Ende der Zusammenarbeit


Veröffentlicht am 1. Dezember 2017

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Felix Magath verlässt Shandong Luneng Taishan. Seine Erklärung im Wortlaut.

Shandong Luneng Taishan und ich sind gemeinsam übereingekommen, unsere Zusammenarbeit nach Abschluss der Chinese Super League Saison 2017 nicht fortzusetzen. Ich fühlte mich in China sehr wohl. Durch die neuen Herausforderungen konnte ich meinen fußballerischen Horizont erweitern. China war eine äußerst intensive Berufs- und Lebenserfahrung für mich. Das Land und die Leute bleiben mir unvergessen. Die Großzügigkeit der Menschen und die tolle Gastfreundschaft behalte ich in ausgezeichneter Erinnerung.

Meine Arbeit in China begann mit dem akuten Abstiegskampf in der Saison 2016. Davon waren meine ersten Wochen geprägt. Als erster deutscher Trainer in der Chinese Super League musste ich mich in einer neuen Umgebung und Kultur zurechtfinden. Es galt, ein neues Umfeld und eine komplette Liga neu kennenzulernen. Eine besondere Herausforderung war die Kurzfristigkeit meines Engagements, innerhalb weniger Tage musste ich mich entschließen. Die Konzentration lag sofort auf dem Abstiegskampf, der sehr intensiv war und bis zum letzten Spieltag anhielt. Mit dem Erhalt der Super League konnte meine Arbeit erste Früchte tragen.

In der Saison 2017 haben mein Trainerteam und ich darauf aufgebaut und die Mannschaft trotz prominenter Kader-Abgänge weiter stabilisiert und in die Erfolgsspur gebracht. Zwei Spieltage vor Schluss war sogar noch die Teilnahme an der AFC Champions League möglich. Diese haben wir leider knapp verpasst. Eine Verbesserung um acht Plätze gegenüber der Vorsaison brachte uns am Ende auf den sechsten Tabellenplatz. Die Mannschaft hat große Fortschritte gemacht, die in der kommenden Super League Saison 2018 zu weiteren Erfolgen führen werden. Die Weichen sind richtig gestellt. Shandong Luneng hat alle Voraussetzungen um im Kampf um den Meistertitel künftig mitzumischen.

Große Freude hat mir die Arbeit mit den chinesischen und den jungen Spielern gemacht. Diese Spieler werden dem Verein die Zukunft sichern. Ich danke dem gesamten Kader für eine engagierte Arbeit und guten Teamgeist. Nicht vergessen möchte ich meinen famosen Übersetzer und Dolmetscher Zhao Peng, dessen Einsatz meine Arbeit erst ermöglicht hat. Er hat mit sprachlichem Können und viel Fußballsachverstand meine Ausdrucksweise der chinesischen Sprache angepasst.

Wenn ich etwas an meiner Zeit in China bedaure, zu wenig Gelegenheiten für die großartigen Kulturschätze Chinas und die grandiosen Weiten des Landes gehabt zu haben. Die Arbeit ließ leider nur einige Ausflüge zu, die mich allerdings sehr bereichert haben. Ich erinnere mich besonders an einen Besuch an der Wirkungsstätte des Philosophen und Strategen Sun Tsu.

Den Fans von Shandong Luneng sei an dieser Stelle ein herzlicher Gruß übermittelt und großer Dank ausgesprochen. Diese Fans schufen eine Atmosphäre, wie ich sie aus Bundesliga und Premier League kenne. Sie haben uns in allen Heimspielen enthusiastisch unterstützt und keine noch so weiten Wege bei Auswärtsspielen gescheut. Diesen tollen Fans, der Mannschaft und den Mitarbeitern im Verein wünsche ich für die Zukunft alles erdenklich Gute und eine fantastische sportliche Zukunft. Ich werde die gemeinsame Zeit in guter Erinnerung behalten.

Dank auch an die Verantwortlichen in der Vereinsführung für eine respektvolle Zusammenarbeit. Die gemeinsame Entscheidung zur Trennung gestaltete sich fair und harmonisch, nicht so respektlos wie man es aus anderen Umgebungen des Fußballs kennt. Dafür meine Anerkennung an die chinesischen Partner. Der Abschied fällt mir durchaus schwer. Die Mitarbeiter des Vereins haben mich durch ihre Herzlichkeit und immerwährende Unterstützung tief berührt.

Euer Felix Magath

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