Kollektive Arbeitsverweigerung


Veröffentlicht am 5. Mai 2016

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Erneute Blamage für die Premier League

Dem Armutszeugnis englischer Clubs in der Champions League Saison 2015/16 fügte Manchester City im Estadio Santiago Bernabéu noch eine äußerst erbärmliche Seite hinzu. Real Madrid gewann dieses Spiel nur 1:0, was auch nicht für die mannschaftliche Qualität der königlichen Edelkicker spricht. Was aber das Team von Manuel Pellegrini auf den Rasen brachte war eine pure Peinlichkeit. Kein Wille, völlige Unlust, keine Idee und das Fehlen jedweder Einstellung zu diesem Spiel kennzeichneten den Auftritt der Citizens. Der zurückhaltende und dadurch durchaus sympathische Pellegrini darf sich über seine Ablösung durch Pep Guardiola nicht wundern. Seine Handschrift, wie sie diese Truppe vorführte, war ein unkenntliches Gekrakel. Wie sein Vorgänger Roberto Mancini holte Pellegrini zwar einen Meistertitel in der Premier League, eine Spielidee oder ansehnlichen Fußball konnte auch er dieser riesigen Geldverbrennungsmaschine nie dauerhaft einflößen. Auch Erfolge waren immer nur Strohfeuer. Wenn der bittere Vorwurf einer leblosen Söldnertruppe im Fußball jemals zugetroffen, dann auf Manchester City.

Pep Guardiola durchfuhr die Welt des Fußballs bisher mit elitären Edellimousinen, nun fällt er in ein Geldparadies, in welchem er sich allerdings eine arge Schrottkarre hat andrehen lassen. Durch den TÜV käme er damit nicht mehr, das Ding muss in die Werkstatt, wohl sogar auf die Intensivstation. Wie er dieses Wrack jedenfalls zu einem straßentauglichen Gefährt für internationale Ansprüche umbauen will, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt ein Rätsel. Gelingt es ihm, wäre dies wohl das eigentliche Meisterstück des exorbitant erfolgreichen katalanischen Titelsammlers. Freude kann dem Fußball-Connaisseur momentan nur die pralle Schatulle für neue Spieler machen, das nötige Geld für Ersatzteile ist im Übermaß vorhanden. Er wird kräftig hineingreifen. Die Spieler der Partie gegen Real haben ihre Guardiola-Untauglichkeit zu eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Selten haben wohl Fußballer eine Finalchance desinteressierter und emotionsloser an sich vorbei ziehen lassen als dieser Haufen in kollektiver Arbeitsverweigerung. Den lädierten Ruf der Premier League etwas zu kitten obliegt nun einzig dem Deutschen Jürgen Klopp, der mit dem FC Liverpool immerhin das respektable Finale der Europa League erreichen kann. Einen defätistischen Auftritt der Marke Manchester City wird man von den Reds und ihrem Trainer nicht erleben, unabhängig vom Ergebnis.

Redaktion Magath & Fußball