Premiere unter Bekannten


Veröffentlicht am 29. Oktober 2019

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Erstmals Union vs. Hertha in der 1. Bundesliga

Wenn der Berliner meckert, ist er gut drauf. Wenn er läuft, ist er zu spät dran oder Marathon in der Stadt. Es gibt viel zu erleben. Unaufhörliche Tourismusströme legen dafür Zeugnis ab. Es brummt nicht nur Berlin, es boomt auch der Sport. Die Füchse im Handball, Alba im Basketball und die Eisbären im Eishockey sind Spitzenteams. In der Stadt gibt es den größten Olympiastützpunkt Deutschlands und viele großartige Sportler. Selbst ein FC Bundestag tritt offiziell gegen den Ball. Union und Hertha kennt sowieso jeder, nicht nur jene, denen einmal ein Fußball um die Nase geflogen. An Sportbegeisterung nimmt es der Berliner mit jedem auf und hat viele Orte, wo er diese austoben kann. Für zusätzliche Euphorie gibt’s nun noch ein neues Feld. Berlin hat endlich wieder ein Fußballderby in der 1. Bundesliga. Und was für eins! Obwohl sie sich ewig kennen – woran auch die Mauer nichts geändert – nach Wende und Einheit auch ab und an die Klingen kreuzten, sieht man sich in der 1. Bundesliga erstmals und begeht gemeinsam diese Premiere. Berliner Derby. Endlich!

Union und Hertha, in Verständnis und Auffassung über das Funktionieren eines Fußballvereines und dessen Wirken und Sein neben dem Rasen sicher sehr unterschiedlich aufgestellt, eint dennoch das Spiel, die Sportart und die Liga, vor allem eine Heimatstadt. Gemeinsamkeiten, die sich nicht wegwischen lassen. Den Vereinen, den Fans und den Teams ist ein großartiges Spiel mit echten Emotionen,  toller Stimmung und gutem Fußball zu wünschen. Mögen Randale ausbleiben, die Stimmung nicht verhetzt werden, das große Sportevent jeder Vereinnahmung durch  Interessengruppen widerstehen und alle Beteiligten die Chance bekommen, den Grundstein für etwas Großes zu legen. Dann entsteht vielleicht etwas, womit andere Metropolen sich längst dauerhaft schmücken, denkt man z. B. an Real – Atlético, Inter – AC Milan, Barca – Espanyol, Arsenal – Chelsea, Tottenham – West Ham, Lazio – AS Rom, Slavia – Sparta Prag oder Boca Juniors – River Plate. Große Klubs, große Traditionen und durchaus noch Platz für Union – Hertha in dieser erlauchten Aufreihung. Warum nicht? Davon haben dann die ganze Stadt und der Fußball etwas, profitiert die gesamte Liga.

Das Spiel 1. FC Union Berlin – Hertha BSC verdient gespannte Aufmerksamkeit und anhaltende Vorfreude, es verträgt keine Überhöhung. Wenn es nur dem Fußball gilt, kann es ein toller Samstagnachmittag in Berlin werden und dieser 10. Spieltag noch sehr lange positiv nachhallen. Mögen die Stadt und der Berliner Fußball ihr bestes Gesicht zeigen.

Redaktion Magath & Fußball