Schlagwort-Archive: Amtszeit

In Anfield (noch) nichts Neues


Veröffentlicht am 23. Oktober 2015

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Unter dem Dach überhitzter Berichterstattung trennen sich Liverpool und Rubin Kasan 1:1

Der FC Liverpool spielt unter Jürgen Klopp wie unter Brendan Rodgers keinen erfolgreichen Fußball. Das liegt weniger am jeweiligen Trainer, sondern vielmehr an dem vom Transfer-Komitee des Clubs zusammengestellten Kader. Die Spieler sind das Problem des FC Liverpool. Was sollte der ehemalige Dortmunder Klopp in zwei Wochen Amtszeit daran grundlegend ändern? Gegen Rubin Kasan spielte man in der Europa League im eigenen Stadion 1:1, wobei der Ausgleichstreffer erst in Überzahl gelang. Kasan spielte ab der 37. Minute wegen einer Gelb-Roten-Karte dezimiert. Heimische Sportmedien haben sich selten für Brendan Rodgers und den FC Liverpool interessiert, sind nun die großen Experten für das Thema. In englischen Medien und bei dortigen Fans ist man nach der Klopp-Hysterie langsam in der Normalität angekommen, ahnt die Schwere der Aufgabe, den FC Liverpool wieder nach oben zu führen. Teile der Medien heizen den Kessel Liverpool und Klopp natürlich weiter an, um den entstehenden Dampf noch lange unters Fußballvolk bringen zu können. Dabei stört nur etwas der Fußballalltag mit seinen realen Ergebnissen. Weiterlesen

Drei Kandidaten für ein Halleluja


Veröffentlicht am 27. März 2015

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Auftakt zum FIFA-Präsidenten-Wahlkampf in Wien

Wenn am 29. Mai in Zürich über die FIFA-Präsidentschaft bis ins Jahr 2019 befunden wird, steht nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des Weltfußballverbands auf dem Spiel. Der umstrittene Amtsinhaber ist dann exakt 79 Jahre und 80 Tage alt, darf sich gleichwohl berechtigte Hoffnungen darauf machen, dass seinen 17 Dienstjahren an der Spitze weitere vier folgen werden. Mindestens. Denn bei der FIFA erscheint anno 2015 offenbar kein Szenario mehr zu verquer, als dass es nicht doch Mittel und Wege für eine Umsetzung geben würde. Schließlich geht es, das brachte kürzlich erst Wolfgang Bosbach im Gespräch mit Magath & Fußball treffend zum Ausdruck, einzig und allein um das Organisieren von Mehrheiten. Und darin ist Joseph Blatter, das muss man eingestehen, ein Meister seiner Klasse. Gut möglich also, dass der Patriarch des Weltfußballs seinen Kritikern und Gegnern auch über das Frühjahr hinaus die lange Nase dreht. Ein fünfter Blatter-Zyklus aber würde nicht nur die Chance einer Weltmeisterschaft auf Grönland oder den Philippinischen Inseln dramatisch in die Höhe schrauben, er würde wohl vor allem den ohnehin schon ramponierten Ruf der FIFA und damit einhergehend die Reputation des Fußballs in der Welt endgültig und nachhaltig beschädigen. Doch wer bitteschön sollte sich dem entgegenstellen? Der UEFA-Kongress in der Wiener Messehalle D lieferte zumindest erste Antworten auf diese entscheidendste aller Fragen. Weiterlesen

Halbfinale winkt


Veröffentlicht am 8. April 2014

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Rückspiele im Viertelfinale – Champions League biegt auf die Zielgerade

Paris Saint-Germain hat für den Aufmerker gesorgt, ein Sieg, zwei Tore Vorsprung und Chelsea ruhmlos zurück nach London. Sicher die Überraschung der Hinspiele, wenn auch keine Sensation. PSG-Trainer Laurent Blanc hat ein Team mit Ambitionen und Eigentümer, die – wie Roman Abramowitsch – alles möglich machen. Am Ende kritisierte José Mourinho die Abwehrleistung seiner Chelsea-Elf nicht, er fand nur Spott und das Defensivverhalten „lächerlich“, was wesentlich schlimmer als sein Zorn. Im Stadion saß Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari, der sich die Augen gerieben haben muss. In Chelseas Mannschaft liefen immer noch Spieler auf, die er in seiner Amtszeit 2008/2009 ausmustern wollte, weil sie ihren Zenit überschritten. Die Macht dieser Spieler – so stark wie in keinem Club der Welt – ließ damals kein frisches Blut für Chelsea zu, brachte vielmehr Scolari um seinen Job. Mourinho ist stark und gefestigt, wird sich zum Saisonende sicher auch von einigen Instanzen trennen, den Neuanfang intensivieren. Mit Zlatan Ibrahimović fehlt PSG die personifizierte breite Brust, man fährt dennoch selbstbewusst an die Stamford Bridge. Laurent Blanc weist immer darauf hin, PSG ist viel mehr als Zlatan Ibrahimović. Ob dem wirklich so ist, man wird es erleben. Die Cavani, Motta oder Thiago Silva haben jedenfalls eine Menge Fußball drauf, sind hungrig auf den Schritt ins Halbfinale, können es auch schaffen. Wie viel Appetit die Chelsea-Stars noch entwickeln, um gegenzuhalten, es wird sich zeigen. Aufgabe wird José Mourinho nicht dulden. Weiterlesen