Vierkampf um Platz drei


Veröffentlicht am 26. Oktober 2017

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Felix Magath und Shandong Luneng Taishan vor spannendem Saisonfinale

Auf der Zielgeraden der Saison 2017 ist in der Chinese Super League ein Vierkampf um Platz drei und die damit verbundene Qualifikation für die AFC Champions League entbrannt. Neben der Mannschaft aus Hebei, dem starken Aufsteiger Tianjin Quanjian und Guangzhou R&F zählt durchaus überraschend auch Shandong Luneng Taishan zu den Podiumsanwärtern. Nach Platz 14 in der Vorsaison ist dies freilich alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Schon jetzt jedoch hat das Team stolze zwölf Zähler mehr gesammelt als in der kompletten Spielzeit 2016 und stellt zudem den mit Abstand besten Defensivverbund der Liga. Weil auch Platz vier für die Teilnahme am prestigeträchtigen Kontinentalwettbewerb im nächsten Jahr reichen könnte – Voraussetzung ist der Pokalsieg von Shanghai SIPG über den Stadtrivalen Shenhua –, sind die Aussichten zwei Runden vor Schluss nach wie vor glänzend.

Ganz oben indes wird sich nichts mehr tun. Seit vergangenem Wochenende steht endgültig auch rechnerisch fest, was längst jedermann wusste: der neue, alte Meister in der Chinese Super League heißt Guangzhou Evergrande. Ein 5:1-Erfolg über Aufsteiger Guizhou Zhicheng sicherte Luiz Felipe Scolari den Titel-Hattrick und Guangzhou die siebte Meisterschaft in Serie. Auch Platz zwei ist zementiert: anders als erwartet konnte Shanghai SIPG dem Meister aber nicht bis zum Schluss Paroli bieten. Während das Team von André Villas-Boas in den Pokalwettbewerben einen tollen Eindruck hinterließ – in der AFC Champions League scheiterte SIPG erst im Halbfinale an den Urawa Red Diamonds aus Japan, im Chinese FA Cup steht das Finale noch aus –, muss die CSL-Saison trotz der Vizemeisterschaft aufgrund zahlreicher interner und externer Querelen wohl insgesamt als durchwachsen bezeichnet werden.

Dahinter jedoch ist alles offen. Zwar belegt Shandong Luneng Taishan gegenwärtig Tabellenplatz fünf. Mit zwei Siegen beim Aufsteiger Guizhou Zhicheng (Sonntag, 29. Oktober) sowie am letzten Spieltag in einer Art Endspiel gegen Hebei China Fortune FC (Sonntag, 5. November) kann Rang vier aber noch aus eigener Kraft abgesichert werden. Weil in der Chinese Super League bei Punktgleichheit nicht das bessere Torverhältnis, sondern der direkte Vergleich ausschlaggebend ist, würde man das von Manuel Pellegrini trainierte Team aus Qinhuangdao bei einem Sieg trotz derzeit drei Zählern Rückstand noch abfangen (Hinspiel 0:0). Es muss zudem nicht zwingend ein Vorteil sein, dass Hebei am kommenden Wochenende den frisch gekrönten Meister aus Guangzhou empfängt.

Die bedingungslose Unterstützung der eigenen Fans war für Shandong Luneng Taishan über die gesamte Saison hinweg ein wichtiger Trumpf.

Unabhängig davon sind für das Magath-Team höchstwahrscheinlich zwei Siege aus den beiden letzten Partien erforderlich, um sich tabellarisch vor Guangzhou R&F zu behaupten, das zwei scheinbar leichtere Aufgaben vor der Brust hat. Der direkte Vergleich (3:0 und 1:1) spricht hier derweil recht eindeutig für die Orangenen aus Jinan. Bleibt noch der vom italienischen Weltmeister und Weltfußballer Fabio Cannavaro trainierte, mit hohen Ambitionen in die Saison gestartete Aufsteiger Tianjin Quanjian FC. Bei einem Zähler Rückstand auf Hebei und zwei Punkten Vorsprung vor Shandong Luneng Taishan deutet einiges darauf hin, dass der Liganeuling im Saisonfinale die besten Karten hält. Ein Fragezeichen steht auch in diesem Fall hinter der Motivation des Meisters aus Guangzhou, der im Kampf um Platz drei zum Zünglein an der Waage werden könnte und am letzten Spieltag Tianjin Quanjian FC empfängt. Holt das Cannavaro-Team aus den letzten beiden Begegnungen mindestens vier Punkte, bleibt es sicher vor Shandong Luneng Taishan, da der direkte Vergleich gewonnen wurde (2:1 und 0:0). Eines steht definitiv fest: Hochspannung ist in der Chinese Super League bis zur letzten Sekunde garantiert.

Die Tabellensituation vor dem 29. Spieltag:

  1. Guangzhou Evergrande | 64 Punkte, 68:37 Tore
  2. Shanghai SIPG | 55 Punkte, 66:34 Tore
  3. Hebei China Fortune FC | 49 Punkte, 48:33 Tore
  4. Tianjin Quanjian FC | 48 Punkte, 40:31 Tore
  5. Shandong Luneng Taishan | 46 Punkte, 44:26 Tore
  6. Guangzhou R&F | 46 Punkte, 54:44 Tore

Das Restprogramm der Anwärter auf Platz 3:

Hebei China Fortune FC: Guangzhou Evergrande (H), Shandong Luneng (A)

Tianjin Quanjian FC: Liaoning Hongyun (H), Guangzhou Evergrande (A)

Shandong Luneng: Guizhou Zhicheng (A), Hebei China Fortune FC (H)

Guangzhou R&F: Tianjin Teda (H), Chongqing Lifan (A)

Redaktion Magath & Fußball

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