Schlagwort-Archive: Augen

Kreisliga


Veröffentlicht am 13. November 2015

„Wer sich über eine WM im Winter beschwert, hat nie ein Kreisligaspiel im Januar gesehen: Der Kaffee ist kalt, das Bier gefroren und der Nebel so dicht, dass man nicht einmal die gegenüberliegende Eckfahne sieht. Da verbrüdert sich das Publikum aus erfolgshungrigen Eltern und grummeligen Rentnern gegen den Schiedsrichter, der wahlweise „voll Panne“ ist oder einfach „keine Augen im Kopf“ hat und eh die größte Pfeife seit Menschengedenken ist. In der Kreisliga geht es nicht ums Zaubern, sondern ums Kämpfen.“

(„Fußball extrem“, Wochenzeitung „Freitag“, 18. März 2015)

Schade!


Veröffentlicht am 21. September 2015

„Isoliert betrachtet sage ich: schade! Allein an Lucien Favre ist die aktuelle Lage nicht festzumachen. Ich war mir sicher, dass er mit der Unterstützung des Vereins die Situation in den Griff bekommen hätte. Aber seine Entscheidung gilt es zu respektieren. Vielleicht war auch etwas anderes faul in der Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer und der Borussia. Was in meinen Augen überhaupt nicht sauber war, ist die Art und Weise seines Abgangs. Der Weg, seinen Rücktritt ohne Rücksprache mit dem Verein zu verkünden, war falsch. Damit hat Favre den Verein, der mit ihm durch die Krise gehen wollte, in eine schwierige Situation gebracht und die Verantwortlichen brüskiert. Das ist nicht in Ordnung!“

(Felix Magath, Kolumne, tz München, 21. September 2015)

Eldorado und Monopoly


Veröffentlicht am 12. September 2015

„Millionen Euro wechseln in den letzten Augusttagen die Besitzer, dass ein Vergleich jedem Pferdemarkt spotten würde. Am letzten Tag, ja in den letzten Stunden vor Transferschluss vermeldete der Fußball fast mehr Transfers als in der gesamten Sommerpause – darunter die zwei Weltmeister Julian Draxler und Kevin Großkreutz. Leidtragender dieser Broker-Mentalität: die Vernunft. Auf den Bildern, auf denen Verträge unterschrieben und Trikots in die Kamera gehalten werden, kriecht manchem die Gier aus den Augen. Es ist ein Eldorado für Berater, Manager und sonstige Kickback-Jäger. Vielerorts hört und liest man nun, dass die turbokapitalistischen Exzesse dieser Tage und die Debatten, ob De Bruyne zehn, 20 oder 100 Millionen verdient, dem Fußball schaden würden. Dass die Blase platzt. Dass die Moral siegt. Dass Karl Marx gewinnt. Manche Fans stört dieses Monopoly tatsächlich, zumindest sagen sie das jetzt. Wer hält die Wette? Die Fans werden nicht weniger, sie werden auch nicht leiser jubeln oder weniger twittern als zuvor. Ihnen ist egal, ob an den ohnehin schon obszönen Zahlen noch eine Null dranhängt. Hauptsache, der Ball liegt im Tor.“

(Die Zeit, Online, 1. September 2015)

Von Champion zu Champion


Veröffentlicht am 3. März 2015

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„Man kann seinen Beitrag gar nicht hoch genug einschätzen, er hat sehr, sehr viel für das Schachspiel getan. Was Fischer in den 60er-Jahren, Anfang der 70er-Jahre für das Schach geleistet hat, war revolutionär. Er hat das Schachbrett neu erfunden, er hat dem Schach in den Augen vieler Leute ein Gesicht gegeben. Er war ein Mann, der sich voll dem Schach hingegeben und damit auch das Interesse vieler Millionen Menschen auf das Schachspiel gerichtet hat. Ich habe damals schon Schach gespielt. Ich war acht, neun Jahre alt, als Fischer international triumphale Erfolge hatte. Wir haben das alle mit Spannung verfolgt und begriffen, dass da etwas Neues im Schach passiert.“

(Garri Kasparow, Interview, Welt am Sonntag, 20. Januar 2008)

Halbfinale winkt


Veröffentlicht am 8. April 2014

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Rückspiele im Viertelfinale – Champions League biegt auf die Zielgerade

Paris Saint-Germain hat für den Aufmerker gesorgt, ein Sieg, zwei Tore Vorsprung und Chelsea ruhmlos zurück nach London. Sicher die Überraschung der Hinspiele, wenn auch keine Sensation. PSG-Trainer Laurent Blanc hat ein Team mit Ambitionen und Eigentümer, die – wie Roman Abramowitsch – alles möglich machen. Am Ende kritisierte José Mourinho die Abwehrleistung seiner Chelsea-Elf nicht, er fand nur Spott und das Defensivverhalten „lächerlich“, was wesentlich schlimmer als sein Zorn. Im Stadion saß Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari, der sich die Augen gerieben haben muss. In Chelseas Mannschaft liefen immer noch Spieler auf, die er in seiner Amtszeit 2008/2009 ausmustern wollte, weil sie ihren Zenit überschritten. Die Macht dieser Spieler – so stark wie in keinem Club der Welt – ließ damals kein frisches Blut für Chelsea zu, brachte vielmehr Scolari um seinen Job. Mourinho ist stark und gefestigt, wird sich zum Saisonende sicher auch von einigen Instanzen trennen, den Neuanfang intensivieren. Mit Zlatan Ibrahimović fehlt PSG die personifizierte breite Brust, man fährt dennoch selbstbewusst an die Stamford Bridge. Laurent Blanc weist immer darauf hin, PSG ist viel mehr als Zlatan Ibrahimović. Ob dem wirklich so ist, man wird es erleben. Die Cavani, Motta oder Thiago Silva haben jedenfalls eine Menge Fußball drauf, sind hungrig auf den Schritt ins Halbfinale, können es auch schaffen. Wie viel Appetit die Chelsea-Stars noch entwickeln, um gegenzuhalten, es wird sich zeigen. Aufgabe wird José Mourinho nicht dulden. Weiterlesen