Solidarität unter Trainern


Veröffentlicht am 22. Februar 2017

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Unterstützung für Arsène Wenger

Pep Guardiola platzte der Kragen. Vehement sprang er dieser Tage seinem medial bedrängten Berufskollegen Arsène Wenger bei. Die unsachlichen und hämischen Anfeindungen gegen den Arsenal Coach brachten bei Guardiola das Fass zum Überlaufen. Die Protagonisten der Anti-Wenger-Kampagne ekeln den derzeitigen Manager von Manchester City offenbar zutiefst an. „Was ich in den letzten zehn Tagen gehört habe, wie Ex-Spieler, Journalisten und andere Leute mit Arsène Wenger umgehen – das ist für mich inakzeptabel.“ Deutlicher konnte man es nicht sagen. Der Katalane zog den Kreis noch weiter und legte den Finger in die eigentliche Wunde. „Niemand hat momentan auch nur ein bisschen Respekt für unseren Job. Es ist respektlos, was da passiert.“ Nach seinem Abschied aus Barcelona und entspannten Zeiten im fußballfernen New York musste auch ein Pep Guardiola in Deutschland wie in England Gestalten kennenlernen, welche ihm immer öfter die Freude am Beruf vergällen.

Unter dem Mantel der Berichterstattung bevölkern mediokere Figuren längst das Fußballuniversum, hauen in die Tasten oder geben den Pausenclown. Mit besonderem Eifer und Herablassung werden dabei Trainer abqualifiziert und gerichtet. Wo es für die Trainerbank nicht reicht, darf man eben aus dem Studiosessel oder der Schreibstube wenigstens so tun als wäre man fleischgewordener Fußballverstand mit Trainerschein im Köcher. Die Zutaten der Experten bleiben dabei stets gleich und schlicht. Im Erfolgsfall waren es Verein, Spieler, Vorstand und Fans, ein bisschen auch der Coach. Wenn die Dinge nicht gut laufen ist der Trainer der Schuldige und allein auf weiter Flur, der Stoff für Kampagnen schnell gebraut und das Wild freigegeben zur öffentlichen Hatz. Daran wird auch Pep Guardiola mit seinem Ausbruch nichts ändern. Dennoch bleibt dessen Wortmeldung ein bemerkenswertes Signal der Solidarität unter Getriebenen.

Redaktion Magath & Fußball

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