf- bis sechsmal die Woche in meiner Crossfit Box bei Spree Crossfit. Es macht mir immer großen Spaß, mich hier körperlich zu verausgaben, da das Apnoe-Tiefentraining vor allem auch aus vielen Ruhepausen besteht. Außerdem ist meine eigene Fitness etwas, was ich zu einem gewissen Grad kontrollieren kann, im Gegensatz zu äußeren Umständen, wie z.B. dem Wetter am Wettkampftag. Meistens kann ich für maximal vier bis sechs Wochen am Stück zum Tiefentraining fahren. Da trainiere ich dann fünf Tage die Woche in einem Rhythmus von drei Tagen Training, einem Tag Ruhe, zwei Tagen Training, einem Tag Ruhe. Das funktioniert gut, mehr Training wäre zu viel, denn die Belastung des Tieftauchens auf den Körper ist enorm.

Welche Sportart schätzen Sie außerdem besonders, wie sieht Ihr Verhältnis zum Fußball aus? Haben Sie einen Lieblingsclub?

von Boetticher: Da ich ja 25 Kilometer südlich von München mit Blick auf die Alpen aufgewachsen bin, liebe ich Winter und Schnee und fahre leidenschaftlich gern Snowboard, allerdings mit Hardboots, ich bin ein Carver. Die Berge fehlen mir in Berlin. Ich bin in München geboren, also ist mein Fußballclub natürlich der FC Bayern München!

Auch im Schnee bewegt sich Anna von Boetticher immer am Limit.

Auch im Schnee bewegt sich Anna von Boetticher immer am Limit.

Für Fußballer gibt es fast heilige Stätten, das Wembley-Stadium, das Camp-Nou oder das Maracanã Stadion. Gibt es für Taucher auch solche magischen Orte und Tauchgegenden, die legendär sind?

von Boetticher: Es gibt magische Orte für uns. Einer davon ist das Blue Hole in Dahab, auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel gelegen. Das ist ein Mekka für Apnoetaucher: ein kreisrundes Loch im Riff, direkt am Ufer, das bis zu 90 Meter tief ist. Hier kann man, geschützt von Wellen und Strömung, optimal trainieren. Ein ähnlicher Ort ist das Dean’s Blue Hole auf den Bahamas. Es ist mit knapp 200 Metern sogar noch viel tiefer. Allerdings ist es schwer zu erreichen und sehr teuer, da die Insel wenig erschlossen ist. Ich hoffe sehr, im kommenden Frühjahr zum ersten Mal die weite Reise dorthin machen zu können.

Sie leben in Berlin. Man stellt sich die deutsche Hauptstadt nur schwerlich als Tauchparadies vor. Wo liegen Ihre Trainingsgebiete?

von Boetticher: Richtig, in und um Berlin gehe ich zwar manchmal zum Spaß im See tauchen, aber mein wirkliches Training findet im Ausland statt. Vor allem in Sharm El Sheikh am roten Meer – dort haben wir sehr gute Bedingungen mit extrem klarem und warmen Wasser, in dem auch mal ein Mantarochen vorbei geschwommen kommt. Gute Bedingungen finden wir aber auch im Mittelmeer, vor allem trainiere ich hier in Griechenland.

Auch das Training auf der Tartanbahn gehört zum Fitnessprogramm der Apnoetaucherin Anna von Boetticher.

Auch das Training auf der Tartanbahn gehört zum Fitnessprogramm der Apnoetaucherin Anna von Boetticher.

Sie gehen oft an Grenzen und manchmal darüber hinaus. Allerdings machen Sie daraus kein Aufheben. Wie registriert eine Extremsportlerin wie Sie das Jammern von hochbezahlten Fußballprofis, die sich bei Belastung umgehend über Trainingsanstrengungen beklagen, bei Kritik an schlechten Leistungen sofort von Druck reden?

von Boetticher: Es ist für mich als Fußball-Laie sehr überraschend, zu hören, dass sich Spieler über das Training beklagen. Ich denke, das ist der Beruf, den sie gewählt haben und wie ich schon erwähnte: eines der wenigen Dinge, die im Sport kontrollierbar sind. Das eigene Training hat man in der Hand, das Training der Anderen oder den zufälligen Spielverlauf nicht. Die Konkurrenz schläft ja auch nicht. Abgesehen davon ist es für mich auch persönlich faszinierend, immer wieder zu sehen, wozu ich fähig bin. Immer wenn ich denke, jetzt komme ich bald an eine Grenze, verschiebt sich diese aufs Neue. Das ist Leben! Es gibt einen schönen Spruch: „Man kann Ausreden haben oder Erfolg, aber nicht beides.“ Da ist etwas dran. Dazu gehört auch, für seine Fehler oder Schwachstellen keine Ausflüchte zu suchen. Mit dem Druck sowie mit Misserfolgen klarzukommen, ist ein wichtiger Teil des Könnens und der Kapazität eines Athleten.

Gibt es eine Persönlichkeit in der Sportwelt, die Sie besonders fasziniert?

von Boetticher: Die Skiläuferin Lindsey Vonn ist für mich eine Ausnahmeathletin. Sie fährt auf einem Niveau, das sich vom Rest des Feldes immer wieder deutlich abhebt. Sie lässt sich auf nichts reduzieren, auch nicht darauf, dass sie eine Frau ist. Sie fährt ihren eigenen Stil und sucht immer wieder die radikale Linie. Körperlich geht sie an die Grenzen, aber ich denke, sie hat vor allem mental den ganz großen Vorsprung. Das finde ich beeindruckend.

Das Apnoetauchen gilt als die älteste und ursprünglichste Form des Tauchens.

Das Apnoetauchen gilt als die älteste und ursprünglichste Form des Tauchens.

Wie sähe Ihr Plädoyer aus, um Apnoetauchen olympisch zu machen?

von Boetticher: Es wäre natürlich schön, unseren Sport bei Olympia zu sehen. Ich denke, das könnte durchaus passen, denn der eine, einzige Atemzug in der Lunge und was man damit erreichen kann, ist das absolut Elementare des Menschen. Immer wieder wurden in unserem Sport von Wissenschaftlern und Ärzten Grenzen prognostiziert und immer wieder wurden diese überschritten. Was wäre erst möglich, wenn wir Athleten konzentriert und mit der sonst im Sport üblichen Unterstützung von Wissenschaft, Trainern und Medizinern trainieren könnten?

Zeit zum Durchschnaufen für die Athleten gibt es zwischen den Tauchgängen unter einem Schatten spendenden Tarnnetz, hier bei der WM in Sardinien.

Zeit zum Durchschnaufen für die Athleten gibt es zwischen den Tauchgängen unter einem Schatten spendenden Tarnnetz, hier bei der WM in Sardinien.

Was tut Anna von Boetticher eigentlich, wenn sie nicht gerade taucht?

von Boetticher: Ich habe einen kleinen Buchladen in Berlin mit meiner Mutter, denn ohne Bücher kann ich nicht leben! Dazu halte ich Vorträge und helfe gerade, die Grundlagen der körperlichen und mentalen Herausforderungen des Apnoetauchens in einem Bereich gezielt einzusetzen, in dem Menschen vor allem mit Gefahren oder Stress-Situationen ruhig und kontrolliert umgehen müssen. Zusätzlich wurde ich schon mehrfach gefragt, ob ich nicht ein Buch veröffentlichen möchte – es ist wohl an der Zeit, das anzugehen. Es gibt immer spannende Aufgaben!

Sie lebten und studierten in München und London, nun also Berlin. Gibt es im Leben von Anna von Boetticher eine Lieblingsstadt, einen Lieblingsort?

von Boetticher: Es gibt so viele Orte, die mich faszinieren – viele davon habe ich noch nicht besucht. Je nach Jahreszeit sehne ich mich auch nach anderen Plätzen, im Augenblick intensiv nach den Bergen. Ich hoffe, noch viele Lieblingsorte zu entdecken: Einer davon ist sicher das Café neben meinem Buchladen, in dem ich immer erst einmal mit Koffein versorgt werde, bevor es losgeht.

Anna von Boetticher in Kalamata, Griechenland: „Die Gedanken, Sorgen, Dinge die man erledigen oder an die man noch denken muss, alles weg.“

Anna von Boetticher in Kalamata, Griechenland: „Die Gedanken, Sorgen, Dinge die man erledigen oder an die man noch denken muss, alles weg.“

2015 neigt sich dem Ende zu, was wünscht sich Anna von Boetticher für das kommende Jahr?  

von Boetticher: 2016 ist ein Jahr ohne WM für mich. Ich wünsche mir schon seit längerem, mal wieder neue, faszinierende Orte zu betauchen, anstatt immer nur für Wettkämpfe zu trainieren. Die Zeit dafür möchte ich mir nächstes Jahr gerne nehmen. Ganz oben auf meiner Liste steht etwas Kaltes: die Silfra Spalte in Island, ein Canyon zwischen den Kontinentalplatten von Amerika und Eurasien, mit glasklarem Wasser und sensationellen Sichtweiten. Aber wenn ich da anfange zu überlegen, fallen mir in fünf Minuten zehn Plätze ein, zu denen ich möchte. Mal sehen, was sich davon umsetzen lässt. (lacht)

Das Interview führte die Redaktion Magath & Fußball.

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