Schlagwort-Archive: Demokratie

Olympischer Geist entwichen


Veröffentlicht am 30. November 2015

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Hamburger Bürger mehrheitlich gegen Olympia

Auch demokratische Entscheidungen lassen Verlierer zurück. Bei allen gewichtigen Gründen der Neinsager, in Hamburg wurde auch ein Stück Zukunft und eine Chance per Wahlurne verspielt. Offensichtlich gibt es in deutschen Vorzeigestädten, wie München und Hamburg, keine mehrheitliche Bereitschaft für die Austragung Olympischer Spiele. Was an der Isar in Sachen Winterspiele passierte, wiederholte sich nun in Hamburg in Sachen Sommerspiele. Die Hamburger gaben beim Olympia-Referendum ein vernehmliches Nein zu Protokoll. Dieses Nein kam von der Mehrheit. Das Ja blieb auf der Strecke. Viele engagierte und fleißige Hamburgerinnen und Hamburger haben sich auf der Befürworterseite für Olympia ins Zeug gelegt. Es gelang ihnen trotz persönlichem Einsatz nicht, den Olympischen Geist unter ihre Mitbürger zu tragen. Den Machern und Helfern ist in ihrer Niederlage zu danken und ihrer Arbeit für Olympia Respekt zu zollen. Sie haben ein gutes Zeichen für Hamburg gesetzt und der Stadt eine Menge internationaler Achtung und Beachtung verschafft. Diesen unlöschbaren Verdienst sollten die nun triumphierenden Olympiagegner bitte nicht vergessen. Weiterlesen

Drei Kandidaten für ein Halleluja


Veröffentlicht am 27. März 2015

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Auftakt zum FIFA-Präsidenten-Wahlkampf in Wien

Wenn am 29. Mai in Zürich über die FIFA-Präsidentschaft bis ins Jahr 2019 befunden wird, steht nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des Weltfußballverbands auf dem Spiel. Der umstrittene Amtsinhaber ist dann exakt 79 Jahre und 80 Tage alt, darf sich gleichwohl berechtigte Hoffnungen darauf machen, dass seinen 17 Dienstjahren an der Spitze weitere vier folgen werden. Mindestens. Denn bei der FIFA erscheint anno 2015 offenbar kein Szenario mehr zu verquer, als dass es nicht doch Mittel und Wege für eine Umsetzung geben würde. Schließlich geht es, das brachte kürzlich erst Wolfgang Bosbach im Gespräch mit Magath & Fußball treffend zum Ausdruck, einzig und allein um das Organisieren von Mehrheiten. Und darin ist Joseph Blatter, das muss man eingestehen, ein Meister seiner Klasse. Gut möglich also, dass der Patriarch des Weltfußballs seinen Kritikern und Gegnern auch über das Frühjahr hinaus die lange Nase dreht. Ein fünfter Blatter-Zyklus aber würde nicht nur die Chance einer Weltmeisterschaft auf Grönland oder den Philippinischen Inseln dramatisch in die Höhe schrauben, er würde wohl vor allem den ohnehin schon ramponierten Ruf der FIFA und damit einhergehend die Reputation des Fußballs in der Welt endgültig und nachhaltig beschädigen. Doch wer bitteschön sollte sich dem entgegenstellen? Der UEFA-Kongress in der Wiener Messehalle D lieferte zumindest erste Antworten auf diese entscheidendste aller Fragen. Weiterlesen

„Eine demokratisch legitimierte Nationalmannschaft“


Veröffentlicht am 7. Februar 2015

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Volksvertreter immer am Ball – Der Abgeordnete Mark Hauptmann im Interview

Kein geringerer als Fritz Walter spielte im April 1961 in den Reihen einer Bundestagsmannschaft aller Parteien gegen eine Prominentenauswahl, die vom Kölner Original Willy Millowitsch bis zum Weltmeistertrainer Sepp Herberger reichte. Natürlich gab es ein Ergebnis, 5:3 ging die „Walter-Elf“ der Abgeordneten als Sieger vom Platz. Gemeinsam hatten alle Beteiligten noch einen guten Zweck erfüllt, der Benefizcharakter brachte zehntausend Mark für soziale Zwecke in die Kasse. 1964 stand Fritz Walter dann auf der Seite eines Prominententeams, darin der Boxer Bubi Scholz, die Kabarettisten Klaus Havenstein, Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt, ZDF-Reporter Harry Valérien, Fußballweltmeister Werner Liebrich, Olympiasieger Armin Hary sowie Oscar-Preisträger Maximilian Schell. Das Team der Parlamentarier schlug sich tapfer, unterlag am Ende mit Spielern wie Bundesminister Dr. Heck, dem späteren Bundestagspräsidenten und Bundesminister Richard Stücklen sowie Weltmeistertorwart Toni Turek achtbar mit 4:7. Der Erlös auch dieser Partie kam sozialen Einrichtungen zugute. 1967 war es endlich soweit, ein echtes Team wurde geboren, der Abgeordnete Dr. Adolf Müller-Emmert gab den Anstoß zur Gründung der Fußballelf des Deutschen Bundestages, lief auch als dessen Kapitän auf. Deutschland damit Vorreiter, in den Siebziger Jahren erwachte in Europa der „Parlamentsfußball“. Seither gibt es internationale Vergleiche, sogar eine Europameisterschaft. Aktueller Titelträger die österreichischen Parlamentarier. Mit dem 1999 erfolgten Umzug des Deutschen Bundestages von Bonn nach Berlin hat die Leidenschaft für Fußball im Deutschen Parlament nicht nachgelassen. Mit Mark Hauptmann, einem Vertreter einer neuen Parlamentariergeneration und Spieler beim FC Bundestag, sprach die Redaktion Magath & Fußball. Weiterlesen

Erste Runde rum


Veröffentlicht am 10. September 2014

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Europa erlebte ersten Spieltag der EM-Qualifikation

Weltmeister Deutschland und Titelverteidiger Spanien auf Kurs, der kleine Fußballzwerg Zypern siegt beim WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina. Viel Normalität, wenige Ausrufezeichen, bei 23 aus 53 kann nicht wirklich Spannung aufkommen. Aufregung aber allemal. Wie Luis Suárez und Mario Balotelli braucht auch Zlatan Ibrahimović das Theater um seine Person und lässt es gerne krachen, letztens nun per Ellbogen im Gesicht von David Alaba. Der Österreicher in Diensten von Bayern München hat überlebt, dennoch hätte Ibrahimović Rot verdient, bekam es nicht, lieferte aber danach mit seiner obligatorisch großen Klappe Sprüche und den Medien den größten Aufreger des ersten Spieltages dieser EM-Qualifikation. Ein Ergebnis gab es auch noch, Österreich und Schweden trennten sich 1:1. Obligatorisch auch die übliche Niederlage von Berti Vogts. Er und Aserbaidschan verloren zum Heimauftakt gegen Bulgarien 1:2. Island schlug die sich überschätzenden Türken souverän mit 3:0, Hollands neuer wie alter Trainer Hiddink unterlag mit Oranje in Tschechien mit 1:2 und die arg gerupften WM-Opfer Italien, England und Spanien siegten allesamt. Weiterlesen

Otto Rehhagel, pur und unverstellt


Veröffentlicht am 9. August 2013

„Modern spielt, wer gewinnt.“

„Meine Nationalmannschaft, das sind alles gute Jungs. Früher hat jeder gemacht, was er wollte. Jetzt macht jeder, was er kann. Ich bin der Chef, das ist doch klar.“

„Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe eine demokratische Diktatur eingeführt.“

„Es gibt den Spruch: Man spielt nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Wir haben es nicht zugelassen.“

„Ich glaube, ich kann mit meinem Auto in Athen jetzt wieder die Busspur benutzen.“

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„Wenn wir zweimal gewinnen, wollen sie gleich Europameister werden, und wenn wir zweimal verlieren, wollen sie sich gleich ins Meer stürzen.“

„Wir haben den Franzosen das angeboten, was sie noch nicht kannten. Wir sind näher ran gegangen an die Leute.“

„Du musst als Trainer genug verdienen, um mit 50 in der Klapsmühle erster Klasse liegen zu können.“

„Ich bin ein erfahrener Cowboy, mir pinkelt keiner in die Satteltasche.“

„Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

„Modern spielt, wer gewinnt.“

(Otto Rehhagel)