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Nie der Blick zurück


Veröffentlicht am 20. März 2015

„Ich möchte den Verein weiter in einer starken und gesunden Position belassen, mit guten Spielern, mit guter Jugend und dabei etwas entwickeln. Der Mann, der einmal nach mir kommt, wird in einer sehr guten Lage sein, etwas Außergewöhnliches abzuliefern. Ich glaube, dass die größte Qualität in einem Top-Club diejenige ist, die guten Ergebnisse zu halten. Ich hoffe, wenn ich dann irgendwann mal ins Emirates-Stadion komme, um ein Spiel zu sehen, kann ich glücklich sein, weil ich ein qualitativ hochwertiges Team erlebe. Ich schaue nie zurück. Mir ging es immer um die menschliche Seite beim Fußball und weniger um Medaillen. Wenn ich ehemalige Spieler treffe, erinnere ich mich mehr daran, was für Leute sie waren als was ich mit ihnen gewonnen habe. 2004, 2005 und 2006 hatte ich Chancen und Angebote, den Verein zu verlassen, aber ich ging mit dem Club die Herausforderung an, zum Beispiel den Bau des neuen Stadions. Es war eine sehr sensible Phase für den Club, aber ich glaube, ich habe meine Arbeit stets in einer sehr engagierten und loyalen Art abgeliefert.“

(Arsène Wenger, BBC-Interview, 7. März 2015)

Nie genug


Veröffentlicht am 24. Januar 2015

„Während andere sich schon zu ihren aktiven Zeiten im Ruhm sonnen, war Steven das Erreichte nie genug. Er war ein Anführer, ein leuchtendes Beispiel für alle um ihn herum. Durch seine pure Präsenz hob er die Mannschaft auf ein höheres Niveau. Er weigerte sich, Niederlagen anzuerkennen, solange das Spiel noch lief. Für seine Mitspieler war es deshalb unmöglich, sich hängen zu lassen. Ich möchte Steven Gerrard danken. Für die harte Arbeit, die er geleistet hat, für die Hingabe, für seine Leidenschaft. Der Liverpool FC verliert nicht nur einen tollen Athleten und einen großen Kapitän. Er verliert sein Herz.“

(Rafael Benítez, Trainer des Liverpool FC von 2004 bis 2010, 11 Freunde, Ausgabe 159, Februar 2015)

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen