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Kreisliga


Veröffentlicht am 13. November 2015

„Wer sich über eine WM im Winter beschwert, hat nie ein Kreisligaspiel im Januar gesehen: Der Kaffee ist kalt, das Bier gefroren und der Nebel so dicht, dass man nicht einmal die gegenüberliegende Eckfahne sieht. Da verbrüdert sich das Publikum aus erfolgshungrigen Eltern und grummeligen Rentnern gegen den Schiedsrichter, der wahlweise „voll Panne“ ist oder einfach „keine Augen im Kopf“ hat und eh die größte Pfeife seit Menschengedenken ist. In der Kreisliga geht es nicht ums Zaubern, sondern ums Kämpfen.“

(„Fußball extrem“, Wochenzeitung „Freitag“, 18. März 2015)

Konzentrierte Runde


Veröffentlicht am 24. Juni 2014

Literaturhaus in Hamburg.

Literaturhaus in Hamburg.

 „Ich habe mit siebzehn Jahren die Schiedsrichterprüfung (Fußball) gemacht – dann acht Jahre mit Leidenschaft gepfiffen. Noch heute sitze ich vor dem Fernseher und rufe ‚Gelb-Rot-Abseits‘, man verliert es eben nie. Viele rufen ja vor der Glotze, ich verstehe und kenne aber die Regeln. Ich fiebere mit und habe trotzdem noch ein Herz für Schiedsrichter. Fußball muss ich in konzentrierter Runde schauen. Public Viewing kann ich nichts abgewinnen. Da geht es ja eher um Bratwurst, Bier und kollektive Besäuselung. Ich muss konzentriert schauen und ertrage keine fachunkundigen Kommentare. Ich schalte auch erst zwei Minuten vorm Spielbeginn ein. Diese ganzen unendlichen Vorberichte empfinde ich als unerträglich.“

(Rainer Moritz, Chef Hamburger Literaturhaus, Bücherjournal NDR, 4. Juni 2014)