Ein gelungener Abend


Veröffentlicht am 15. April 2018

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Fußball in der „Langen Nacht“

Die Fußballrunde der ZEIT

Moderator Christof Siemes hatte Fragen, seine Gäste Antworten und Einsichten. Die Hamburger füllten den „resonanzraum“ und ließen sich von einem nassen Tag nicht abhalten. Der Dramatiker Moritz Rinke gestand freimütig, trotz ihn schmerzender Fehlentwicklungen, auf Fußball kann er nicht verzichten. Fußball will er weiter aktiv spielen, als Zuschauer im Stadion und vor der Glotze dabei bleiben. Das Spiel sei für ihn neben dem Schreiben die große Konstante in seinem Leben. Der Philosoph Gunter Gebauer machte sich vernehmlich Sorgen um die Einflüsse der Emire und Oligarchen, deren ungehemmten Einsatz von Geld er als politisches Mittel zu vielerlei Zwecken einstufte. Die Praktiker des Abends, Ewald Lienen und Felix Magath waren naturgemäß näher am Ball und Rasen. Sorge um die Entwicklung im deutschen Fußball einte beide.

Ewald Lienen stellte mit Herzblut die Wichtigkeit des Trainers für den Fußball und den Verein dar. Er bemängelte das Fehlen eines starken Interessenverbundes der Trainer, riet den Übungsleitern sich öfter zusammenzusetzen. Außerdem wunderte er sich über Regularien, welche Schiedsrichter im besten Arbeitsalter in Rente schicken. Den Fußball will sich der Technische Direktor des FC St. Pauli von äußeren Einflüssen weiterhin nicht kaputtmachen lassen. Felix Magath fehlen die Individualisten im deutschen Fußball, die Schwerpunkte in der Ausbildung der Nachwuchsleistungszentren sind ihm zu eindimensional auf taktische Erwägungen ausgerichtet. Um vorhersehbare und langweilige Wettbewerbe zu vermeiden, schlug der einstige HSV-Spieler ein Handicap von Minuspunkten am Saisonstart für die finanziell überdimensioniert ausgestatteten Klubs vor. Ewald Lienen stimmte dem zu. Natürlich kam die Erinnerung an diesem Abend nicht zu kurz. Lienens „Felix hatte einen feineren Fuß als ich“ erwiderte Magath umgehend: „Ewald, Du warst schneller als ich.“ Nach 90 Minuten und fünf Minuten Nachspielzeit war ein kurzweiliger Abend zu Ende und die „Lange Nacht der ZEIT“ nahm weiter ihren Lauf.

Redaktion Magath & Fußball

 

 

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