Schlagwort-Archive: Arbeiter

Wolken Richtung Paradies


Veröffentlicht am 25. September 2015

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VW Krise könnte in naher Zukunft auch den Fußball berühen

Stürzt ein Riese, klingt das Beben nach. Sämtliche Auswirkungen sind erst erkennbar, wenn sich der letzte Staub längst gelegt hat. Kein Mensch kann heute mit Gewissheit beleuchten, welche Folgen der als „Abgas-Skandal“ apostrophierte Vorgang auf den VW Konzern und die deutsche Gesellschaft haben wird. Das gilt auch für den Fußball. Das VW Imperium ist engmaschig mit dem Fußball verwoben und verästelt, das VW Logo gehört zum Bild dieses Sports. Der amtierende Pokalsieger VfL Wolfsburg wäre ohne die Autobauer nicht lebensfähig. Ein gerüttelt Maß Verdienst des bisherigen VW Bosses Prof. Dr. Martin Winterkorn, vormals ein begeisterter Hobbyfußballer und Torwart in Jugendmannschaften. Seine Fußballleidenschaft behielt er auch bei, als längst die Weihen eines großen Wirtschaftslenkers seine Stirn kränzten. Ein regelmäßiger Zuschauer mit Sporttemperament, verbrachte Winterkorn viel Zeit auf den Ehrentribünen des VfL Wolfsburg und von Bayern München. Meisterschaft und Pokaltitel am Mittellandkanal tragen auch seine Handschrift. Was der Abgang dieses  leidenschaftlichen Fußballfans nach sich zieht, ist nicht zu ermessen. Nachfolger Matthias Müller gilt als Freund des Rennsports, wird aber dennoch nicht umgehend das Fußballkapitel zuschlagen. Der Mann hat im Augenblick auch ganz andere Sorgen, als das Spiel mit dem Ball. Was bringt aber die Zukunft? Weiterlesen

Zuverlässiger „Fußballgott“


Veröffentlicht am 22. Juli 2015

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Borussia Mönchengladbach und Tony Jantschke: Das passt!

Tony Jantschke ist anders als viele seiner Berufskollegen. Gladbachs Nummer 24 zählt nicht zu den schillernden Stars in der Manege, wirkt inmitten einer sämtlichen rationalen und gesunden Verhältnismäßigkeiten entrückten Branche beinahe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Wie ein archaisches Überbleibsel aus einer Zeit, in der Fußball noch Fußball war und es weniger auf eine marktgerechte Inszenierung des Schauspiels, als auf die nüchterne, sportliche Leistungsfähigkeit ankam. Jantschke ist weder Selbstdarsteller noch Lautsprecher, wirkt wesentlich älter, reifer als jene 25 Jahre, die sein Spielerpass ausweist. Auf Auswärtsreisen spielt er lieber Skat oder Doppelkopf, wenn die meisten Teamkollegen den DVD-Player oder das iPad vorziehen. Im Großen und Ganzen ist er einfach er selbst, weiß was er kann und ist damit bislang außerordentlich gut gefahren. Jantschke muss niemandem mehr etwas beweisen, hat sich dennoch in seinem öffentlichen Auftreten stets eine angenehme Bodenständigkeit bewahrt. Freilich hat auch der gebürtig aus Hoyerswerda im sächsischen Landkreis Bautzen stammende Defensivspezialist gelernt, mit der Zeit zu leben, besitzt inzwischen natürlich einen Twitter-Account, pflegt sein eigenes Facebook-Profil. Das alles aber wirkt bei ihm echt und weniger künstlich – wie seine Verbundenheit zur Borussia aus Mönchengladbach. So etwas kommt an bei den Fans, erst recht am Niederrhein, wo sich Tony Jantschke bei der aufstrebenden Fohlenelf auch dank Lucien Favre zum unverzichtbaren Leistungsträger und Anführer entwickelt hat. Weiterlesen

Millwall Football Club


Veröffentlicht am 15. August 2014

Ian Holloway ist seit Jahresbeginn Cheftrainer beim FC Millwall.

Ian Holloway ist seit Jahresbeginn Cheftrainer beim FC Millwall.

Londoner Stadtderby im Craven Cottage

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion des FC Millwall liegen 15 Kilometer. Londoner Nachbarn, die zum jeweiligen Besuch die Themse überqueren müssen. Der FC Millwall und seine Fans sind am Samstag aus Anlass des zweiten Spieltags der Championship Gast des FC Fulham. Der Stadtteil Millwall gehört zum Stadtbezirk London Borough of Tower Hamlets, südöstlich der Londoner Innenstadt. Von den Millwall Docks leitet sich der Name des Millwall Football Club ab, unter Fußballfans auch unter dem Namen „The Lions“ bekannt. Der Club hat viel schottisches Blut in seiner Vereinstradition. 1885 wurde er von schottischen Arbeitern der Konservenfabrik Morton Jam Factory gegründet. Man kann den FC Millwall bis heute mit Fug und Recht einen Arbeiterverein nennen. Club und Fans sind sehr stolz auf ihre Traditionen und ihre Wurzeln. Im bekanntesten Schlachtgesang der Fans – „No one likes us, no one likes us, no one likes us, we don’t care. We are Millwall, super Millwall, we are Millwall from The Den.“ – wird die Rolle des Underdogs besungen, den angeblich niemand mag, der aber stolz auf seine Millwall-Herkunft. Die Vereinsfarben Blau und Weiß entsprechen denen der schottischen Nationalflagge. Seit der Saison 2010 spielt der Verein in der Football League Championship. Ein kämpferischer Löwe ziert das Wappen des Clubs. Die Mannschaft von Manager Ian Holloway spielt seit 1993 im Stadion „The Den“ an der Zampa Road in Bermondsey. Größte Clublegende ist bis heute Teddy Sheringham, der von 1984 bis 1991 in 220 Spielen für die Löwen auflief und dabei 93 Tore erzielte. Weiterlesen

Die Wüste lebt


Veröffentlicht am 17. November 2013

Stadionplanung in Katar schreitet voran

Unglaublich aber wahr: In Lusail soll bis 2022 eine gigantische und hochmoderne Fußballarena entstehen, die nach ihrer Fertigstellung Platz bieten wird für 86.250 Zuschauer. Doch was passiert, wenn das WM-Scheinwerferlicht eines Tages weiterzieht?

Unglaublich aber wahr: In Lusail soll bis 2022 eine gigantische und hochmoderne Fußballarena entstehen, die nach ihrer Fertigstellung Platz bieten wird für 86.250 Zuschauer. Doch was passiert, wenn das WM-Scheinwerferlicht eines Tages weiterzieht?

Winter, or not winter, that is the question. Und genau diese Frage ist noch nicht entschieden. Mühlen von hohen Fußballfunktionären und den Gremien, worin diese sich oft und gern aufhalten, malen sehr langsam. Da kann noch mancher Sommer ins Land gehen. Ob der Sommer in Katar zu heiß oder der Winter an gleicher Stätte kalendarisch zu unwirklich, daran reibt sich von FIFA bis UEFA die maßgebende Fußballwelt. Der Fan kommt aus dem Staunen nicht heraus und schaut von Ferne verblüfft auf die Szenerie. Ganz nebenher gestalten sich in Katar Stadionpläne, die in ihrer Dimension und in den futuristischen Planungen an den Weltendesigner Slartibartfaß erinnern, der in „Anhalter durch die Galaxis“ die abhanden gekommene Welt erneut erschafft. Weiterlesen

Brasilien WM 2014 (IV) – „Mythos Maracanã“


Veröffentlicht am 11. November 2013

Im „Maracanã“ Stadion findet das Endspiel der WM 2014 statt

Karneval in Rio

Wahrzeichen von Rio de Janeiro, ein historisches Monument inmitten der Millionenmetropole. Fußballer und Fans bekommen glasige Augen, wenn sie den Namen „Maracanã“ hören. Nirgendwo sonst ist die Atmosphäre so einzigartig wie dort. Helden und Legenden des brasilianischen Fußballs sind in der Arena allgegenwärtig. Erbaut wurde es für die WM 1950. 11.000 Arbeiter aus allen Ecken des großen Landes werkten an diesem Symbol der Nation. Der Stolz quoll den Brasilianern aus dem Herzen. „Seit heute hat Brasilien das größte und beste Stadion der Welt, und damit eine wahrhaft einzigartige Bühne, auf der es der Welt seine sportliche Erhabenheit und sein überlegenes Können demonstrieren kann“, titelte Brasiliens größte Sportzeitung in völliger Bescheidenheit.  Weiterlesen