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Otto Rehhagel, pur und unverstellt


Veröffentlicht am 9. August 2013

„Modern spielt, wer gewinnt.“

„Meine Nationalmannschaft, das sind alles gute Jungs. Früher hat jeder gemacht, was er wollte. Jetzt macht jeder, was er kann. Ich bin der Chef, das ist doch klar.“

„Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe eine demokratische Diktatur eingeführt.“

„Es gibt den Spruch: Man spielt nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Wir haben es nicht zugelassen.“

„Ich glaube, ich kann mit meinem Auto in Athen jetzt wieder die Busspur benutzen.“

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„Wenn wir zweimal gewinnen, wollen sie gleich Europameister werden, und wenn wir zweimal verlieren, wollen sie sich gleich ins Meer stürzen.“

„Wir haben den Franzosen das angeboten, was sie noch nicht kannten. Wir sind näher ran gegangen an die Leute.“

„Du musst als Trainer genug verdienen, um mit 50 in der Klapsmühle erster Klasse liegen zu können.“

„Ich bin ein erfahrener Cowboy, mir pinkelt keiner in die Satteltasche.“

„Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

„Modern spielt, wer gewinnt.“

(Otto Rehhagel)

Athen


Veröffentlicht am 22. Mai 2013

„Als ich 1983 mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister gewonnen habe, waren wir krasser Außenseiter. Als ich mit meinen Mannschaftskameraden am Morgen vor dem Finale gegen Juventus Turin auf dem Golfplatz zusammen saß, sahen wir den einen oder anderen Flieger nach Athen reinkommen. Die meisten waren von Alitalia und nicht von Lufthansa. Dementsprechend waren unsere Fans auf den Rängen im Stadion in Unterzahl.

Trotzdem haben wir unsere Rolle gut ausgefüllt. Neben den Ausnahmespielern Platini und Boniek hatte Juventus sechs Spieler in der Mannschaft, die im Jahr zuvor in Spanien Weltmeister geworden waren. Man hat gemerkt, dass die Italiener siegessicher waren. So haben sie die Partie dann auch begonnen. Wir waren zum Glück respektlos genug, um das Spiel selbst zu machen. Unser Trainer Ernst Happel war aufgrund seiner Persönlichkeit bei uns Spielern akzeptiert. Es war klar, dass seine Vorgaben auch umgesetzt werden. Turin hat Manndeckung gespielt. Es war eine taktische Finesse von ihm, unseren linken Außenstürmer Lars Bastrup auf die rechte Seite zu schicken und so Außenverteidiger Gentile mitzuziehen. imago07686898m_cBernd Wehmeyer und ich haben über links angegriffen. Über diese Seite ist ja dann auch mein Tor in der achten Minute gefallen. Als ich gemerkt habe, dass der Ball drin ist, dachte ich: Mist, das war zu früh. Torwart Dino Zoff hatte keine Chance. Dafür war der Schuss in den Winkel zu glücklich. Es war eine Notlösung, weil keine Anspielstation da war. Siegessicher war ich erst, als der Schiedsrichter abgepfiffen hatte. Im Anschluss war die Nacht ziemlich kurz. Wenige Spieler haben ausreichend Schlaf bekommen, um am nächsten Tag fit für den Empfang in Hamburg zu sein.

Am Samstag ist Borussia Dortmund der Außenseiter und müsste es nur so machen, wie der HSV damals. Aber ich bin neutral und freue mich auf ein super Spiel. Der FC Bayern ist Favorit. Sie haben nicht nur eine überragende Bundesliga-Saison gespielt, sondern auch die Champions League dominiert. Ich freue mich für Jupp Heynckes, dass er zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere so einen Riesenerfolg hat.“

(Felix Magath, Gastkolumne auf sport1.de, 21. Mai 2013)

HSV – Triumph vor 30 Jahren


Veröffentlicht am 21. Mai 2013

„Fantastico Gol, forza Magath!“

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Michel Platini schritt, eine Mischung aus französischer Präsident und italienischer Feldherr, über den Rasen des Olympiastadions zu Athen, als gelte es die Champions League-Trophäe ohne Spiel und Aufwand gleich mitzunehmen. In feinem Zwirn und teuren Schuhen gewandet, nahm er den Rasen so beiläufig ab wie sein Blick unbeteiligt über die HSVler in ihren Trainingsanzügen glitt. Auch Felix Magath schenkte er keine größere Beachtung, dieser allerdings prägte sich nicht nur jeden Grashalm, sondern auch die Gesten und Gesichter der Konkurrenz ein. Sein Trainer Happel hatte ihm und einigen ausgewählten Spielern vor wenigen Stunden etwas mit auf den Weg gegeben, „konzentriert euch“. Magath nahm seinen Trainer beim Wort. Der Angstschweiß vom Mittagsschlaf war vergessen, die unbesiegbare Juventus-Startruppe auch nur eine Mannschaft. Aber was für eine! Im Tor eine lebende Legende, Dino „Nazionale“ Zoff, an seiner Seite eine Garde Weltmeister, Tardelli, Scirea, Rossi, Cabrini und Gentile, außerdem die beiden Weltklassespieler Boniek und Platini. Wie konnte man denen ans Leder? Happel: „Die Italiener haben das Spiel schon abgehakt. Die sind sich zu sicher.“ Weiterlesen