Archiv der Kategorie: National

Pokalfieber


Veröffentlicht am 22. Mai 2016

Europas Fußball im Endspielrausch

Der BVB hat die Bayern immerhin ins Elfmeterschießen getrieben. Unerwartet. Dies könnte eine erneute Abstrafung der Schwarz-Gelben durch den FC Bayern nach sich ziehen, demnächst ein weiterer Dortmunder von diesen weggekauft werden. Für die Borussia stellt sich die Frage, ob man die Reise zu Endspielen gegen Bayern künftig auslässt. In Sachen Regeln gelten in diesen Spielen offensichtlich andere Gesetze. Einmal ist ein klares Tor gegen die Bayern eben kein Tor, nächstens dann eine Rote Karte für einen Bayern-Spieler eben keine rote Karte. So kann man auch Titel anhäufen. In Wembley drückte das Schiedsrichterteam die Augen nicht zu. In der Verlängerung, beim Stand von 1:1, flog Chris Smalling von Manchester United mit Gelb-Rot vom Platz. Jesse Lingard erzielte für Manchester in Unterzahl dennoch den Siegtreffer zum 2:1. Die Red Devils gewannen damit den FA Cup gegen Crystal Palace. Statt Siegesfanfaren hört Louis van Gaal aus den Kulissen englischer Medien nur latentes Mourinho-Geraune. Kein Elfmeterschießen in Italien beim Duell der großen Namen. Juventus holte sich das Double ohne Schiedsrichterhilfe. Der Gegner AC Mailand muss in der Verlängerung das einzige Tor des Tages hinnehmen und verliert  durch den Treffer von Alvaro Morata mit 0:1. Torreicher ging es in Schottland zu. Auch hier keine Verlängerung, kein Elfmeterschießen. Hibernian Edinburgh schafft es mit 114 Jahren Anlauf endlich den Cup zu gewinnen. Der 3:2 Siegtreffer gegen die Glasgow Ranger fällt in der letzten Minute der Nachspielzeit. David Gray der umjubelte Torschütze. Auch in regulärer Spielzeit gewinnt Paris Saint Germain gegen Olympique Marseille mit 4:2 den französischen Pokal. Der zweifache Torschütze Zlatan Ibrahimovic kann damit seinem Größenwahn neue Nahrung geben. In Spanien tritt am Sonntag ein europäischer Champion gegen den FC Barcelona an. Der Außenseiter FC Sevilla will Barca die Copa del Rey entreißen und innerhalb einer Woche den zweiten Finalsieg landen.

Redaktion Magath & Fußball

Pokalsieger schlägt Meister


Veröffentlicht am 3. August 2015

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Arsenal und Wolfsburg im Supercup erfolgreich

Er kann es doch! Im 14. Anlauf gelang Arsène Wenger mit dem FC Arsenal endlich der langersehnte, erste Sieg gegen seinen erbitterten Widersacher José Mourinho. In dieser seit 2004 von beiden Seiten leidenschaftlich gepflegten Männerfeindschaft hatte der Franzose aus sportlicher Sicht bislang ganz klar das Nachsehen. Mehr als sechs Unentschieden waren für Wenger in 13 Pflichtspiel-Begegnungen nicht zu holen gewesen. Mourinho meist nicht nur klarer Punktsieger im medialen Schlagabtausch, seine Mannschaften, wenn es gegen Arsenal geht, in beachtlicher Regelmäßigkeit bis aufs Äußerste motiviert und einfach exzellent eingestellt. Sieben Siege konnte der Portugiese – ein Meister der öffentlichen Provokation – so bereits für sich verbuchen. Wenger dagegen wirkte in den Duellen mit dem FC Chelsea oft wie ein enttarnter Zauberkünstler, blieb in der Niederlage jedoch stets Gentleman. Seit Sonntagnachmittag allerdings steht auch bei dem 65 Jahre alten, aus Straßburg stammenden Grandseigneur des Londoner Fußballs ein Erfolg über Mourinho auf der Habenseite. Der FC Arsenal bezwang Meister Chelsea im englischen Supercup mit 1:0. Wenger holte mit den Gunners nach 1998, 1999, 2002, 2004 und 2014 bereits zum sechsten Mal den Community Shield. Ein Anfang ist gemacht. Weiterlesen

Der lange Abschied


Veröffentlicht am 2. Juni 2015

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Wenn ein Pokalfinale nur noch Nebensache

Der Herzog von Wellington hatte recht: „Man könne die Geschichte eines Tanzvergnügens ebenso wenig wie die Geschichte einer Schlacht schreiben. Jeder Teilnehmer behält eine andere Erinnerung an das Ereignis im Gedächtnis, manch glückliche, manch traurige, selten eine objektive.“ Wenn vom DFB-Pokalfinale zu Berlin 2015 eines hängen blieb, dann der Dauer-Scheinwerfer auf einen Davongehenden. Der Trainer der unterlegenen Mannschaft war vor, während und nach der Partie Hauptbestandteil einer sich heiß laufenden Berichterstattung und als Person längst losgelöst vom eigentlichen Ereignis. Die Demission des Jürgen Klopp in Dortmund überstrahlte das Spiel. Dieses gewann der VfL Wolfsburg mit 3:1 und nahm den Pokaltitel mit in die VW-Hochburg am Mittellandkanal. Titel will auch Jürgen Klopp bald wieder mitnehmen. Er muss dabei nicht auf die Provinz schauen, es steht ihm die Fußballwelt offen. Nach sieben sehr erfolgreichen Jahren in Dortmund, die den Bayern immerhin zwei Meistertitel kosteten, winken neue Aufgaben. Was wird der Mann tun? Die Republik hat zu rätseln. Die öffentliche Verklärung, die man dem Betroffenen nicht ankreiden darf, landet fast in den Verehrungssphären eines Helmut Schmidt. So wie der Altkanzler allerdings längst alles hinter sich, hat Jürgen Klopp noch vieles vor sich. Der Tratsch reicht von der Anfield Road über den Vesuv zu Neapel bis zur Säbener Straße, selbst das Geraune einer baldigen Rückkehr an die Stätte einstiger Triumphe will nicht verstummen. Man darf gespannt sein, wohin diese Reise geht. Bis dahin darf man dem Fußballtrainer im Wartestand eine geruhsame Zeit und ein paar freie Tage wünschen. Verdient hat er sie längst.

Redaktion Magath & Fußball

Schwarz-Gelbe Flut an der Spree


Veröffentlicht am 30. Mai 2015

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BVB mit Heimspiel im Pokalfinale

Die 72. Auflage des DFB-Pokalendspiels sieht im Berliner Olympiastadion den Publikumsmagneten Borussia Dortmund und den scheckbuchgestärkten VfL Wolfsburg aufeinandertreffen. Das geschichtsträchtige Stadion wird dabei in einem schwarz-gelben Meer zur verlängerten Außenstelle des Signal Iduna Parks. Der grün daherkommende, frisch gebackene Vizemeister vom Mittellandkanal wird dennoch wegen der abgelaufenen Saisonleistung als leichter Favorit in die Partie gehen. Zu gerne würde der VW Konzern der 2009 erspielten Magath-Meisterschale neues Siegermetall an die Seite geben. Sicherlich nicht finanziell, aber immer noch sportlich kann der BVB natürlich in einem Spiel mit den Autobauern mithalten. In Sachen Fans spielt man in einem völlig anderen Universum. Borussia Dortmund hat auch in Berlin große Scharen von Anhängern, selbst im Reichstag unter den Abgeordneten gibt es längst die „Bundestagsborussen“. Wolfsburg-Fans sind außerhalb der eigenen Stadtmauer und des Werksgeländes von VW schwerlich mit der Lupe zu finden. Man erwartet dagegen um die 80.000 BVB-Fans in der Bundeshauptstadt. Das Plus der Kehlen, Hände und Herzen liegt am Samstag also eindeutig beim Verein aus der Ruhrmetropole. Die aus Dortmund und ganz Deutschland anreisenden Schwarz-Gelben werden sich mit den Borussen-Fans vor Ort mischen und Berlin einen Tag okkupieren. Der letzte Einsatz von Jürgen Klopp als Borussen-Trainer, der bei ihm immer auch Auftritt, wird ein Übriges tun und noch den letzten BVB-Fan mobilisieren. Bevor die Pöhler-Mütze endgültig an den Nagel der Fußballgeschichte gehangen und ihr Träger zu neuen Ufern aufbricht, möchte das Meer von Borussen-Fans an den heimischen Borsigplatz zurückschwappen, den DFB-Pokal in Händen ihrer Idole sehen und ihren Lieblingstrainer tränenreich verabschieden. VW würde dem geplanten Spektakel wohl liebend gerne mit einem Autokorso in der Autostadt einen Strich durch die Rechnung machen. Egal wer den Pott final in seinen Händen hält, möge die Hawk-Eye-Premiere in einem DFB-Pokalfinale die Chance auf einen gerechten Sieger erhöhen und kein Bayern-Dusel dieses Spiel entscheiden. Auf denn, zum Feste!

Redaktion Magath & Fußball

Ein letzter Sturmlauf – ohne Blumen


Veröffentlicht am 30. April 2015

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Jürgen Klopp und der BVB fahren nach Berlin, Wolfsburg beendet furiose Pokalsaison der Arminen

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Pokal-Halbfinale im Münchner Nachthimmel. Die Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen dem Titelverteidiger Bayern München und seinem Herausforderer Borussia Dortmund war wohl das vorerst letzte Aufeinandertreffen beider Clubs mit Beteiligung von Jürgen Klopp, der am Saisonende der Bundesliga aller Voraussicht nach auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren wird. Einigermaßen großspurig hatten die Bayern in Person von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem seltsamen Anflug von mitfühlender Trauer über den Weggang ihres wohl unerbittlichsten Widersachers des letzten Jahrzehnts angekündigt, Klopp in der Allianz-Arena mit einem großen Strauß Blumen verabschieden zu wollen. Am besten sogar noch vor dem Spiel. Gerade noch rechtzeitig waren passend dazu in den Tagen vor der Begegnung an verschiedenen Stellen Gerüchte gestreut worden, wonach der Name Jürgen Klopp schon immer auf dem Zettel des deutschen Branchenriesen gestanden hätte, dies ungeachtet der mindestens noch bis ins kommende Jahr andauernden Amtszeit von Pep Guardiola womöglich weiterhin tut. Auch ein Bayern-Interesse am offenbar wechselwilligen Dortmunder Spielgestalter İlkay Gündoğan wurde eifrig kolportiert. Das übliche Vorgeplänkel eben, alles nicht wirklich neu. Zunächst aber stand noch einmal der deutsche Clasico an – und tatsächlich schafften es Jürgen Klopp und der BVB, dem großen Favoriten nicht nur ein Bein zu stellen, sondern einmal mehr eine empfindliche Niederlage beizufügen. Blumen freilich sollte es hinterher keine geben. Weiterlesen

Nur Werder schwächelt


Veröffentlicht am 5. März 2015

Bielefelder Pokalheld: Manuel Junglas schnürte gegen Bremen einen Doppelpack.

Bielefelder Pokalheld: Manuel Junglas schnürte gegen Bremen einen Doppelpack.

Kaum Überraschungen im DFB-Pokal Achtelfinale

Sieben Bundesligisten und Arminia Bielefeld stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Neben dem sensationellen Erfolg der Ostwestfalen über Werder Bremen lag einzig in Leverkusen lange Zeit eine Überraschung in der Luft, Bayer 04 aber zog in der Verlängerung den Kopf aus der Schlinge und wendete ein erneutes Aus gegen Kaiserslautern ab. Während sich die Bayern auf den Schiedsrichter verlassen konnten, profitierten sowohl Gladbach als auch Dortmund von gegnerischen Aussetzern. Wolfsburg und Hoffenheim gewannen weitestgehend ungefährdet, auch Freiburg ist in der Runde der letzten Acht dabei. Weiterlesen

Favoritensiege, Sensationen und Elfmeterkrimis


Veröffentlicht am 30. Oktober 2014

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Die Zweite Runde im DFB-Pokal

Der Legende vom Pokal-Wettbewerb mit seinen eigenen Fußballgesetzen wurde unter der Woche in fast allen 16 Stadien Genüge getan. Vier Bundesligisten verabschiedeten sich von ihren Finalträumen, einige mehr standen kurz davor. Drei Partien gingen bis ins Elfmeterschießen, zwei weitere fanden erst in der Verlängerung ihren Sieger. Ganz nebenbei spülte der Achtelfinaleinzug jenen 16 Zweitrundensiegern stattliche 527.000 Euro in die Kassen. Während derlei Prämien für die besser Betuchten allenfalls Peanuts, so sind diese außerplanmäßigen Einnahmen anderenorts gepaart mit den oftmals restlos ausverkauften Stadien von überlebenswichtiger Bedeutung. Ein Rückblick auf die 16 Begegnungen der zweiten Runde. Weiterlesen

Das verschwundene Tor


Veröffentlicht am 19. Mai 2014

Nicht nur bei Borussia Dortmund wundert man sich bis zum heutigen Tag. Fußball-Deutschland schüttelt den Kopf. Ein Tor war kein Tor. Der klärende Verteidiger Dante und auch das Objekt der Begierde, der Ball des DFB Pokalendspiels 2014 waren hinter der Torlinie von Bayern München, also wohl ein Treffer. Tor = 1:0 für Schwarz-Gelb? Denkste! Der Fußball hat mal wieder verloren, der sportlichen Gerechtigkeit wurde nicht Genüge getan, verfügbare Technologie zur eindeutigen Klärung bleibt im Schrank. Dem (Nicht)-Torschützen Mats Hummels blieb der verdiente Torjubel verwehrt und nach Spielschluß nur ein fragender wie trauriger Schlussakkord zu dieser Farce: „Es war ein klares Tor. Die Entscheidung ist für uns sehr enttäuschend. Ich frage mich schon, wie man das nicht sehen konnte.“ Mit dieser Frage steht er nicht allein…

Redaktion Magath & Fußball

Von Wembley nach Ruhleben


Veröffentlicht am 16. Mai 2014

Fußballfest steht an – DFB Pokalfinale 2014 in Berlin

Bayern wie der BVB landen am Pokaltag an der Berliner U-Bahnlinie U2. Zwischen Neu-Westend und Ruhleben raus, schon ist man am Olympiastadion. Immerhin! Aber man ist eben nicht am Estádio da Luz zu Lissabon. Wenn dort das Champions League Finale steigt sind Bayern wie Dortmunder nur als Sprossen auf der Final-Leiter von Real Madrid ein Erinnerungshauch. Auf dem Weg der Königlichen verdorrten die Bayern am Ballbesitz, scheiterten an souveränen Madrilenen während die Dortmunder nur über sich selbst und ihre desaströse Chancenverwertung stolperten. Die Klopp-Mannen hatten das Ancelotti-Team phasenweise an die Wand gespielt, über das Spiel der Guardiola-Elf wird dies niemand so sagen. Alles Vergangenheit, das europäische Finale also ohne seine letztjährigen Protagonisten. Darin liegt auch ein wenig die Crux der Saisonbetrachtung beider Clubs. Weiterlesen