Schlagwort-Archive: Camp Nou

Viel Lob aber keine Punkte


Veröffentlicht am 30. September 2015

Matchwinner: Luis Suárez (hier beackert von Giulio Donati und Karim Bellarabi) war gegen Bayer 04 lange Zeit gar nicht zu sehen, in der Schlussphase aber zur Stelle.

Matchwinner: Luis Suárez (hier beackert von Giulio Donati und Karim Bellarabi) war gegen Bayer 04 lange Zeit gar nicht zu sehen, in der Schlussphase aber zur Stelle.

Starkes Leverkusen gibt Sieg im Camp Nou aus der Hand – Bayern-Gala gegen Zagreb

Zwei Minuten reichten dem FC Barcelona am zweiten Gruppenspieltag der Champions League, um einen völlig verdienten 0:1-Rückstand gegen eine stark aufspielende Bayer-Elf noch in einen glücklichen 2:1-Sieg zu verwandeln. Ohne Lionel Messi – der Argentinier wird den Katalanen nach einer im Ligaspiel gegen Las Palmas erlittenen Knieverletzung wohl sechs bis acht Wochen fehlen – mangelte es dem Titelverteidiger spürbar an Durchschlagskraft und Esprit, lange Zeit drohte nach dem 1:1 in Rom vor zwei Wochen ein Fehlstart. Den Spielverlauf aber einzig und allein am Fehlen des vierfachen Weltfußballers festzumachen, käme der Leverkusener Leistung im Camp Nou nicht gerecht. Lange nämlich war Bayer 04 schlicht und ergreifend die bessere Mannschaft. Die von Abwehrmann Kyriakos Papadopoulos per Kopf erzielte Führung (22.) daher alles andere als unverdient, wenngleich der Grieche von einem Missverständnis zwischen Jérémy Mathieu und Marc-André ter-Stegen profitierte. Zunächst mit hohem Laufaufwand und aggressivem Pressing bis vor den gegnerischen Strafraum, später mit großer Ordnung und taktischer Disziplin im Mittelfeld zog der Bundesliga-Fünfte dem spanischen Tabellenführer den Zahn, ließ Barca nur selten einmal zur Entfaltung kommen. Nach dem Seitenwechsel zunächst ein ähnliches Bild und die Riesenchance für Chicharito, auf 0:2 zu stellen. Der Mexikaner aber geriet in Rücklage, semmelte das Leder in die Wolken und vergab eine mögliche Entscheidung. Unwahrscheinlich, dass sich die Blaugrana an diesem Tag von einem Zwei-Tore-Rückstand erholt hätte. So aber kam es, wie es kommen musste. Weiterlesen

Fußballdemokratie


Veröffentlicht am 19. Juli 2015

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Amtsinhaber Josep Maria Bartomeu gewinnt Präsidentenwahl des FC Barcelona

Der FC Barcelona wählt seine wichtigste Führungsperson in freier und geheimer Wahl nach demokratischen Spielregeln. Alle 110.000 Mitglieder des Vereins sind stimmberechtigt. Der Wahlkampf der letzten Wochen war intensiv und teilweise persönlich, das Publikum in Barcelona und Katalonien nahm geneigt wie interessiert teil. Nun sind die Würfel gefallen. Die Freundschaft zu den Club-Ikonen Johan Cruyff und Pep Guardiola half bei einem Comebackversuch nicht. Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Präsident des FC Barcelona, wollte zurück ins Amt. Persönliche Eloquenz, die erfolgreiche Ära glanzvoller Titel und Triumphe seiner Präsidentschaft nebst dem Zuspruch von Lionel Messi schienen ein ausreichender Sieggarant. Der Rechtsanwalt Laporta hatte als Politiker wenig Erfolg, die erneute Thronbesteigung bei Barça schien reizvoll. So warf er, nebst zwei unbedeutenden Zählkandidaten, dem amtierenden Präsidenten Josep Maria Bartomeu den Fehdehandschuh hin. Ein intensiver Wettkampf unterschiedlicher Charaktere nahm seinen öffentlichen Lauf. Weiterlesen

Auf dem Weg zum Triple


Veröffentlicht am 1. Juni 2015

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Barca und Juve feiern Pokalsieg

Das Finale der Copa del Rey geriet am Samstagabend zu einer relativ einseitigen Angelegenheit. Nach dem Gewinn der Meisterschaft sicherte sich der FC Barcelona durch ein 3:1 über Athletic Bilbao im Camp Nou bereits den zweiten großen Titel dieser Saison und hat natürlich trotzdem längst nicht genug. Im Champions League Finale am kommenden Wochenende soll in Berlin nach 2009 das zweite Triple der katalanischen Vereinsgeschichte sichergestellt werden. Als Endspielgegner hat die Alte Dame naturgemäß etwas dagegen. Auch bei Juventus Turin lebt dank Meistertitel und Pokalsieg über Lazio Rom (2:1 n.V.) der Triple-Traum. Weiterlesen

Jeder Zoll ein König


Veröffentlicht am 23. Mai 2015

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„Er malt seinen Gegnern ein dickes Fragezeichen in den Raum.“ (Die Zeit)

Xavier Hernández i Creus, genannt Xavi
geb. 25. Januar 1980
FC Barcelona (1998 – 2015)
739 Spiele
84 Tore
134 Länderspiele für Spanien
Bester Spieler der EM 2008

Triumpzug
Weltmeister, 2x Europameister, 3x Champions League Sieger, 8x Spanischer Meister, 3x Copa del Rey, 2x UEFA Supercup, 6x Spanischer Supercup, 2x FIFA Club-WM

„Er war für uns wichtiger als selbst der Nationaltrainer und ein Schlüsselspieler für unseren Spielstil, der uns so viele Erfolge beschert hat. Wir werden ihn auf und neben dem Platz vermissen.“ (Vicente del Bosque)

„Ich finde kein Lob, das erklären würde, was er als Mensch und Spieler repräsentiert hat.“ (Andrés Iniesta)

„Ich hätte mir keine bessere Karriere wünschen können.“ (Xavi)

Redaktion Magath & Fußball

Messi macht den Unterschied – Real enttäuscht


Veröffentlicht am 7. Mai 2015

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FC Bayern nach Horror-Schlussviertelstunde vor dem Aus – Juve bezwingt den Titelverteidiger

Große Spiele werden von großen Spielern entschieden, manchmal ist es so einfach. Auch der FC Bayern bot in Barcelona trotz des Ausfalls gleich mehrerer Schlüsselspieler über 75 Minuten eine gute wie taktisch disziplinierte Vorstellung, hatte sicher auch Glück, dass die Katalanen ihre Chancen vor der Pause nicht nutzten oder an Manuel Neuer scheiterten und der Partie deshalb bis in die Schlussphase hinein die Tore fehlten. Lange sah es in der zweiten Hälfte sogar so aus, als hätten Pep Guardiolas Münchner Barca den Zahn gezogen. Dann kam Lionel Messi. Der vierfache Weltfußballer lieferte binnen weniger Minuten einen eindrucksvollen Beleg seiner Klasse. Bestand nach dem Doppelschlag und den Champions League Treffern Nummer 76 und 77 des Argentiniers bis zuletzt noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Finaleinzug, ist dieses spätestens nach Neymars Alleingang in der Nachspielzeit endgültig erloschen. Weiterlesen

Road to Berlin


Veröffentlicht am 5. Mai 2015

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Wer übersteht die letzte Etappe?

Zum allerersten Mal kehrt Pep Guardiola am Mittwoch zwar als respektierter Freund, aber auch als erbitterter Gegner an den Ort zurück, der ihn einst zu dem werden ließ, der er heute ist. Die Voraussetzungen für den Architekten jenes schwindelerregenden Tiki-Taka Barca-Spiels, das an guten Tagen jede Mannschaft der Welt aussehen lässt wie eine Schülerauswahl, sind im Camp Nou diesmal allerdings bei weitem nicht ideal, denn Guardiolas Bayern plagen große Verletzungssorgen. Während die Katalanen ihren Zögling mit dem Rückenwind von 14 Ligatreffern aus den letzten beiden Partien gegen Getafe und Córdoba empfangen, mussten die Münchner nach dem Pokalaus gegen Dortmund am Wochenende auch eine Niederlage in Leverkusen verdauen. Das Team von Luis Enrique, der in seinem ersten Jahr als Barca-Coach weiterhin nicht weniger als das Triple im Visier hat, sinnt auf Revanche für das Halbfinal-Aus vor zwei Jahren und ist der klare Favorit. Hierzulande etwas im Schatten des Guardiola-Spektakels, dabei aber nicht weniger klangvoll, das zweite Halbfinale zwischen Juventus Turin und Real Madrid – der Ausgang nur schwerlich vorherzusehen. Bei den Königlichen strebt Carlo Ancelotti nicht nur die erste Titelverteidigung der Wettbewerbsgeschichte, sondern die sage und schreibe vierte Champions League Trophäe seiner Trainerkarriere an – nicht zu vergessen seine beiden als Spieler des AC Mailand errungenen Europacups der Landesmeister. Rekordverdächtig in jeder Hinsicht. Real in La Liga zuletzt mit sieben Siegen am Stück, dabei mit 27 Toren ebenso treffsicher wie der große Rivale aus Katalonien. Juve allerdings muss Reals Offensive nicht fürchten, hat in 34 Ligaspielen bislang erst 19 Gegentore geschluckt und betritt die größte Bühne seit der Finalniederlage 2003 in Manchester gegen Ancelottis Milan obendrein als frischgebackener italienischer Meister. Für Massimiliano Allegri birgt dieses Duell sicherlich auch so etwas wie eine europäische Reifeprüfung. Spannende Tage in den elitären Fußballhochburgen des Kontinents, manch vollmundiger Trainer-Gigant längst außen vor. Guardiola oder Luis Enrique? Ancelotti oder Allegri? Wer übersteht auf der Road to Berlin auch die letzte Etappe? Weiterlesen

Bayrische Vorführung


Veröffentlicht am 22. April 2015

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Porto auf Normalmaß gestutzt, Barca problemlos weiter

Es hätte ein spannender Fußballabend werden sollen. Erstmals in dieser Saison standen Pep Guardiola und sein FC Bayern mit dem Rücken zur Wand, wirkten angezählt nach der durchaus überraschenden 1:3-Niederlage in Porto vor Wochenfrist. Viel wurde gerätselt über den Formzustand der Münchner, bei denen der Ausfall der beiden Tempodribbler Arjen Robben und Franck Ribéry gerade in der Champions League doch größere Spuren hinterlassen hatte. Ohne die unwiderstehlichen Antritte des Niederländers und die Schlitzohrigkeit des Franzosen wirkten die Bayern im Drachenstadion ebenso seltsam ideenlos wie notorisch ungefährlich. Es hatte den Anschein, als sei der Rekordmeister durch das Fehlen seiner beiden Fixpunkte auf den Außenbahnen seiner Attraktionen beraubt, das Offensivspiel der Ballbesitzmaschine darbte ganz offensichtlich vor sich hin, Überraschungsmomente Fehlanzeige. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, leisteten sich die Münchner Defensivspezialisten drei haarsträubende Böcke, die allesamt jeweils einen Gegentreffer nach sich zogen. Demgegenüber hatte der FC Porto im Hinspiel natürlich einen absoluten Sahnetag erwischt, war vorne wie hinten präsenter und kurzum ein hochverdienter Sieger. Zweifel am vierten bajuwarischen Halbfinaleinzug in Serie waren umhin allemal berechtigt. Im Rückspiel in der Allianz Arena genügten jedoch nicht mehr als 26 Minuten, um diese vollständig zu zerstreuen. Wie eine Lawine brach ein bis in die Haarspitzen motivierter FC Bayern über hasenfüßige Portugiesen herein, die so ziemlich alles vermissen ließen, was im Vorfeld bei Mannschaft und Trainer zu überhöhten Lobpreisungen geführt hatte. Schon mit dem Halbzeitpfiff war für den neutralen Fußballbeobachter jedwede Spannung dahin. Weiterlesen

Ewige Rivalen


Veröffentlicht am 31. Mai 2013

El Clásico: Hochamt des spanischen Fußballs

Der in die Jahre gekommene Gipfel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona elektrisiert die Jugend, fasziniert Zuschauer in der ganzen Welt und lässt die Alten verträumt in Zeiten von Alfredo Di Stéfano und Luis Suárez schwelgen. Die Ausnahmestellung beider Mannschaften im heimischen Fußball, verbunden mit paralleler Teilnahme in Champions League und Copa del Rey, sorgen über die Standardtreffen der Meisterschaft hinaus mittlerweile für ein Dauer-Déjà-vu. Im Jahr 2012 traf man sich innerhalb von 18 Tagen sogar viermal. Das wurde selbst Real-Ikone Iker Casillas zu viel, der diese El Clásico-Anhäufung nur noch „ermüdend“ empfand. Was früher ein spanischer Saisonhöhepunkt, ist heute globales Spektakel. Weiterlesen