Schlagwort-Archive: Abwehr

El Tractor mit der Nummer vier


Veröffentlicht am 17. August 2015

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Der außergewöhnliche Weg des Javier Zanetti

Geboren wurde er 1973 in Buenos Aires, ging mit 19 Jahren in die Provinz zu Talleres de Escala, um nach einem Jahr und 17 Spielen in die Hauptstadt zum Vorortverein CA Banfield zurückzukehren. Dort spielte er 66 Partien in Abwehr und Mittelfeld und machte sich 1995 auf nach Europa, um die alte Welt zu erobern. Es sollte ihm gelingen. Javier Zanetti schrieb Fußballgeschichte. Als diese glanzvolle Spielerlaufbahn endete, waren Fabelrekorde gebrochen und eine Legende geschaffen. Zanetti gestaltete diese atemberaubende Karriere nicht mit dem infantilen Zirkus der Marke Beckham oder Ronaldo, sondern als ein kluger junger Mann, der ein gebildeter und verantwortungsvoller Erwachsener wurde. Ein Blick auf seine Zahlen lässt den Atem stocken und Ehrfurcht vor diesem Gentleman des Fußballs aufkommen, den seine Fans ob seines unermüdlichen Einsatzes ganz unfein aber respektvoll „Traktor“ nannten. Weiterlesen

Alte Dame zieht allen davon


Veröffentlicht am 2. Mai 2015

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Unangefochten holt Juventus Turin seinen 31. Meistertitel

Ab dem vierten Spieltag auf Platz eins waren die Zeichen früh auf Titel angelegt, wie in Deutschland die Meisterschaft eine Ein-Club-Veranstaltung. Der Scudetto ging heute mit einem 1:0-Auswärtssieg bei Sampdoria Genua an Italiens Vorzeigeclub Juventus Turin. Die Turiner in den Händen des Fiat-Konzerns haben weiterhin die gewichtige Unterstützung ihrer Besitzer, der Agnelli-Familie. Damit verfügt man über materielle Möglichkeiten, denen in Italien kein anderer Club folgen kann und in dessen Ergebnis ein Kader entstanden, der den Mitbewerbern deutlich überlegen. Dieser 31. Titel wurde nun im ligurischen Genua final eingetütet. Diesem Höhenflug können auch die Edelclubs aus Mailand nicht folgen, Inter wie der AC landen in der laufenden Saison abgeschlagen im Mittelfeld. Juventus Turin das Maß aller italienischen Fußballdinge, die momentane Leistungsstärke spiegelt sich auch im Erreichen des Champions League Halbfinales wieder. Alles klingt rosig, wird aber von den Schattenseiten der italienischen Fußballlandschaft verdunkelt. Weiterlesen

Jupp Heynckes über Happel, Taktik und die WM ’78


Veröffentlicht am 18. Dezember 2014

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„Der große Happel ist ein Lichtblick in einer WM des Umbruchs. Das Finale war ein Duell zweier großer Trainer, wobei die Holländer nicht mehr über die individuelle Qualität verfügten wie vier Jahre zuvor in München, sich aber mit einer bemerkenswerten Gesamtleistung präsentierten. Bei der WM 1974 konnten Cruyff und Neeskens fast ohne Trainer auskommen, sie waren so enorm begabt. Ich will damit die Rolle von Rinus Michels nicht schmälern, aber Ernst Happel war für das 78er Team von herausragender Bedeutung. Ihm vor allem ist es zuzuschreiben, dass es eine so starke WM absolvierte. Happel, einer der bedeutendsten Fußballtrainer der Geschichte, hatte die Mannschaft perfekt eingestellt. Die Niederländer haben natürlich im Raum gespielt, in der Abwehr hatten sie ihre Zonen, für die der jeweilige Spieler verantwortlich war. Den Sturm bildeten drei Mann, sie spielten ähnlich wie Ajax Amsterdam. Ein wesentlich taktisches Merkmal war das Pressing einer vorgezogenen Abwehrkette. Happel baute die Abwehr circa 20 Meter vor der Mittellinie auf, um den Gegner früh zu stellen und ihm vom eigenen Tor wegzuhalten. So verlagerten sie das Spiel in die gegnerische Hälfte. Mit dieser Taktik hat Happel es nicht nur bist ins Finale gebracht, er hat auch noch die 90 Minuten überstanden, ehe seine Mannschaft in der Verlängerung verlor.“

(Jupp Heynckes, Süddeutsche Zeitung WM-Bibliothek, München 2005)

Torrausch vor Scheunentoren


Veröffentlicht am 22. Oktober 2014

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Offensives Feuerwerk und desaströse Defensiven kennzeichnen Champions League Spieltag

40 Tore in acht Spielen lassen die Anhänger der Champions League jubeln, die Fans der siegreichen Teams platzen vor Freude aus den Nähten. Und womit? Mit Recht! Aber wo um alles in der Welt bleibt bei so einem Torfestival das Defensivverhalten und die Abwehrdisziplin der unterlegenen Mannschaften? Verdienen Verteidiger noch ihre Berufsbezeichnung? Eine italienische Mannschaft kassiert im eigenen Stadion sieben Tore, Helenio Herrera würde sich bei dieser Nachricht wohl im Grabe drehen. Weiterlesen

Bollwerk – Defensive Glanzlichter


Veröffentlicht am 2. Oktober 2014

In der Serie A ist Juventus eine Bank der Abwehrstabilität

In Italien sind Abwehrkünstler eine natürliche Erscheinung, seit Helenio Herrera ist das Land eine exzellente Defensivadresse. Nicht nur die „Alte Dame“ aus Turin momentan ein unüberwindbares Bollwerk für Stürmer. Auch in Katalonien hält man den Kasten dicht. Der FC Barcelona bekommt in Paris drei Treffer eingeschenkt, weist aber in der heimischen Liga eine reine Weste vor, in sechs Spielen keinen Gegentreffer. Als hätte Luis Enrique das Tiki-Taka mit einem Schuss Catenaccio gepaart. Die Null kann nicht immer stehen, Gegentore und Fehler gehören zur Unausweichlichkeit des Wettkampfes. Des einen Freud bleibt auch im Fußball des anderen Leid. In der Bundesliga haben die Bayern die meisten Treffer erzielt, Leverkusen hält nur darin Schritt. Die Münchner stellen allerdings auch die beste Abwehr, welche nur zwei Gegentore kassierte und hinter sich noch Manuel Neuer weiß. Solche Werte machen Meister. Folgerichtig die Tabellenführung für Barca wie für Bayern. Auch Italien hat einen Tabellenführer: Juventus Turin. Weiterlesen

WM – Strategie gefragt


Veröffentlicht am 25. Juni 2013

„Es ist kein Wunder, dass noch keinem europäischen Team ein WM-Titel in Südamerika gelungen ist. Ich glaube, dass die Bedingungen in Brasilien das Tempo der WM-Spiele 2014 bestimmen werden. Man wird nicht viel Pressing sehen. Hohe Luftfeuchtigkeit in einigen Spielorten und lange Reisen über mehrere tausend Kilometer werden den Teams viel Kraft rauben. Wenn man in der Hitze oder im Regen spielt, muss man den Ball sicher in den Fuß spielen können. Deswegen ist Brasilien gefährlich, weil sie daran gewöhnt sind. Siegen wird das Team, das rasch und fehlerfrei von Abwehr auf Angriff und umgekehrt umschalten kann. Man braucht eine Strategie.“

(Gerard Houllier, Mitglied FIFA Technical Study Group, Pressekonferenz Confed-Cup, Juni 2013)

Michael Ballack


Veröffentlicht am 4. Juni 2013

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„Ich hatte das große Glück, mit vielen ausgezeichneten Trainern zusammenarbeiten zu dürfen. […] Auch die Zeit mit Felix Magath bei Bayern hat mich geprägt, nicht nur wegen der sportlichen Erfolge. Felix Magath hat mir erklärt, dass die Tatsache, dass ich auf fast allen Positionen eingesetzt werden kann, nicht unbedingt ein Vorteil ist. Ich konnte vor der Abwehr spielen, als Zehner, als Achter oder auch ganz vorne drin. »Micha, konzentrier dich auf eine Position, dann wirst du da der Beste sein«, hat er gesagt.“

(Michael Ballack, Interview Zeit Online, 27. April 2012)