Umfrage – Erwartungen an das neue Jahr


Veröffentlicht am 29. Dezember 2015

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Bemerkenswerte Persönlichkeiten unserer Zeit, die weit über ihren Beruf und ihre Berufung hinaus der Gesellschaft und dem Sport auf unterschiedliche Art und Weise vorbildlich dienen, lassen zum Jahresausklang die Leser von Magath & Fußball teilhaben an ihrem ganz persönlichen Blick in das Jahr 2016. Ihre persönlichen Wünsche und auch jene für unser Land sowie ihre Erwartungen in Sachen der kommenden Fußballeuropameisterschaft finden sich nachfolgend zur Lektüre.

Zu diesen beiden Fragen nahmen die Teilnehmer – in Art und Umfang natürlich völlig verschieden – Stellung:

  1. Was wünschen Sie sich persönlich für das Jahr 2016 und was wünschen Sie unserem Land?
  2. Was erwarten Sie von der Fußball EM 2016 in Frankreich? Was trauen Sie der Deutschen Elf bei dieser EM-Endrunde zu?

MIRJAM BACH, Redakteurin, Norddeutscher Rundfunk

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Als Mama von zwei kleinen Kindern wünsche ich mir natürlich, dass meine kleine Familie gesund und glücklich bleibt. Vor allem wünsche ich mir aber für alle Familien, die derzeit vor Krieg, Gewalt und Hunger fliehen und in unser Land kommen, dass sie hier bei uns nicht nur sicher, sondern auch willkommen sind. Ein neues Zuhause können die Flüchtlingsfamilien nur finden, wenn wir mehr geben als Jacken, Hosen oder ein paar neue Schuhe. Und ich wünsche mir, dass die schleichende Angst, die Terroristen mit all den Gräueltaten gesät haben, dem Zutrauen weicht, dass wir mit unseren Werten und unserer christlichen Kultur den Terror besiegen können. Beruflich freue ich mich besonders auf die Olympischen Spiele und Paralympics in Rio. Ich hoffe auf ein großartiges, faires Sportfest, bei dem Athleten im Vordergrund stehen, die hart trainieren und der Weltöffentlichkeit ihre Leistung und Freude am Sport präsentieren können.

In erster Linie hoffe ich, dass der Fokus auf dem Sport liegen wird – und nicht auf Sicherheitsbedenken, Terrorwarnstufen und Angst. Ich bin gespannt auf die Aufstockung auf 24 Mannschaften. Persönlich bin ich kein Fan davon, wenn fast jeder die Gruppenphase übersteht und man mit dem sprichwörtlichen Rechenschieber die Achtelfinalteilnehmer ermittelt. Trotzdem bin ich erleichtert, dass wir in der Gruppenphase nicht auf Italien treffen. Die deutsche Elf wird nach dem großartigen Triumph 2014 sicher den EM-Titel anpeilen. Bei den letzten Spielen hat DIE MANNSCHAFT nicht nur überzeugt, aber so war es vor großen Turnieren häufiger. Daher traue ich der deutschen Elf mindestens das Halbfinale zu. Und ganz ehrlich – mir fehlt Philipp Lahm immer noch!

Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestags, CDU

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Persönlich wünsche ich mir für das Jahr 2016 das, was ich mir auch für die Jahre 2015, 2014, 2013 usw. usw. usw. gewünscht habe – eine zumindest einigermaßen stabile Gesundheit, etwas weniger Arbeit und Ärger und dafür etwas mehr Zeit für die Familie, die Freunde und all‘ die schönen Dinge des Lebens, die man leider immer wieder aufschiebt, weil man sich einredet, dass es zur Zeit viel Wichtigeres zu tun gibt. Ich fürchte, das werden auch meine Wünsche für die Jahre 2017, 2018, 2019 usw. usw. usw. sein – aber irgendwann muss es ja einmal klappen! Unserem Land und allen Menschen, die hier leben, wünsche ich von Herzen, dass die Weihnachtsbotschaft wahr wird: „Friede auf Erden!“ Ein kurzer Blick in die Tageszeitung oder auf den Bildschirm genügt, um Tag für Tag festzustellen, dass die Welt anscheinend erneut aus den Fugen gerät, erschüttert von Kriegen und Bürgerkriegen, Naturkatastrophen und Epidemien und von skrupelloser Politik hemmungsloser Diktatoren, die leider noch immer an der Macht sind oder immer wieder an die Macht kommen.

Mit allen Fußballfans in ganz Europa und weltweit hoffe ich nicht nur auf spannende, torreiche Partien, sondern auch darauf, dass die Europameisterschaft fröhlich und friedlich verläuft und nicht durch Gewaltausbrüche oder gar Terrorattacken erschüttert wird. Wenn unsere Elf in Frankreich die Leidenschaft und die Spielfreude der WM 2014 in Brasilien wiederentdeckt, wenn technisch und taktisch brillanter Fußball mit Lauf- und Kampfbereitschaft kombiniert wird, dann dürfte es jede andere Mannschaft schwer haben, Deutschland zu schlagen. Kurzum: Unserer EM-Elf in der Form der WM-Elf von 2014 traue ich nicht nur zu, dass sie das Endspiel erreicht – sondern auch gewinnt.

Dieter Burdenski, Geschäftsführer Burdenski Events GmbH, ehemaliger Nationaltorhüter

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Persönlich wünsche ich mir für das Jahr 2016 für mein Umfeld und mich, dass es allen gesundheitlich gut gehen möge! Unserem Land wünsche ich, dass wir die Problematik der hohen Belastung durch die Asylbewerber einigermaßen in den Griff bekommen.

Frankreich ist eine Fußballnation und ich denke, dass die EM 2016 ein großartiges Fußball-Event wird. Deutschland gehört, wie bei allen Fußball-Europameisterschaften und -Weltmeisterschaften zu den Favoriten, wobei man auch immer ein Quäntchen Glück braucht.

Rainer Ferslev, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Hamburg

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Zunächst einmal wünsche ich mir persönlich auch weiterhin viel Freude und Kreativität bei der Bewältigung meiner privaten und beruflichen Aufgaben und natürlich auch bei der weiteren Unterstützung unseres HSV! Unserem Land wünsche ich, dass wir uns mehr auf unsere innere Sicherheit konzentrieren, die für mich nicht nur eine polizeiliche Sicherheit, sondern auch eine soziale Sicherheit umfasst. Wir müssen uns viel mehr um diejenigen Menschen kümmern, die mit dem Tempo unserer Gesellschaft nicht mehr mitkommen oder die sich ausgegrenzt fühlen und in Kriminalität und Parallelgesellschaften abrutschen. Wir brauchen deutlich mehr Prävention nicht nur im Bereich der Strafverfolgung, sondern in allen sozialen Bereichen. Wir müssen mehr Präsenz in allen ordnungspolizeilichen Bereichen zeigen und durch eine deutlich erhöhte Präsenz von Sozialarbeitern und Streetworkern uns mehr um die Menschen am Rand unserer Gesellschaft kümmern. Wir leiden daran, dass wir ständig wegsehen vor Gewalt und Aggression und diese kleinreden, anstatt Mut und Charakter zu zeigen und jedermann klarzumachen, dass Rücksichtslosigkeit und Egoismus nicht geduldet wird. In diesem Wegsehen und dem Rückzug staatlicher Ordnung liegen die wahren Probleme unserer Zeit. Wir müssen endlich begreifen, dass wir uns mehr denn je um die riesigen Randbereiche unserer Gesellschaft kümmern und auch Geld in die Hand nehmen müssen (Personalkosten für Sozialarbeiter, Familienbetreuer und alle im präventiven Bereich tätigen Menschen), um hier gegenzusteuern. Wenn man sieht, mit welchen Geldmitteln die Banken in der Krise unterstützt wurden, sollte es hieran beim Einsatz für unsere Mitmenschen nicht scheitern.

Von der Fußball EM 2016 wünsche ich mir in erster Linie ein friedvolles Turnier, aber auch begeisternden Fußball mit schneller Spielweise, ohne taktisches Geplänkel und einfach Spaß an schönem Kombinationsfußball. Wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird auch die DFB-Elf ganz weit vorne dabei sein.

Christoph Glaser, Geschäftsführer World Forum for Ethics in Business (WFEB)

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Ich wünsche mir und allen Menschen Gesundheit – und die Weisheit, für das Leben dankbar zu sein! Unserem Land wünsche ich weiterhin die Kraft und den Mut, die Integration von Flüchtlingen so vorbildlich vorzuleben wie im Jahr 2015!

Meine Erwartungen an die EM sind wohl zu hoch: Aber ich wünsche mir, dass sie uns wieder daran erinnert, dass Fußball einfach ein Spiel ist, an dem wir Freude haben können – und nicht ein Krieg, der um jeden Preis gewonnen werden muss. Und dass bei diesem Spiel jedoch am Ende meistens der Adler besonders ausgelassen feiern kann, wissen wir nicht erst seit Garry Lineker.

Wolfgang Grenke, Unternehmer, Mäzen, Vorstandsvorsitzender, Grenkeleasing AG

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Dass ich gesund bleibe, dass der wirtschaftliche Erfolg für unser Unternehmen anhält und dass die Menschen friedlicher miteinander umgehen. Dass es gelingt, die vielen zu uns gekommenen Menschen angemessen zu versorgen und möglichst rasch in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Nach den Ereignissen von Paris werden es wohl kaum so entspannte Meisterschaften sein können wie in den letzten Jahren. Natürlich möchten wir alle schöne Spiele erleben – aber noch wichtiger ist es, dass diese nicht durch Terroranschläge belastet werden. Die deutsche Mannschaft ist sicher noch im Umbruch. Ein Platz unter den letzten Vier wäre also ein großer Erfolg.

Jens Hagemann, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, GAAP GmbH, Berlin

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Ich wünsche mir persönlich, dass ich vom inoffiziellen Champions League Beauftragten von Hertha BSC, der ich im Freundeskreis bin, zum offiziellen werde. Unserem Land wünsche ich, dass es – bei allen Problemen – entspannt bleibt.

Die EM wird in Punkto Sicherheit für alle Beteiligten eine Herausforderung. Wenn unser Bundestrainer Mitchell Weiser mit zur EM nimmt, klappt es mit dem Europameister.

Wolfgang Hesl, Fußballprofi, Torhüter, Arminia Bielefeld

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Für das Jahr 2016 wünsche ich mir für meine Familie und mich nur Gesundheit. Das ist das allerwichtigste im Leben. Unserem Land würde ich mir wünschen, dass die Menschen näher zusammenrücken und sich gegenseitig wieder mehr vertrauen, damit wir die schweren Aufgaben, wie z.B. die Flüchtlingskrise oder den Terrorismus, gemeinsam meistern können.

Ich erwarte, dass Frankreich ein hervorragender Gastgeber sein wird und ein ebenso sicheres wie hoch emotionales Turnier austragen wird. Frankreich ist eine große Fußballnation und die Begeisterung für den Fußball wurde auch durch die schlimmen Ereignisse in Paris nicht getrübt. Die deutsche Nationalmannschaft ist natürlich, wie eigentlich immer bei Turnieren, einer der Topfavoriten. Gerade als Weltmeister sollte man mit breiter Brust in das Turnier gehen und sich den Titel als Ziel setzen!

Sephan Hohmann, Program Manager Citizenship, Microsoft Deutschland GmbH, Berlin

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Für das Jahr 2016 wünsche ich mir persönlich drei Dinge: Gesundheit, Familienglück und Inspiration. Nachdem meine Tochter 2015 in den Kindergarten kam, hatte sie mit diversen, kleineren Krankheiten die sie mit nach Hause brachte zu kämpfen. Zudem plagten mich „Altlasten“ aus meiner aktiven Sportlerzeit. Deswegen wünsche ich mir für 2016 zunächst einmal gesund auf beiden Beinen zu stehen und schöne Momente mit meiner kleinen Familie zu erleben! Gegen Zuwachs hätte im Übrigen auch niemand etwas. Letztlich erhoffe ich mir vom kommenden Jahr wieder viele neue Menschen – im beruflichen wie privaten – zu treffen, die mich inspirieren und so das eigene Leben reicher machen. Ich finde es immer spannend zu erfahren, wie Begegnungen den eigenen Horizont erweitern und Denkmuster aufbrechen können. Unserem Land wünsche ich in erster Linie ein Gelingen der Integration der über eine Million Flüchtlinge, die wir in den vergangenen Monaten aufgenommen haben. Ich bin begeistert und zugleich überrascht, mit welcher Offenheit und Hilfsbereitschaft sich die Gesellschaft in Deutschland während der Flüchtlingskrise präsentiert. Deswegen wünsche ich uns sowohl einen langen Atem als auch die Früchte einer erfolgreichen Integration in Zukunft ernten zu können. Auf dieser Basis erhoffe mir ein noch bunteres, weltoffeneres, internationaleres und leistungsstärkeres Deutschland! Aus beruflichem aber auch privatem Interesse wünsche ich unserem Land zudem den Durchbruch bei der digitalen Transformation in der Bildung. Eine der führenden Industrienationen der Welt muss es endlich schaffen, ein zeitgemäßes Bildungssystem auf den Weg zu bringen, um so die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft und letztlich unsere Nation zu gewährleisten.

Nach den turbulenten Monaten rund um die Korruptionsskandale in der FIFA sowie UEFA aber auch der Vorwürfe gegenüber des DFBs im Zusammenhang mit dem Sommermärchen 2006 hoffe ich, dass im Sommer das Spiel wieder in den Fokus rückt. Es wird das erste große Turnier nach der Ära von Blatter und Platini sein. Deswegen ist es auch die Chance auf einen Neuanfang – nicht nur für den europäischen Fußball. Außerdem erhoffe ich mir von der kommenden EM eine gewisse Wirkung auf aktuelle politische wie gesellschaftliche Entwicklungen in Europa. Die Eurokrise, Flüchtlingskrise und die Terroranschläge von Paris haben teilweise tiefe Gräben innerhalb der europäischen Gemeinschaft und Verunsicherung in den Gesellschaften hinterlassen. Es wäre sicherlich naiv zu glauben, allein der Fußball könne diese Gräben überwinden, doch kann eine Europameisterschaft, die sportliche Werte wie Toleranz und Fairness lebt, ein Stück weit politische Grenzen überwinden und Vorurteile abbauen. In einer Gruppe mit Polen, der Ukraine und Nordirland sehe ich unsere Nationalmannschaft als Favoriten. Ein Überstehen der Gruppenphase ist Pflicht. Allerdings warne ich vor starken Polen, denen ich sogar das Potenzial eines Geheimfavoriten auf den Titel neben Belgien zuschreiben würde. Wie weit es die Mannschaft nach der Gruppenphase im Laufe des Turniers schafft, vermag ich nicht zu prognostizieren. Meiner Meinung nach haben wir uns mit nur durchschnittlichen Länderspielauftritten in 2015 die klare Favoritenrolle, die wir nach dem WM-Titel von Rio hatten, verspielt. Der WM-Titel zählt nicht mehr und das Mannschaftsgerüst wird ebenfalls ein anderes sein müssen. Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Khedira etc. spielen nicht mehr für die Nationalmannschaft oder haben ihre besten Zeiten hinter sich. Deswegen bin sehr gespannt, welche Lösungen Joachim Löw finden wird und wie letztlich der EM-Kader aussehen wird. Das Spielerpotenzial für den Titel haben wir in Deutschland allemal. Es geht nun im ersten Halbjahr 2016 darum, die richtige Mischung zu finden. Persönlich hoffe ich auf Mut zur Jugend!

Carsten Höltkemeyer, General Manager, Barclaycard Deutschland, Hamburg

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Ich erhoffe mir, dass wir in Deutschland weiterhin bei der Hilfe und der Integration von geflüchteten Menschen aktiv unterstützen und unser Bestes geben, dies erfolgreich umsetzen. Aus meiner Sicht eine wesentliche Aufgabe unserer Gesellschaft in 2016 und auch in den folgenden Jahren.

Nach den schrecklichen Ereignissen in Paris erhoffe ich mir ein begeisterndes Fußballfest als Zeichen für ein friedliches Miteinander der Völker. Ich bin mir sicher, dass Frankreich hier ein toller Gastgeber sein wird. Interessant wird es sein, wie sich die vermeintlich schwächeren Teams während des Turnieres entwickeln werden und ob Belgien seiner Favoritenrolle gerecht werden kann. Der deutschen Mannschaft muss man, wie eigentlich immer, mindestens das Halbfinale zutrauen. Dann hängt es ein wenig am Glück.

Jochen Lesching, Unternehmer, Vorsitzender Wirtschaftsrat 1. FC Union e. V.

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Natürlich steht zuerst der Wunsch nach Gesundheit, sowohl das ganz persönliche gesundheitliche Wohlbefinden betreffend als auch das der Familie. Alle Menschen sollen in diesen Wunsch mit eingeschlossen sein, besonders aber dann, wenn Gesundheit erst wieder errungen werden muss. Da gilt es viel Mut, Unbeugsamkeit und Vertrauen in die eigenen Kräfte sowie ein sensibles Umfeld zu wünschen, dass immer wieder nachhaltig gegen Zweifel bestärkt. Damit sind zugleich Eigenschaften und Bedingungen angesprochen, die wir alltäglich, in guten wie in schlechten Zeiten, viel öfter suchen und leben sollten. Ein größerer Wille nach Selbstbestimmung ist hier gefragt, gerichtet gegen das „Funktionieren müssen“, weil andere es so wollen oder einem einreden möchten. Die immer stärker werdende, selbstbewusstere Zivilgesellschaft wünsche ich unserem Land.

Vor allem erwarte ich guten Fußball, der in erster Linie vom Unvorhersehbaren der Aktionen auf dem Rasen, von der Spannung, der Dramatik und den Emotionen lebt, die ganz ohne Drehbuch entstehen, „weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht“ (Sepp Herberger). Qualität ist in diesem Sinne das Authentische im Fußballspiel, das uns so direkt und unverfälscht kaum woanders im Alltag begegnet, mitreißt und Leidenschaft entfachen kann. Zu solch ehrlichem Fußball gehören transparente Inhalte und Strukturen in seiner Organisation auf allen Ebenen. Dazu sollte der europäische Fußball auch mit der EM 2016 Beiträge leisten. Der deutschen Elf traue ich das Erreichen des Halbfinales zu.

Stefan Linde, Literaturagent, Berlin

Dass es keine weiteren Anschläge auf den Fußball und unsere Gesellschaft gibt, sondern Frieden und Versöhnung, auch für die Menschen im Nahen Osten, zwischen den Religionen.

Dass unsere Nationalspieler den FIFA-Oberen mal die Meinung sagen.

Jörg Mertens, Vorstandsreferent Volksbank Kurpfalz eG, Heidelberg

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Ich hoffe, dass meine Familie und ich gesund bleiben und unser Land die vielen Flüchtlinge gut integrieren kann und es nicht zu einem Chaos kommt.

Für die EM 2016 hoffe ich auf faire und spannende Spiele – die beste, fitteste und fairste Mannschaft soll den Pokal mit nach Hause nehmen. Unser Land sehe ich als Optimist mindestens im Endspiel.

Alexander Otto, Unternehmer und Mäzen, OTTO Group, Hamburg

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Ich wünsche mir, dass das nächste Jahr vor allem friedlicher wird als 2015. Ich wünsche mir, dass die Bereitschaft, sich um die vielen Flüchtlinge zu kümmern, weiterhin so hoch bleibt und wir alle bei ihrer Integration helfen. Dazu zählt aber auch, dass wir die Ursachen für die Massenflucht vor Ort erfolgreich angehen und bekämpfen. Persönlich wünsche ich mir wie viele Menschen zu aller erst Gesundheit und viel Zeit mit meiner Familie.

Begeisternden Sport, mitreißende Spiele sowie eine stimmungsvolle und friedliche Atmosphäre in den Stadien und Städten. Nach dem WM-Titel 2014 geht unsere Elf sicherlich als einer der Favoriten ins Rennen – doch wird erneut alles zusammenpassen müssen, um einen weiteren Erfolg feiern zu können.

André Trepoll, Vorsitzender der CDU Fraktion, Bürgerschaft Hamburg

Das Jahr 2015 war ein Jahr großer Herausforderungen und weltweiter Unruhen. Viele Menschen waren und sind auf der Flucht. Ich hoffe daher, dass 2016 ein friedlicheres Jahr wird und zumindest ein Zustand erreicht wird, bei dem weniger Menschen vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen müssen. Ganz persönlich wünsche ich mir etwas mehr Zeit und Raum für meine Familie und in sportlicher Hinsicht, dass der HSV sich weiter stabilisiert und seinen positiven Aufwärtstrend fortsetzt.

Auch wenn es nach dem tollen WM-Sieg 2014 einen Umbruch in der Mannschaft gegeben hat, traue ich unseren Jungs unter Jogi Löws Führung zu, die Vorrunde locker zu meistern und wieder weit zu kommen. Als Weltmeister sollte man sich hohe Ziele setzen. Ansonsten hoffe ich, dass es eine Europameisterschaft des Sportsgeistes und der Völkerverständigung wird – ohne negative Zwischenfälle.

Dr. Heinz Walter, Wirtschaftsdelegierter, Botschaft Republik Österrreich in Berlin

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Ich wünsche mir, dass es der Westen schafft, sichere Zonen in Syrien und Afghanistan einzurichten, damit nicht noch mehr Flüchtlinge nach Mitteleuropa kommen. Viele kommen mit falschen Vorstellungen und Hoffnungen, die wir hier nicht erfüllen können. Seit Jahrzehnten sprechen wir von Hilfe vor Ort. Wann beginnen wir damit endlich ernsthaft? Deutschland und Österreich können hier gute Beiträge leisten. Den Deutschen wünsche ich weiterhin Optimismus. Der ist heute hier viel größer als in anderen Ländern und hilft, Herausforderungen leichter zu bewältigen. Der bestehende Optimismus ist voll berechtigt und hat eine solide Basis.

Gäste aus ganz Europa sollten angstfrei die Spiele in Frankreich besuchen und genießen. Warum sollte es also kein französisches Sommermärchen geben? Ich wünsche mir als Österreicher natürlich einen Finalsieg gegen Deutschland. Als Realist glaube ich aber an ein Finale Deutschland gegen Spanien mit Elfmeterschießen. Den Ausgang eines solches Schießens sollte man aber besser nicht vorhersagen…

Dirk Wiese, Mitglied des Deutschen Bundestags, SPD

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Für unser Land wünsche ich mir eine Offenheit und Toleranz wie bei der Weltmeisterschaft 2006, als es hieß „Die Welt zu Gast bei Freunden!“. Fußballerisch wünsche ich mir den Finaleinzug von Borussia Dortmund in der Europa-League, eine Platzierung meines Heimatvereins SV 20 Brilon im oberen Tabellendrittel der Sauerland-Bundesliga und persönlich das eine oder andere Tor für den FC Bundestag.

Jogi Löw macht einen hervorragenden Job. Ich traue unserer Mannschaft mit İlkay Gündoğan und Mats Hummels den Titel zu.

Rainer Woisin, Geschäftsführer ChessBase, Hamburg

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Mich bewegt die große Solidarität der Deutschen mit den Flüchtlingen. Unsere Politiker sollten 2016 mit ebenso großem Engagement gegen das Leid in der Welt handeln, aber ohne weitere Bundeswehr-Auslandseinsätze – und sich dabei an Willy Brandt erinnern: „Krieg ist nicht mehr die Ultima ratio, sondern die Ultima irratio.“

Die Schach-Nationalmannschaft belegte bei der EM 2015 in Reykjavik einen guten sechsten Platz. Die Verhältnisse im Fußball sind anders: dort erwartet man bei der EM in Frankreich die Finalteilnahme, aber das wird sehr schwer werden!

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