Archiv der Kategorie: Klartext

HSV im Jahr 2018


Veröffentlicht am 16. April 2018

„Der Verein wird seit Jahren ‚geführt‘ und keiner hat etwas mit dem Niedergang zu tun. Immer sind es die Trainer, die jedes Jahr drei- bis viermal gewechselt werden. Wo so etwas hinführt, sieht man beim HSV. Es wird überhaupt nicht darüber gesprochen, wie das Geld verschleudert wird für eigenes Unvermögen. Die Verantwortung dafür trägt niemand.“

„Ich hatte immer mal wieder Kontakt mit Menschen, die in verantwortlicher Position im Verein waren. Aber eine wirkliche Absicht habe ich da nie erkennen können. Für einen runden Tisch oder so etwas wurde ich nie angefragt. Aus meiner Sicht gäbe es im Moment eine positive Lösung für den HSV nur mit Herrn Kühne. Ich wollte ihm keine Anteile abkaufen, sondern selber Anteile erwerben und mich im Zuge dessen mit Herrn Kühne besprechen, ob es Sinn macht den HSV wieder in die richtige Richtung zu bringen.“

„Der HSV ist ein großer Verein, der sehr gut verkauft werden kann, weil er viele Anhänger hat und durch seine früheren Erfolge stark bei den Fußballinteressierten überall verankert ist. Von daher wird der HSV nicht so schnell – da habe ich keine Angst – kaputtzukriegen sein. Selbst die letzten Jahre haben es nicht geschafft. Der HSV ist ja immer noch ein großer Traditionsverein, der jetzt vielleicht belächelt und nicht mehr respektiert wird. Aber trotzdem ist er ein großer Verein und er wird es mit Sicherheit auch wieder werden.“

(Felix Magath, Interview, NDR, 15. April 2018)

 

Rein hypothetisch


Veröffentlicht am 27. März 2018

Alexander Bommes: Wenn Sie sich eine Mannschaft außerhalb Deutschlands für die WM aussuchen dürften, welche würden Sie nehmen. Welche würde Sie reizen?

Felix Magath: Die beste und aus meiner Sicht nie wieder zu bringende Leistung war, die von Otto Rehhagel, mit Griechenland Europameister zu werden. Wenn, dann schwebt mir auch so etwas eher vor. Spanien, so etwas ist doch Pillepalle. Mit wem könnte man was machen? Kroatien vielleicht oder so etwas.

(Gespräch Alexander Bommes mit Felix Magath, Sportschauclub, ARD, 23. März 2018)

„Erfahrung ist ein ganz wichtiges Kriterium“


Veröffentlicht am 16. März 2018

Anlässlich seines Besuches in der Oberpfalz traf sich Felix Magath mit Josef Maier, Fabian Leeb und Frank Werner von den Oberpfalz-Medien zum Interview. Dabei ging es nicht nur um die jüngste Entwicklung des deutschen Fußballs, sondern insbesondere auch um die prekäre Situation des Hamburger Sport-Verein in der Bundesliga. Auch die Aufstiegschancen des 1. FC Nürnberg in Liga zwei wurden diskutiert. Nachfolgend lesen Sie den kompletten Interviewtext.

Felix Magath, Ihr alter Verein, mit dem Sie die größten Erfolge feierten, macht gerade den Abflug Richtung zweite Liga. Jetzt wurde auch noch ihr langjähriger Co-Trainer Bernd Hollerbach entlassen. Wie sehen Sie das HSV-Drama?

Felix Magath: Der HSV wurde die ganzen letzten Jahre schlecht geführt. Man hat schon viele Trainer vor Bernd Hollerbach verbraucht. Ohne dass sich die Situation beim HSV dadurch verbessert hätte.

Weiterlesen

Felix Magath im Cicero (Auszüge)


Veröffentlicht am 29. September 2017

China und Shandong Luneng

„Ich maße mir nicht an, das Land zu kennen. Hier ist alles anders – vor allem die zu Recht gerühmte Gastfreundschaft der Chinesen. Sie beeindruckt mich sehr und erfreut mich täglich immer wieder neu. Mir gefällt es hier, ich finde Land und Leute hochspannend. Shandong Luneng ist ein großer Traditionsverein. Die Trainingsbedingungen sind hier fantastisch.“

„Wer in ein fremdes Land kommt, der muss sich anpassen, um akzeptiert zu werden. Wer sich integrieren will, ist hier herzlich willkommen. Deshalb interessiere ich mich sehr für die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse.“

Kindheit

„Ich lebte in Aschaffenburg mit meiner aus Ostpreußen vertriebenen Mutter, meiner Großmutter, einem Onkel, dessen Frau und schließlich auch mit dessen beiden Kindern in einer Zweizimmerwohnung.“

Arbeit, Ehrgeiz und Berufsauffassung

„Ich bin eigentlich immer unzufrieden, mit allem, auch mit mir, denn ich will immer das Maximum. Es gibt sicher viele Wege zum Erfolg, aber ich habe in meiner Zeit als aktiver Spieler beim HSV erfahren, dass man durch Arbeit und Disziplin, auch dadurch, dass man eigene Interessen zurückstellt, bis nach ganz oben kommen kann. Diesen Weg möchte ich meinen Spielern vermitteln.“

„Fußball ist für viele heute nur ein Job. Es sollte aber ein Beruf sein. Und ich möchte, dass die Spieler ihren Beruf erfolgsorientiert ausüben. Ohne Ehrgeiz gibt es keinen Erfolg, nirgends. Ein Sportler ist jemand, der daran arbeitet, besser zu werden. Wer seinen Beruf ernst nimmt und das Maximum erreichen will, darf es sich nicht bequem machen. Ich habe immer großen Wert auf Fitness, Disziplin und Ordnung gelegt. Es geht nicht darum Spieler zu quälen, sondern sie besser zu machen.“

 Wie bei Walt Disney

„Ich beobachte den Trend zum körperlosen Spiel und, damit einhergehend zur Schauspielerei. Weil für die Spieler derart viel Geld ausgegeben werden muss, werden Zweikämpfe als Angriffe auf das Vereinskapital dargestellt. Nach jedem Zweikampf eilen die Betreuer und Therapeuten auf den Platz, der Spieler wälzt sich und bleibt lange liegen, Eis wird in rauen Mengen gesprüht; es fehlten eigentlich nur noch die Geier mit der Bahre aus dem „Fußballspiel der Tiere“ von Walt Disney. Ich plädiere eher für Aufstehen und Weitermachen.“

HSV und Hamburg

„Nur zum HSV habe ich eine dauerhafte emotionale Bindung, auch wenn diese in den letzten Jahren sehr auf die Probe gestellt wurde. Anfangs fühlte ich mich beim HSV wie eine kleine Wurst und wollte wieder weg. Ab dem dritten Jahr erst begann ich mich wohlzufühlen. Heute ist Hamburg für mich die lebenswerteste Stadt überhaupt – auch wenn das die Münchner nicht gerne hören.“

Begrifflichkeiten

„Um im Fußball modern zu erscheinen, ist man momentan geradezu versessen auf statistische Daten und Leistungstests. Man spricht auch gerne von „vertikalen Pässen“ oder dem Ball, der in die „Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gespielt“ werden müsse. Das klingt so, als hätten früher die Fußballspieler nicht den Pass in die Tiefe gesucht und absichtlich den Gegenspieler angespielt.“

(Felix Magath im Gespräch mit Alexander Kissler. Das vollständige Gespräch mit Fotos und Impressionen im Cicero 10/2017, Oktober 2017)

Entwicklung bei Shandong Luneng


Veröffentlicht am 29. Juni 2017

„Wenn man zu einem Abstiegskandidaten kommt, geht es nicht um Entwicklung sondern um notwendige Punkte für den Klassenerhalt. Dieses war mein Auftrag, dies ist gelungen. Die Entwicklung hat unmittelbar nach der Saison eingesetzt. Schon im Trainingslager nach der Saison und dann verstärkt im Wintertrainingslager wurden deutliche Verbesserungen erzielt. Da wir kaum Neuverpflichtungen zu verzeichnen hatten, ist unsere Mannschaft noch enger zusammengerückt. Der Mannschaftsgeist hat sich gegenüber der letzten Spielzeit deutlich verbessert. Wir haben konditionell, taktisch und spielerisch sichtbare Fortschritte in der neuen Saison gemacht. Diese Entwicklung hat die Mannschaft nach vorn gebracht. Aufgrund unserer Leistung gehören wir verdient zur oberen Region der Tabelle. Aber das Niveau und die Besetzungen der Top-Clubs ist zugegeben schon eine Herausforderung. Dennoch werden wir alles daran setzen, uns solange wie möglich oben in der Tabelle zu halten.“

(Felix Magath, Interview mit TITAN SPORTS CHINA, 23. Juni 2017)

Ein Jahr in China


Veröffentlicht am 13. Juni 2017

„Es liegt mittlerweile ein Jahr intensiver Arbeit in China hinter mir. Diese Arbeit bei Shandong Luneng ist die bisher größte Herausforderung meiner Trainerlaufbahn. Gern schaue ich auf die letzten zwölf Monate zurück und dabei gleichzeitig optimistisch in die Zukunft. Wir sind auf einem guten Weg.

Die Begeisterungsfähigkeit der Shandong Luneng Fans hat mich vom ersten Tag an sehr beeindruckt. In der extrem schwierigen Vorsaison haben uns die Fans im Abstiegskampf großartig zur Seite gestanden. Auf Auswärtsreisen, an Bahnhöfen oder Flughäfen, überall gab es immer einen herzlichen Empfang. Nicht zuletzt für die tolle Atmosphäre in unserem Heimstadion bin ich den Fans sehr dankbar.

Auch abseits des Fußballs ist die Gastfreundschaft der Menschen in China außergewöhnlich und dieses Land in seiner Vielfalt einfach großartig. Immer wieder aufs Neue bin ich gleichermaßen fasziniert von der jahrtausendealten Kultur und dem enormen Fortschritt im Land. Ich freue mich, hier leben und arbeiten zu dürfen!“

Felix Magath (12. Juni 2017)

Gratulation


Veröffentlicht am 17. Mai 2016

„Da die Bayern sich jetzt schon wieder sehr gut verstärken, kann ihnen an dieser Stelle bereits zum nächsten Meistertitel gratuliert werden. 2017 bekommen sie die Schale zum fünften Mal in Folge.“

(Felix Magath, Kolumne, Express Köln, 17. Mai 2016)

Mittelmaß, soweit das Auge reicht!


Veröffentlicht am 26. April 2016

„Außer die beiden weit enteilten Spitzenteams aus München und Dortmund muss man alle Teams der Liga in punkto Spielstärke und Kontinuität kritisch beäugen. So hat auch der aktuell Tabellen-Vierte der Liga, Hertha BSC, im gesamten April bislang nur ein Unentschieden erspielt. Und dies daheim gegen den designierten Absteiger Hannover 96. In der Hauptstadt blühten zwischenzeitlich schon die Träume. Doch was folgte? Ein 0:5 in Mönchengladbach, ein 1:2 in Hoffenheim, das klare 0:3 im Pokal gegen Dortmund und nun das 0:2 gegen die Bayern. Trotzdem ist immer noch die Champions League drin. Das zeigt, dass hinter dem Spitzen-Duo verdammt viel Mittelmaß unterwegs ist.“

(Felix Magath, Kolumne, Express, 24. April 2016)

Schwächstes Kettenglied


Veröffentlicht am 20. April 2016

„Es ist doch eine Farce, dass in der Branche klaglos akzeptiert wird, dass Spieler und Klubs laufende Verträge durch Transfers oder Trainerentlassungen regelmäßig vorzeitig beenden, im Grunde dadurch brechen, Trainern dies aber umgekehrt abgesprochen wird. Dabei sind sie ohnehin meist das – wie man so schön sagt – schwächste Glied in der Kette. Sie werden im Misserfolgsfall schnell gefeuert, anschließend wird gegen sie oft noch verbal nachgetreten und wehren dürfen sie sich nicht, weil sie sonst gegen die Regeln im Auflösungsvertrag verstoßen.“

(Felix Magath, Kolumne, Express, 18. April 2016)