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Big Sam


Veröffentlicht am 17. Oktober 2015

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Solides Handwerk in Zeiten großer Töne

Zwei Trainer, zwei Welten. Während aus Liverpool die Halleluja-Klänge das ganze Königreich und gleich noch den Kontinent überschwemmten, drang aus Sunderland eher ein dumpfer Hammerschlag der Ernüchterung in die englische Fußballwelt. Der FC Liverpool hofft vom neuen Messias den Flug zu den Sternen, also Titel. Der AFC Sunderland wünscht sich von Sam Allardyce die Rettung vorm Abstieg. Ist der Stuttgarter Jürgen Klopp etwas für das glanzvolle Parkett einer neuen Fußballwelt, steht der Mann aus Dudley für den Job an der Ruderpinne der Galeere Fußball. Während Klopp von eigener Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme redet, wuchtet sich der von Freund und Feind oft als Big Sam titulierte Allardyce wie ein Schwergewichtsboxer auf den Stuhl. Falls Jürgen Klopp die Nouvelle Cuisine der Premier League darstellen soll, so ist Sam Allardyce längst deren Eintopf, solide bis auf den letzten Knochen. Allardyce hat alles durch im englischen Fußball, sofern es sich um dessen tabellarische wie spielerische Niederungen handelt. Als Kicker war Allardyce ein kantiger Abwehrspieler, eher robust als technisch beschlagen, in Bolton bei den Wanderers lief er von 1973 bis 1980 mit Schnauzer und breiter Brust in 184 Spielen auf, schoss als Defensivmann sogar 21 Tore. Sein größter Triumph als Spieler war der Aufstieg von der zweiten in die erste englische Fußballliga. Weiterlesen

Topspiel-Misere endet im Etihad


Veröffentlicht am 20. Januar 2015

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Arsenal schlägt nach gefühlter Ewigkeit mal wieder einen Großen

Ein einziger Sieg nur stand aus den vorangegangenen zwölf Partien gegen Mannschaften aus der „Top Four“ Kategorie zu Buche. In der letzten Saison verlor der FC Arsenal seine Partien an der Stamford Bridge (0:6), an der Anfield Road (1:5) und im Etihad Stadium (3:6) nicht irgendwie unglücklich, sondern wurde deklassiert, dabei regelrecht aus dem Stadion geschossen. Auch die laufende Spielzeit zeichnete bis Sonntagabend kein wesentlich freundlicheres Bild: Beim FC Chelsea unterlagen die Gunners erneut, auch beim derzeitigen Tabellendritten in Southampton gab es nichts zu holen, beide Partien endeten ohne eigenen Treffer 0:2. Nicht jeder hätte also beim Duell zwischen Titelverteidiger und FA Cup Sieger in Manchester auf die Gäste aus der Hauptstadt gesetzt. Angeführt von Santi Cazorla jedoch zeigte der FC Arsenal bei den Citizens ein gänzlich anderes Gesicht und gewann verdient mit 2:0. Ein Auswärtssieg, der weit mehr wiegt, als es die Tabelle verraten mag und auch die hartnäckigsten Kritiker von Arsène Wenger zum Überdenken manch eingefahrener Urteile bewegen sollte. Weiterlesen

Walter Frosch


Veröffentlicht am 3. Dezember 2013

Mensch, Fußballer und Original

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Walter Frosch mit Bernd Hollerbach und Felix Magath

Diese Kerze brannte an zwei Enden, ist nun verglüht. Ein hanseatischer George Best. Aber nicht von der Elbe kam der St. Paulianer, sondern vom Rhein. Im Rückblick war Walter Frosch mehr als Fußballer, Original oder Füllhorn voller Anekdoten, er war ein Mensch. Keine Weltklasse auf dem Platz, kein Überflieger im Leben, aber ein aufrechter Freund seiner Freunde und gerader Typ mit Ecken und Kanten. Er konnte Fußball spielen, mit Einsatz und Herz. Nun hat wieder ein Charaktertyp die Fußballbühne und das Leben endgültig verlassen. Trauergäste in Ohlsdorf verbeugten sich vor Walter Frosch, um hanseatisch Tschüs zu sagen. Uwe Seeler, Felix Magath, Bernd Hollerbach und Horst Hrubesch, Jürgen Stars und Manfred Kaltz, natürlich viele St. Pauli Ex-Profis, auch Spieler aus dem heutigen Team, erwiesen Walter Frosch die letzte Ehre. Die Liste der Teilnehmer war lang. Uwe Seeler brachte es auf den Punkt: „Walter war ein Kämpfer.“ Weiterlesen

Feinde des Fußballs


Veröffentlicht am 27. Oktober 2013

Chaoten setzen ein Zeichen

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Die Bundesligapartie Schalke 04 – Borussia Dortmund beginnt neben dem Platz mit unschöner Ouvertüre. Rauch und Feuer bestimmen die Szene. Fußball wurde dann auch noch gespielt, der Champions League Finalist drückt der Partie seinen Stempel auf. Danach Betroffenheit. Der Dortmunder Geschäftsführer sprach von Asozialen, der Borussen Trainer schämte sich. Die beiden sonst so sprachgewaltigen Männer wirkten ratlos wie kleinlaut. Bei den Feuerwerks-Szenen im Dortmunder Block zeigten sich ganz reale Feinde des Fußballs am Werk. Eine Sportveranstaltung sollte gestört werden, Gefahr für Leib und Leben von Menschen wurde dabei billigend in Kauf genommen. Jetzt gilt es daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen und nicht wieder im Eiltempo zur Tagesordnung zu wechseln. Man darf im Rückblick nicht in Verharmlosung verfallen und den Mantel des Vergessens über dieses Chaotenverhalten legen. Es bedarf Entschiedenheit, sonst bahnt man den Feinden unserer Fußballkultur weiter den Weg. Weiterlesen