Archiv der Kategorie: Felix Magath

Zukunft


Veröffentlicht am 11. Dezember 2017

„Damit werde ich mich in nächster Zeit beschäftigen und mir in Ruhe Gedanken machen, wohin ich eigentlich will. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, im Fußball zu arbeiten. Es muss  nicht unbedingt als Vereinstrainer sein. Aber ich würde auch nicht ausschließen, mal außerhalb des Fußballs etwas zu machen. Und damit meine ich nicht TV-Experte, die gibt es ja schon zuhauf.“

Felix Magath, Dezember 2017

Ende der Zusammenarbeit


Veröffentlicht am 1. Dezember 2017

Felix Magath verlässt Shandong Luneng Taishan. Seine Erklärung im Wortlaut.

Shandong Luneng Taishan und ich sind gemeinsam übereingekommen, unsere Zusammenarbeit nach Abschluss der Chinese Super League Saison 2017 nicht fortzusetzen. Ich fühlte mich in China sehr wohl. Durch die neuen Herausforderungen konnte ich meinen fußballerischen Horizont erweitern. China war eine äußerst intensive Berufs- und Lebenserfahrung für mich. Das Land und die Leute bleiben mir unvergessen. Die Großzügigkeit der Menschen und die tolle Gastfreundschaft behalte ich in ausgezeichneter Erinnerung.

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Felix Magath im Cicero (Auszüge)


Veröffentlicht am 29. September 2017

China und Shandong Luneng

„Ich maße mir nicht an, das Land zu kennen. Hier ist alles anders – vor allem die zu Recht gerühmte Gastfreundschaft der Chinesen. Sie beeindruckt mich sehr und erfreut mich täglich immer wieder neu. Mir gefällt es hier, ich finde Land und Leute hochspannend. Shandong Luneng ist ein großer Traditionsverein. Die Trainingsbedingungen sind hier fantastisch.“

„Wer in ein fremdes Land kommt, der muss sich anpassen, um akzeptiert zu werden. Wer sich integrieren will, ist hier herzlich willkommen. Deshalb interessiere ich mich sehr für die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse.“

Kindheit

„Ich lebte in Aschaffenburg mit meiner aus Ostpreußen vertriebenen Mutter, meiner Großmutter, einem Onkel, dessen Frau und schließlich auch mit dessen beiden Kindern in einer Zweizimmerwohnung.“

Arbeit, Ehrgeiz und Berufsauffassung

„Ich bin eigentlich immer unzufrieden, mit allem, auch mit mir, denn ich will immer das Maximum. Es gibt sicher viele Wege zum Erfolg, aber ich habe in meiner Zeit als aktiver Spieler beim HSV erfahren, dass man durch Arbeit und Disziplin, auch dadurch, dass man eigene Interessen zurückstellt, bis nach ganz oben kommen kann. Diesen Weg möchte ich meinen Spielern vermitteln.“

„Fußball ist für viele heute nur ein Job. Es sollte aber ein Beruf sein. Und ich möchte, dass die Spieler ihren Beruf erfolgsorientiert ausüben. Ohne Ehrgeiz gibt es keinen Erfolg, nirgends. Ein Sportler ist jemand, der daran arbeitet, besser zu werden. Wer seinen Beruf ernst nimmt und das Maximum erreichen will, darf es sich nicht bequem machen. Ich habe immer großen Wert auf Fitness, Disziplin und Ordnung gelegt. Es geht nicht darum Spieler zu quälen, sondern sie besser zu machen.“

 Wie bei Walt Disney

„Ich beobachte den Trend zum körperlosen Spiel und, damit einhergehend zur Schauspielerei. Weil für die Spieler derart viel Geld ausgegeben werden muss, werden Zweikämpfe als Angriffe auf das Vereinskapital dargestellt. Nach jedem Zweikampf eilen die Betreuer und Therapeuten auf den Platz, der Spieler wälzt sich und bleibt lange liegen, Eis wird in rauen Mengen gesprüht; es fehlten eigentlich nur noch die Geier mit der Bahre aus dem „Fußballspiel der Tiere“ von Walt Disney. Ich plädiere eher für Aufstehen und Weitermachen.“

HSV und Hamburg

„Nur zum HSV habe ich eine dauerhafte emotionale Bindung, auch wenn diese in den letzten Jahren sehr auf die Probe gestellt wurde. Anfangs fühlte ich mich beim HSV wie eine kleine Wurst und wollte wieder weg. Ab dem dritten Jahr erst begann ich mich wohlzufühlen. Heute ist Hamburg für mich die lebenswerteste Stadt überhaupt – auch wenn das die Münchner nicht gerne hören.“

Begrifflichkeiten

„Um im Fußball modern zu erscheinen, ist man momentan geradezu versessen auf statistische Daten und Leistungstests. Man spricht auch gerne von „vertikalen Pässen“ oder dem Ball, der in die „Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gespielt“ werden müsse. Das klingt so, als hätten früher die Fußballspieler nicht den Pass in die Tiefe gesucht und absichtlich den Gegenspieler angespielt.“

(Felix Magath im Gespräch mit Alexander Kissler. Das vollständige Gespräch mit Fotos und Impressionen im Cicero 10/2017, Oktober 2017)

Entwicklung bei Shandong Luneng


Veröffentlicht am 29. Juni 2017

„Wenn man zu einem Abstiegskandidaten kommt, geht es nicht um Entwicklung sondern um notwendige Punkte für den Klassenerhalt. Dieses war mein Auftrag, dies ist gelungen. Die Entwicklung hat unmittelbar nach der Saison eingesetzt. Schon im Trainingslager nach der Saison und dann verstärkt im Wintertrainingslager wurden deutliche Verbesserungen erzielt. Da wir kaum Neuverpflichtungen zu verzeichnen hatten, ist unsere Mannschaft noch enger zusammengerückt. Der Mannschaftsgeist hat sich gegenüber der letzten Spielzeit deutlich verbessert. Wir haben konditionell, taktisch und spielerisch sichtbare Fortschritte in der neuen Saison gemacht. Diese Entwicklung hat die Mannschaft nach vorn gebracht. Aufgrund unserer Leistung gehören wir verdient zur oberen Region der Tabelle. Aber das Niveau und die Besetzungen der Top-Clubs ist zugegeben schon eine Herausforderung. Dennoch werden wir alles daran setzen, uns solange wie möglich oben in der Tabelle zu halten.“

(Felix Magath, Interview mit TITAN SPORTS CHINA, 23. Juni 2017)

Ein Jahr in China


Veröffentlicht am 13. Juni 2017

„Es liegt mittlerweile ein Jahr intensiver Arbeit in China hinter mir. Diese Arbeit bei Shandong Luneng ist die bisher größte Herausforderung meiner Trainerlaufbahn. Gern schaue ich auf die letzten zwölf Monate zurück und dabei gleichzeitig optimistisch in die Zukunft. Wir sind auf einem guten Weg.

Die Begeisterungsfähigkeit der Shandong Luneng Fans hat mich vom ersten Tag an sehr beeindruckt. In der extrem schwierigen Vorsaison haben uns die Fans im Abstiegskampf großartig zur Seite gestanden. Auf Auswärtsreisen, an Bahnhöfen oder Flughäfen, überall gab es immer einen herzlichen Empfang. Nicht zuletzt für die tolle Atmosphäre in unserem Heimstadion bin ich den Fans sehr dankbar.

Auch abseits des Fußballs ist die Gastfreundschaft der Menschen in China außergewöhnlich und dieses Land in seiner Vielfalt einfach großartig. Immer wieder aufs Neue bin ich gleichermaßen fasziniert von der jahrtausendealten Kultur und dem enormen Fortschritt im Land. Ich freue mich, hier leben und arbeiten zu dürfen!“

Felix Magath (12. Juni 2017)

Gratulation


Veröffentlicht am 17. Mai 2016

„Da die Bayern sich jetzt schon wieder sehr gut verstärken, kann ihnen an dieser Stelle bereits zum nächsten Meistertitel gratuliert werden. 2017 bekommen sie die Schale zum fünften Mal in Folge.“

(Felix Magath, Kolumne, Express Köln, 17. Mai 2016)

Mittelmaß, soweit das Auge reicht!


Veröffentlicht am 26. April 2016

„Außer die beiden weit enteilten Spitzenteams aus München und Dortmund muss man alle Teams der Liga in punkto Spielstärke und Kontinuität kritisch beäugen. So hat auch der aktuell Tabellen-Vierte der Liga, Hertha BSC, im gesamten April bislang nur ein Unentschieden erspielt. Und dies daheim gegen den designierten Absteiger Hannover 96. In der Hauptstadt blühten zwischenzeitlich schon die Träume. Doch was folgte? Ein 0:5 in Mönchengladbach, ein 1:2 in Hoffenheim, das klare 0:3 im Pokal gegen Dortmund und nun das 0:2 gegen die Bayern. Trotzdem ist immer noch die Champions League drin. Das zeigt, dass hinter dem Spitzen-Duo verdammt viel Mittelmaß unterwegs ist.“

(Felix Magath, Kolumne, Express, 24. April 2016)

Schwächstes Kettenglied


Veröffentlicht am 20. April 2016

„Es ist doch eine Farce, dass in der Branche klaglos akzeptiert wird, dass Spieler und Klubs laufende Verträge durch Transfers oder Trainerentlassungen regelmäßig vorzeitig beenden, im Grunde dadurch brechen, Trainern dies aber umgekehrt abgesprochen wird. Dabei sind sie ohnehin meist das – wie man so schön sagt – schwächste Glied in der Kette. Sie werden im Misserfolgsfall schnell gefeuert, anschließend wird gegen sie oft noch verbal nachgetreten und wehren dürfen sie sich nicht, weil sie sonst gegen die Regeln im Auflösungsvertrag verstoßen.“

(Felix Magath, Kolumne, Express, 18. April 2016)

Falscher Gedanke


Veröffentlicht am 14. April 2016

„Sechs Vereine wollen Faktoren wie Fanbasis, Bekanntheit und TV-Reichweite bei der Verteilung berücksichtigt wissen. Ein falscher Gedanke. Die Klubs sollen vernünftig arbeiten und nicht nach Subventionen rufen! Traditionsmannschaften haben genug Möglichkeiten, ihren Standortvorteil, aber auch ihre Tradition, Größe und Verwurzelung auszunutzen. Dortmund ist beispielsweise an die Börse gegangen und hat sich so Geld beschafft. Aber dass nun das Thema Tradition zum Indikator gemacht werden soll, bestraft kleinere Vereine, die aktuell besser arbeiten. Mainz, Augsburg oder auch Zweitligist Freiburg verfügen nicht über diese sogenannte Tradition, sind in kleineren Städten beheimatet – überzeugen jedoch durch Leistung und sportlichen Erfolg. Dass Mainz mit seinem Kader inzwischen in der Tabelle vor Schalke steht, ist ein Fingerzeig. Nicht Tradition und Fan-Anhang sind entscheidend, sondern kluges Handeln auf Management-Ebene. Am Ende ist es doch die Tabelle, die nach 34 Spieltagen die Arbeit widerspiegelt. Leistung soll sich auszahlen, nicht Erfolg aus längst vergangenen Tagen.“

(Felix Magath, Kolumne, Auszug, tz-München, 4. April 2016)