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Ein letzter Sturmlauf – ohne Blumen


Veröffentlicht am 30. April 2015

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Jürgen Klopp und der BVB fahren nach Berlin, Wolfsburg beendet furiose Pokalsaison der Arminen

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Pokal-Halbfinale im Münchner Nachthimmel. Die Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen dem Titelverteidiger Bayern München und seinem Herausforderer Borussia Dortmund war wohl das vorerst letzte Aufeinandertreffen beider Clubs mit Beteiligung von Jürgen Klopp, der am Saisonende der Bundesliga aller Voraussicht nach auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren wird. Einigermaßen großspurig hatten die Bayern in Person von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem seltsamen Anflug von mitfühlender Trauer über den Weggang ihres wohl unerbittlichsten Widersachers des letzten Jahrzehnts angekündigt, Klopp in der Allianz-Arena mit einem großen Strauß Blumen verabschieden zu wollen. Am besten sogar noch vor dem Spiel. Gerade noch rechtzeitig waren passend dazu in den Tagen vor der Begegnung an verschiedenen Stellen Gerüchte gestreut worden, wonach der Name Jürgen Klopp schon immer auf dem Zettel des deutschen Branchenriesen gestanden hätte, dies ungeachtet der mindestens noch bis ins kommende Jahr andauernden Amtszeit von Pep Guardiola womöglich weiterhin tut. Auch ein Bayern-Interesse am offenbar wechselwilligen Dortmunder Spielgestalter İlkay Gündoğan wurde eifrig kolportiert. Das übliche Vorgeplänkel eben, alles nicht wirklich neu. Zunächst aber stand noch einmal der deutsche Clasico an – und tatsächlich schafften es Jürgen Klopp und der BVB, dem großen Favoriten nicht nur ein Bein zu stellen, sondern einmal mehr eine empfindliche Niederlage beizufügen. Blumen freilich sollte es hinterher keine geben. Weiterlesen

Mitten ins Herz


Veröffentlicht am 18. Oktober 2013

WDR-Dokumentation nähert sich der Dortmunder „Gelben Wand“

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Der moderne Sportreporter – zumal Fußballberichterstatter – krampft sich gern lautstark zu überbordenden Gigantenausdrücken, möchte damit Emotionen vermitteln, seine Sicht auf Dinge und Atmosphäre rüberbringen. Mit den ihm zu Gebote stehenden sprachlichen Mitteln landet er dann allzu bald im kollektiven Branchensatz: „Die Stimmung ist unbeschreiblich.“ Was soll uns das nun aber sagen? Liegt darin nicht der Beruf des Reporters, ist es nicht seine Aufgabe, uns eben genau diese Stimmung zu beschreiben? Wenn sich ein dem Journalismus verpflichteter Autor dieser Stimmung im Stadion annimmt, dann kann etwas Großartiges entstehen. Der WDR-Redakteur Klaus Martens hat den Beweis angetreten, trifft ins Herz. Mit der WDR-Produktion „Wir die Wand“ hat er ein dokumentarisches Licht auf den Fußballzirkus geworfen, diesen hautnah im Kreis von Fans erlebt und beleuchtet. Als Platz seiner Dokumentation wählte er einen der heißesten Orte des Fußballs, die legendäre „Gelbe Wand“, die Stehplatztribüne „Südkurve“ von Borussia Dortmund. Weiterlesen