Schlagwort-Archive: Beckenbauer

„Fußballhelden sind auch nur Menschen“


Veröffentlicht am 19. Oktober 2015

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TV-Moderator Markus Lanz im Interview

Er ist ohne Frage eines der prägenden Gesichter der modernen deutschen Fernsehunterhaltung. Von seinen Anfängen als Volontär bei Radio Hamburg, über seine Zeit als Nachrichtenmoderator bei RTL Nord, bis hin zu seinem endgültigen Durchbruch als Moderator und Redaktionsleiter des RTL-Magazins „Explosiv“ hat sich Markus Lanz in der Fernseh- und Medienlandschaft unserer Zeit einen Namen gemacht. Seit 2009 ist der gebürtig aus dem italienischen Bruneck stammende 46-Jährige im ZDF mit einer eigenen Talkshow unterwegs, moderierte unter anderem zwischen 2012 und 2014 die beliebte Samstagabendshow „Wetten, dass…?“. Im Interview mit Magath & Fußball spricht Markus Lanz über seine Herkunft, viele besondere Momente seiner Berufskarriere und seine Leidenschaft für den Sport und den Fußball. Weiterlesen

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen

Der Jugend ihren Lauf!


Veröffentlicht am 19. Juni 2014

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„Ich habe keine Angst, der Jugend eine Chance zu geben. Denken wir zurück an 1958 als Pelé auf der Szene erschien, ein 17-Jähriger. Er kam, um den Fußball zu erobern und wurde einer der besten, wenn nicht der beste und berühmteste Fußballer aller Zeiten. Als er 1958 nach Schweden kam, war er nicht einmal in Brasilien bekannt. Einen Monat später war er ein Superstar und wurde von da an ein immer noch größerer Superstar. Die WM-Geschichte lieferte genügend andere Beispiele. Maradona war sehr jung, als er anfing für Argentinien zu spielen. Auch Beckenbauer und Cruyff waren schon in jungen Jahren große Fußballer.“

(Roy Hodgson, Nationaltrainer England, WM Brasilien, 14. Juni 2014)

Der kompletteste Spieler


Veröffentlicht am 30. Mai 2014

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„Di Stéfano, da gibt es keinen Zweifel. Cruyff, Beckenbauer, Pelé, Maradona, Charlton, Eusébio …, wir alle waren auf einer Stufe. Doch di Stéfano spielte in einer anderen Liga. Er war der kompletteste Spieler, den es im Fußball je gegeben hat.“

(Eusébio, Diario de Notícias, 2005)

Monty Python mit Philosophen am Ball


Veröffentlicht am 15. Dezember 2013

Diese Partie hat wohl nie stattgefunden

Der Engländer leidet am Fußball, aber er kann auch trefflich drüber lachen. Was den Deutschen Loriot, ist den Briten bis heute die Truppe von Monty Python. Der Preuße und die Engländer fuhren dem Spießer nicht mit kalter Grausamkeit ins Genick sondern schlugen lieber die Trommel der feinen Ironie, getreu dem Tucholsky-Motto „Satire darf alles“. Was dem einen der „Kosakenzipfel“ war den anderen ihr „Brian“. Ein grandioser und unvergessener Sketsch der Komikertruppe Monty Python ist ihr berühmtes „Fußballspiel der Philosophen“*. Im Olympiastadion zu München trafen sich im Jahre 1972 Geistesriesen zum finalen Duell* der Denker. Das deutsche Nationalteam tritt an gegen die griechische Nationalmannschaft. Im Vorfeld der Partie hat es Gerüchte über Spannungen innerhalb der deutschen Mannschaft gegeben, Bundestrainer Martin Luther konnte diese im Vorfeld aber ausräumen. Das deutsche Team läuft in Bestbesetzung mit folgender Startformation auf: Gottfried Leibniz – Immanuel Kant, Georg W. Hegel (Kapitän – worüber Kant empört.), Arthur Schopenhauer, Friedrich Schelling – Franz Beckenbauer, Karl Jaspers – Friedrich Schlegel, Ludwig Wittgenstein, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger. Die Nominierung von Franz Beckenbauer irritiert Experten wie Fans und den Kaiser selbst, Karl Marx muss für ihn auf die Bank. Besonders angespannt scheint Nietzsche, der in den letzten vier Spielen bereits drei Gelbe Karten kassierte. Weiterlesen

Raymond, der Hexenmeister


Veröffentlicht am 5. November 2013

Belgischer Trainer holt ersten Champions League Titel

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Wegen seines leidenschaftlichen Konsums von Zigaretten und einem lebenslangen Faible für Trenchcoats hätte man ihn mit Humphrey Bogart verwechseln können. In Belgien nannten sie ihn auch „Raymond, der Anarchist“ oder „Raymond, der Magier“. Wegen seines zerknautschten Auftretens hatte er früh den Spitznamen Columbo weg. Der Vergleich mit dem legendären TV-Inspektor amüsierte ihn ein Leben lang. Einer der am Ende jeden Fall aufklärt und noch als Gewinner die Szene verlässt war nach seinem Geschmack. Der Belgier Raymond Goethals, geboren am 7. Oktober 1921 in Brüssel und dort am 6. Dezember 2004 auch gestorben, gewann als erster Trainer die neu geschaffene Champions League, da war er bereit 72 Jahre. Im ersten Endspiel dieser Art, nach Abschaffung des Europapokals der Landesmeister, besiegte Goethals Team Olympique Marseille 1993 im Münchner Olympiastadion den AC Milan mit 1:0. Das Ereignis inzwischen historisch. Weiterlesen

„I am not happy, but I am content“


Veröffentlicht am 22. August 2013

Die außergewöhnliche Spielerkarriere des Horst Blankenburg

30. Mai 1973: Horst Blankenburg (Bildmitte) hat hier gerade mit Ajax Amsterdam den Europapokal der Landesmeister gewonnen. Im Finale wurde Juventus Turin 1:0 bezwungen. Links von Blankenburg sind Trainer Ștefan Kovács und Mittelfeldmann Gerrie Mühren zu sehen. Rechts Finaltorschütze Johnny Rep und Blankenburgs Abwehrkollege Barry Hulshoff.

30. Mai 1973: Horst Blankenburg (Bildmitte) hat hier gerade mit Ajax Amsterdam den Europapokal der Landesmeister gewonnen. Im Finale wurde Juventus Turin 1:0 bezwungen. Links von Blankenburg sind Trainer Ștefan Kovács und Mittelfeldmann Gerrie Mühren zu sehen. Rechts Finaltorschütze Johnny Rep und Blankenburgs Abwehrkollege Barry Hulshoff.

„Nicht glücklich, aber zufrieden“, die Lebensbilanz, in einem englischen Porträtinterview über Horst Blankenburg, persönlich von ihm geäußert, fällt nüchtern aus. In Deutschland ist er fast vergessen, bei Ajax Amsterdam verehrt man Horst Blankenburg noch heute als Abwehrchef der größten Mannschaft in der Geschichte des Vereins. Johan Cruyff sagte einst über Horst Blankenburg: „Als Libero ist er noch besser als Franz Beckenbauer.“ Hennes Weisweiler sah in ihm den perfekten Fußballspieler, der seiner Idealvorstellung eines Liberos am nächsten kam. In Deutschland half dies alles wenig, Franz Beckenbauer war der Libero seiner Ära. Weiterlesen