Schlagwort-Archive: Ausbildung

Zwei Profis = eine Meinung


Veröffentlicht am 27. September 2015

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„Im Moment kommt eine Schwemme von Trainern auf den Markt, immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde. Die haben nie selbst oben gespielt und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt. Sie denken an Spitzenfußball, haben ihn aber selber nie erlebt. Das geht schon in der Ausbildung zum Fußballlehrer beim DFB los. Ich habe es ja erlebt. Je mehr ich die Kandidaten beobachtet habe, die mit Bestnoten abschließen, die dieses typische Kursbestergesicht haben und die Kursinhalte aufgesogen haben, desto mehr sträuben sich mir die Nackenhaare. Bei denen ist Taktik oberstes Gebot, das sind Laptop-Trainer.“
(Mehmet Scholl, Interview Der Spiegel, Ausgabe 37/2015)

„Es ist immens wichtig, als Trainer nicht nur in einer Amateurmannschaft gespielt zu haben, sondern auf höchstem Niveau. Denn das Umfeld Bundesliga ist extremst schwierig, das Geschäft muss man kennen. Darum hat Mehmet Scholl Recht. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass er ohne Probleme erfolgreich in der Bundesliga arbeiten würde, wenn er nur wollte.“
(Felix Magath, Interview SportBild, Ausgabe 39/2015)

Vier argentinische Trainer im Copa-Halbfinale


Veröffentlicht am 30. Juni 2015

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„In Argentiniens Fußball-Umfeld zu überleben, ist eine permanente Feuerprobe. Dieses enorme Anforderungsniveau bringt mit sich, dass man, wenn man dieses Examen übersteht, alle Beglaubigungen hat, um überall auf der Welt zu arbeiten.“

(Carlos Bianchi, Trainer Boca Juniors, Süddeutsche Zeitung, 29. Juni 2015)

„So schnell wie möglich Ruhe“


Veröffentlicht am 27. Februar 2015

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Wolfgang Hesl im Interview

Bei der Spielvereinigung Greuther Fürth steht der Kapitän zwischen den Pfosten. Wolfgang Hesl ist in seiner dritten Saison beim Kleeblatt ein echter Führungsspieler, ein sicherer Rückhalt und für viele seiner jungen Mitspieler eine wichtige Stütze. Der gebürtig aus Nabburg in der Oberpfalz stammende Schlussmann kam im Sommer 2012 von Dynamo Dresden an den Ronhof, spielte zuvor für den österreichischen Bundesligisten SV Ried und den Hamburger SV. Beim 7:0-Sieg über den Karlsruher SC wurde Hesl am letzten Spieltag der Saison 2007/08 eingewechselt und feierte mit der Raute auf der Brust sein Bundesliga-Debüt. In seiner Fürther Premierensaison konnte er den Abstieg aus dem Oberhaus zwar nicht verhindern, beinahe wäre im letzten Jahr jedoch eine schnelle Rückkehr geglückt. Nur aufgrund der Auswärtstorregel scheiterte Greuther Fürth in der Relegation mit viel Pech ausgerechnet am HSV. Die laufende Spielzeit indes entwickelte sich für die Spielvereinigung trotz des vielversprechenden Auftakts und des spektakulären 5:1-Derbysiegs über den 1. FC Nürnberg zu einer schwierigen Runde, derzeit belegt die Mannschaft mit 27 Punkten aus 22 Spielen Tabellenplatz 13 und ist längst nicht von allen Sorgen befreit. Seit Beginn der Woche heißt der neue, alte Trainer der Weiß-Grünen Mike Büskens, Frank Kramer wurde durchaus überraschend nach vier Punkten aus den letzten beiden Spielen von seinen Aufgaben entbunden. Wolfgang Hesl bleibt dennoch ein Ruhepol, einer der nicht mit markigen Sprüchen daherkommt, vielmehr sachlich und in aller Deutlichkeit die richtigen Dinge anspricht. Im Interview mit Magath & Fußball spricht der sympathische Torhüter über den Trainerwechsel, einen Kindheitstraum sowie über die Zeit nach seiner Profikarriere – und berichtet außerdem von einer einschneidenden Veränderung: Seit Anfang Januar ist Wolfgang Hesl stolzer Familienvater. Weiterlesen

Das „schöne Wort“ Ballbesitz


Veröffentlicht am 19. Oktober 2013

„Die deutschen Teams zeichneten sich immer dadurch aus, dass sie mit größerem Einsatzwillen zu Werke gingen als andere. Aber seit ein paar Jahren haben wir ein Umdenken. Das drückt sich auch in der Nationalmannschaft aus. In der Ausbildung junger Spieler haben wir andere Prioritäten gesetzt. Heute wird überwiegend das taktische Verhalten geschult – individuelle Fähigkeiten werden nicht mehr gefördert. So haben wir in der Liga das Bild, dass sich viele Spiele ähneln. Dass beispielsweise das schöne Wort Ballbesitz immer wichtiger wird. Dabei wird der Ball im Grunde jedoch nur noch weitergeschoben. Deshalb glaube ich auch, dass wir den Höhepunkt schon erreicht haben – was die Qualität der Liga betrifft.“

(Felix Magath, Interview mit Stuttgarter Zeitung, 18. Oktober 2013)

Rasenschach


Veröffentlicht am 19. April 2013

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„Fußball ist das schwierigste Spiel. Viel schwieriger als Schach. Weil es eben so komplex ist und weil es zu viele Faktoren gibt, die das Spiel beeinflussen, nicht nur physische. Die Trainer haben alle eine ähnliche Ausbildung. Trotzdem sieht jeder Trainer das Fußballspiel anders und gewichtet anders. Mit modernen Methoden habe ich mich schon vor zehn Jahren beschäftigt. Ich habe mir das Spiel auch von einer Firma aufnehmen lassen. Nach meinen Vorstellungen. Aber ich brauche keine Laufstrecken und Abmessungen. Ich lege halt auf andere Dinge wert.“

(Felix Magath, Interview Die Zeit, 3. August 2011)