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Datenflut


Veröffentlicht am 26. März 2015

„Mittlerweile werden unzählige Daten von Spielern erhoben, noch und nöcher. Wer läuft wie viel, wer läuft nach links, wer läuft nach rechts? Wie dick ist der Oberschenkel? Aus meiner Erfahrung ist das nicht zielführend. Von mir soll keiner gehindert werden, der glaubt, mit Daten bessere Fußballer zu entwickeln. Ich bezweifle aber, dass das Verhalten der englischen Fußballer und auch der Bundesligaspieler durch Datenerhebung besser wird.“

(Felix Magath, Interview sport1.de, 26. März 2015)

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung I


Veröffentlicht am 14. Dezember 2014

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Berliner Fußballplätze und Stadien

Fußball einmal anders. Aber pur und mit Genuss. Arm und sexy bezeichnete ein Berliner Bürgermeister seine Stadt. Er vergaß dabei etwas fundamentales, Berlin war stets sportlich, immer fußballverrückt und ständig in Bewegung. „Der Berliner hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er telefoniert und verabredet sich, kommt abgehetzt zu einer Verabredung und etwas zu spät – und hat sehr viel zu tun“, so einst Kurt Tucholsky, Berlins großer Journalist in einem seiner unvergessenen Wortgebilde über Deutschlands Hauptstadt. Wenn Tucholsky zum Buch griff, übertitelte er seine Rezensionen „Auf dem Nachttisch“. Diese Weihnachtsempfehlung unserer Redaktion hätte er dort sicher gern platziert. Ein engagiertes und kundiges Autorenteam hat im Verlag „edition else“ unter dem Titel „Rasen der Leidenschaften“ den Fußball Berlins anhand der Geschichte seiner Stadien und Fußballplätze eingefangen. Über ein Jahrhundert Berliner Fußballgeschichte wurden sachkundig dokumentiert, Freud und Leid einer Großstadt und seiner Menschen spiegeln sich in den Porträts der Fußballorte. Denoch ist dieses Buch kein lokal begrenztes Kompendium der Berliner Fußballbiographie, sondern vielmehr ein beeindruckendes Zeugnis deutscher und europäischer Fußballkultur. Dieses Buch kommt trotz historischer Last nie angestaubt oder antiquiert daher, es prickelt frisch und hebt den Blick erhellend, erzählt auch vom vibrierenden Temperament der Stadt Berlin und lädt zum sofortigen Spaziergang durch die Metropole an der Spree ein. Damit auch ein kommunikatives wie familienfreundliches Buch. Weiterlesen

Friedenspreisträger Deutscher Buchhandel 2014


Veröffentlicht am 12. Oktober 2014

„Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne – Du bist ihr Produkt. Das Problem ist nicht die Technik sondern die Politik und die Wirtschaft. Die Leitidee war, das Internet zum Leben zu erwecken indem alle ihre Daten hergeben. Wir haben uns einreden lassen, das Internet genießt übergeordnete Priorität und Menschen müssen dahinter zurücktreten. Das Netz soll aber dem Menschen dienen, was wir etwas aus den Augen verloren haben. Ich glaube wir sollten das Internet stärker regulieren. Bloß kann niemand mit Programmierern Schritt halten. Zeigen Sie mir ein Gesetz und ich zeige ihnen eine Lücke durch die ein Programmierer schlüpfen kann. Ich stehe einer Verfassung für digitale Themen offen gegenüber, nur habe ich nie einen überzeugenden Entwurf dafür gesehen. Ich war dabei, sowohl bei der Entwicklung der Technik wie der Ideologie. Wir waren alle sehr schlau. Aber wir haben es damals nicht verstanden und wir verstehen es heute nicht. Wir erleben einen bizarren Moment in unserer Geschichte. Es ist als hätte sich die Menschheit ein Spielzeug als Diktator erkoren.“

(Jaron Lanier, Informatiker, Interview „Druckfrisch“, ARD, 05. September 2014)