Schlagwort-Archive: Autostadt

Zweimal Gruppensieg, zweimal Enttäuschung


Veröffentlicht am 10. Dezember 2015

imago22103358m_c

Durchwachsenes Bundesliga-Ergebnis in der Champions League

In Europas prestigeträchtigstem Wettbewerb ging in dieser Woche die erste Halbserie zu Ende. Für die Bundesliga zeichnete die Champions League Saison bislang ein unstetes Bild. Dass der FC Bayern München zum sechsten Mal in Serie als Gruppenerster ins Achtelfinale einzieht, ist zwar längst keine Selbstverständlichkeit, durfte aber dennoch erwartet werden. Der abschließende 2:0-Sieg bei Dinamo Zagreb, sichergestellt durch einen Doppelpack von Robert Lewandowski nach der Pause, bedeutete obendrein einen neuen Rekord: 15 Punkte aus sechs Begegnungen lieferten die Bayern bereits mehrfach, nie jedoch war das Trefferverhältnis von 19:3 Toren ein besseres. Gleichzeitig durfte Pep Guardiola in seiner 80. Partie in der Königsklasse seinen 50. Dreier bejubeln – kein Trainer benötigte bislang weniger Partien als der Katalane, um diese Marke zu erreichen. Während der Rekordmeister seine Pflichtaufgabe also mit Auszeichnung erfüllte, sorgte der VfL Wolfsburg für eine große Überraschung. Erstmals in seiner Klubhistorie zählt der DFB-Pokalsieger aus der Autostadt in der Champions League zu den besten 16 Mannschaften. Der verdiente 3:2-Erfolg über Manchester United war dabei aus vielerlei Gründen besonders wertvoll: zum einen sorgte er natürlich dafür, dass die Wölfe es den Bayern gleichtaten und sich letztlich in souveräner Manier vor dem PSV Eindhoven den Gruppensieg sicherten. Zum anderen bedeutete der Sieg über die Engländer aber auch eine späte Genugtuung, scheiterten die Grün-Weißen doch bei ihrem ersten Champions League Anlauf in der Saison 2009/10 noch am Dreifachtorschützen Michael Owen im United-Trikot, das allerdings längst nicht mehr jenen Glanz versprühen mag, wie noch zu Sir Alex Fergusons Zeiten und im Frühjahr 2016 nun durch die Europa League getragen wird. Nicht zuletzt hätte der Zeitpunkt des Wolfsburger Durchbruchs auf internationaler Bühne für den angeschlagenen Volkswagen Konzern kaum besser gewählt werden können. Weiterlesen

Schwarz-Gelbe Flut an der Spree


Veröffentlicht am 30. Mai 2015

imago10568748m_c

BVB mit Heimspiel im Pokalfinale

Die 72. Auflage des DFB-Pokalendspiels sieht im Berliner Olympiastadion den Publikumsmagneten Borussia Dortmund und den scheckbuchgestärkten VfL Wolfsburg aufeinandertreffen. Das geschichtsträchtige Stadion wird dabei in einem schwarz-gelben Meer zur verlängerten Außenstelle des Signal Iduna Parks. Der grün daherkommende, frisch gebackene Vizemeister vom Mittellandkanal wird dennoch wegen der abgelaufenen Saisonleistung als leichter Favorit in die Partie gehen. Zu gerne würde der VW Konzern der 2009 erspielten Magath-Meisterschale neues Siegermetall an die Seite geben. Sicherlich nicht finanziell, aber immer noch sportlich kann der BVB natürlich in einem Spiel mit den Autobauern mithalten. In Sachen Fans spielt man in einem völlig anderen Universum. Borussia Dortmund hat auch in Berlin große Scharen von Anhängern, selbst im Reichstag unter den Abgeordneten gibt es längst die „Bundestagsborussen“. Wolfsburg-Fans sind außerhalb der eigenen Stadtmauer und des Werksgeländes von VW schwerlich mit der Lupe zu finden. Man erwartet dagegen um die 80.000 BVB-Fans in der Bundeshauptstadt. Das Plus der Kehlen, Hände und Herzen liegt am Samstag also eindeutig beim Verein aus der Ruhrmetropole. Die aus Dortmund und ganz Deutschland anreisenden Schwarz-Gelben werden sich mit den Borussen-Fans vor Ort mischen und Berlin einen Tag okkupieren. Der letzte Einsatz von Jürgen Klopp als Borussen-Trainer, der bei ihm immer auch Auftritt, wird ein Übriges tun und noch den letzten BVB-Fan mobilisieren. Bevor die Pöhler-Mütze endgültig an den Nagel der Fußballgeschichte gehangen und ihr Träger zu neuen Ufern aufbricht, möchte das Meer von Borussen-Fans an den heimischen Borsigplatz zurückschwappen, den DFB-Pokal in Händen ihrer Idole sehen und ihren Lieblingstrainer tränenreich verabschieden. VW würde dem geplanten Spektakel wohl liebend gerne mit einem Autokorso in der Autostadt einen Strich durch die Rechnung machen. Egal wer den Pott final in seinen Händen hält, möge die Hawk-Eye-Premiere in einem DFB-Pokalfinale die Chance auf einen gerechten Sieger erhöhen und kein Bayern-Dusel dieses Spiel entscheiden. Auf denn, zum Feste!

Redaktion Magath & Fußball