Schlagwort-Archive: Aschaffenburg

Der Tragödie erster Teil


Veröffentlicht am 29. Mai 2015

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HSV und KSC trennen sich 1:1

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Gut möglich, dass die Gefühlslage vieler HSV-Fans im Stadion und an den TV-Bildschirmen nach Abpfiff des Relegationshinspiels jener von Goethes Dr. Faust im berühmten Studierzimmer ähnelte. Aufklärung darüber, was dieses 1:1 gegen den Karlsruher SC letztendlich wert ist, wird es erst am kommenden Montag geben. Auf dem Papier weist das Unentschieden an der Elbe – vor allem das vom treffsichersten Karlsruher Angreifer und ehemaligen Hamburger Rouven Hennings bereits nach vier Minuten erzielte Auswärtstor – zwar einen leichten Vorteil für die Badener aus. Diesen im heimischen Wildpark aber auch über die Ziellinie zu retten, bleibt am Ende einer langen Saison das letzte große Meisterstück für den von Markus Kauczinski trainierten Noch-Zweitligisten. Mut machen kann den Hanseaten auf der anderen Seite die eigene Schlussviertelstunde, die ausgerechnet eines der größten Sorgenkinder der letzten Jahre mit dem so wichtigen Ausgleich vergoldete. Weiterlesen

Magath und die Heimatstadt


Veröffentlicht am 17. März 2015

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Herr Magath, wie lange ist denn Ihr letztes Bier im Schlappeseppel her?
Felix Magath: Das ist leider schon zu lange her. Weil der Schlappeseppel immer so voll ist. Aber wenn die sich mal überlegen, in München einen Laden aufzumachen, dann wäre ich da sicherlich Stammgast.

Es ist in letzter Zeit ruhiger um Sie geworden. Was machen Sie so?
Magath: Ich bin vielleicht nicht mehr so im Blickpunkt, aber trotzdem noch viel unterwegs. Mal in Berlin und mal in Hamburg, Außerdem habe ich endlich mal ein Privatleben. Unternehme viel mit meiner Frau und meinen Kindern. Langweilig ist mir also noch nicht.

Wie sieht es mit Hobbies bei Ihnen aus? Die meisten Fußballer golfen…
Magath: Ich bin auf jeden Fall kein Golfer. Letztens habe ich mir einen Tennislehrer geleistet, der mir schon viel beigebracht hat und ich bin zufrieden mit meinen Fortschritten. Es wird nicht mehr zum Profi reichen, aber bei den Ü60 greif ich noch mal an. Weiterlesen

Wo gibt es die schönsten Wälder?


Veröffentlicht am 15. November 2013

Spessart

Spessart 

„Ich komme aus Aschaffenburg – da fällt die Antwort leicht: natürlich im Spessart! Ich mag einfach das Mittelgebirge, es geht rauf und runter, ich mag die Hügel hier, man kann ein bisschen in die Ferne sehen, aber auch nicht zu weit. Und die Mischwälder im Spessart sind natürlich auch wunderschön. Die Laubbäume, die Buchen, die Eichen, die Jahrhunderte alt sind, das ist wunderschön, besonders im Herbst, da kann ich mir fast nichts Schöneres vorstellen. Der Begriff Heimat hat viel mit Kindheitserfahrungen zu tun. Und als Kind bin ich ganze Nachmittage lang alleine durch die Wälder am Stadtrand von Aschaffenburg gezogen.“

(Felix Magath, Magazin Der Spessart, November 2013)

Entdecker, Förderer, Freund


Veröffentlicht am 10. Oktober 2013

„Felix war von jeher ein absoluter Ausnahmespieler. Ich kenne seine Familie, wir haben einen guten Kontakt. Felix ist auf dem Teppich geblieben. Jedes Jahr trifft er sich einmal mit seiner ehemaligen Mannschaft Turnverein 1860 Aschafffenburg (TVA). Dann ist er ganz der Alte.“

(Alexander Petschner, Jugendtrainer von Felix Magath, main-netz, 6. September 2010)

„Ich hätte lieber alles gewonnen“


Veröffentlicht am 19. August 2013

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Karriere
„Nach meiner ersten Karriere als Spieler habe ich die zweite Karriere als Trainer gemacht und bin am überlegen, ob es Zeit für eine dritte Karriere ist oder ob ich die Trainerkarriere noch fortsetze. Bei dieser Entscheidung will ich mir Zeit lassen, aber natürlich bin ich offen für interessante Möglichkeiten. Sicher ist: Ich will noch was machen! Das Fußballgeschäft boomt und es gibt um den Fußballsport so viele Möglichkeiten.“

HSV
„Ich habe versucht, im Frühjahr hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wer da welche Entscheidungen trifft – das war mir aber nicht möglich. Momentan ist das Bild, das der HSV in der Öffentlichkeit abgibt, nicht so schön. Natürlich ist der HSV der Verein, der mir am nächsten steht. Dort war ich zehn Jahre als Spieler, habe große Erfolge gefeiert. Wenn man zehn Jahre bei einem Verein ist, hat man schon was hinterlassen und ist emotional anders gebunden.“

Bayern
„Guardiola hat eine undankbare Aufgabe übernommen. Sie wissen, wie unsere Gesellschaft ist: Es wird nicht zurückgeschaut, sondern nur noch beurteilt, was man macht. Er kann nur gleich gut sein wie Heynckes, weil der alles gewonnen hat und die Chance, dass er weniger erreicht, ist groß. Für mich war Bayern eine schöne Station, wir haben zwei Mal das Double gewonnen.“

Viktoria Aschaffenburg
„Die Viktoria liegt mir auch am Herzen. Ich habe dort gespielt, 21 Jahre in Aschaffenburg gelebt, bin dort aufgewachsen und eine sehr schöne Zeit gehabt. Ich würde mich freuen, wenn die Viktoria richtig auf die Beine käme. Auch dort ist es aber schwer zu durchschauen, wer was macht, wo das Geld herkommt und wie viel gebraucht wird. Vom Potential könnte die Viktoria zwei Klassen höher spielen, denn gute Fußballer gab es in und um Aschaffenburg schon immer. Bei solchen Teams spielt sich aber immer viel Politik ab und es wird nicht immer miteinander gearbeitet, so dass die Vereine dann meist nicht erfolgreich sind.“

Klischees
„Mit dem Namen „Quälix“ kann ich mich gut anfreunden, weil ich Asterix-Fan bin und nix gegen diese Wortspiele habe. Dennoch ist es falsch, mich darauf zu reduzieren, dass ich nichts könnte als Konditionstraining. Das waren vielleicht 20 bis 30 Prozent des Trainings und davon 5 Prozent mit einem Medizinball. In der Öffentlichkeit wurde das genau andersherum dargestellt. Ich vertrete bis heute die Meinung, dass Fitness eine Grundvoraussetzung ist, um im Mannschaftssport erfolgreich zu sein. Dann ist die Frage, was man als Erfolg ansieht. Ich sage: Ich will 1. werden, Meister werden und nicht im Mittelfeld landen. Leider gibt es viele, die schon mit kleinen Erfolgen zufrieden sind und das ist nicht meine Welt. Was die Transferpolitik angeht, da könnte ich mich totlachen. Das wurde zum Beispiel auf Schalke stark kritisiert. Komischerweise ist Schalke, seit ich dort war, unter den ersten fünf der Tabelle zu finden. Ich bin sicher, wenn man mir gefolgt wäre und Manuel Neuer nicht nach München verkauft hätte, wäre Schalke Deutscher Meister geworden. Ähnlich war das in Wolfsburg. Als ich zum zweiten Mal dort war, hatte man den besten Stürmer und den besten Abwehrspieler verkauft. In anderthalb Jahren hat man da aus einer Meistermannschaft einen Abstiegskandidaten gemacht. Dass man damit nicht so erfolgreich sein kann, dass müsste jeder wissen.“

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Berufseinstellung
„Ich wäre lieber zwei Mal Weltmeister als zwei Mal Vize-Weltmeister geworden. Genauso bin ich ja noch drei Mal Vize-Meister geworden als Spieler, das hätte ich auch gerne in Meisterschaften umgewandelt. Auch als Trainer mit Stuttgart und Schalke, als ich zweiter wurde, wäre ich lieber Meister gewesen. Aber ich ärgere mich nicht darüber – es waren auch große Leistungen und freue mich, dass ich so erfolgreich arbeiten konnte. Ich hätte lieber alles gewonnen, aber das geht natürlich nicht. Die größten Erfolge waren die Meisterschaft in der B-Klasse mit dem TV 1860 Aschaffenburg – das haben wir auch gebührend gefeiert. Dann der Europapokal-Erfolg mit dem HSV gegen Juventus Turin und die Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg, einer Mannschaft, die vorher um den Abstieg gespielt hatte. Ich unterscheide auch in meiner Rolle als Trainer und Spieler. Als Trainer ist der Wechsel nach zwei bis drei Jahren das Normale und die Bindung nicht so eng. Zu den anderen Teams habe ich auch eine Bindung, weil ich mich immer voll mit den Vereinen identifiziert habe. Ich bin froh, dass ich mich überall, wo ich war, sehen lassen kann. Alle meine Teams waren in einer besseren Situation, als ich gegangen bin, als bevor ich hinkam.“

Brillen und Schach
„Das mit dem Brillenträger sehe ich als Spielerei. Ich freue mich, dass ich ausgewählt wurde, aber Stolz ist das falsche Wort. Auch beim Schach, dass der Herr Kasparov mich so lange mitspielen ließ. Da mache ich mir keine Illusionen über meine Spielstärke. Ich spiele aber gerne Schach, weil ich das nach Fußball als das zweitschönste Spiel erachte. Und natürlich war es mir eine Ehre, mal mit einem Weltmeister am Tisch zu sitzen.“

Heimat Aschaffenburg
130819_FelixMagath_PS„Selbstverständlich habe ich noch Kontakt, bin auch ab und zu da. Dass mein ehemaliger Jugendtrainer Alexander Petschner und die Meistermannschaft von TVA mich immer wieder besucht haben und einen schönen Abend mit mir verlebt haben, ist bekannt. Und das wollen wir auch weiterhin machen. Ich habe dort noch viele Freunde, gerade aus Aschaffenburg kamen sehr viele Glückwünsche zu meinem 60. Geburtstag – auf diesem Wege ein recht herzliches Dankeschön dafür! Ich fühle mich in Aschaffenburg wohl und bin gerne dort.“

(Felix Magath, Auszüge aus einem Interview mit Primavera24 aus Aschaffenburg, 11. August 2013)

Felix Magath


Veröffentlicht am 19. April 2013

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Eine Karriere
Fußballer, Trainer, Manager
Jahrgang 1953 / Geburtsort: Aschaffenburg
Nationalmannschaft
43 Spiele (3 Tore); 2x WM-Teilnahme, 1x EM-Teilnahme
Vereine als Spieler
Victoria Aschaffenburg, 1. FC Saarbrücken, Hamburger SV (426 Spiele, 84 Tore)
Erfolge
Europapokal der Landesmeister: 1983 (Finaltorschütze)
Europapokal der Pokalsieger: 1977 (Finaltorschütze)
Deutscher Meister: 1979, 1982, 1983
Vizeweltmeister: 1982, 1986
Europameister: 1980
Vereine als Trainer und Manager
1. FC Saarbrücken, KFC Uerdingen, FC Bremerhaven, Hamburger Sportverein, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, FC Bayern München, FC Schalke 04, VfL Wolfsburg, Fulham FC, Shandong Luneng
Erfolge
Deutscher Meister: 2005, 2006, 2009
Deutscher Pokalsieger: 2005, 2006
Ligapokalsieger: 2004
UI-Cup-Gewinner: 2002
Auszeichnung zum Trainer des Jahres: 2003, 2005, 2009
Soziales Engagement: Vorsitzender Stiftungsrat Phytokids Stiftung,
„Ein Herz für Kinder“
Hobbies: Schach, Kriminalliteratur, Laufen, Tee
Ehrenmitgliedschaft: Hamburger Sportverein