Schlagwort-Archive: Diskussionen

HSV muss sich besinnen


Veröffentlicht am 13. April 2015

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„Ich muss nach diesem Wochenende und vor allem nach dem Auftritt [gegen Wolfsburg] sagen: Es fällt mir jetzt auch schwer, zu sehen, wie man noch ans rettende Ufer kommen soll. […] Jetzt zittere ich wie alle HSV-Fans mit dem Verein. […] Ich kann nur sagen, das Spiel war das eines Absteigers. Der VfL Wolfsburg war nicht überragend, sondern der HSV war schwach. Das Publikum ist fantastisch, in so einer Situation noch hinter der Mannschaft zu stehen, hinter dem Verein. Aber von der Mannschaft kam nichts. […] Man muss die Situation intensiver betrachten. Das Problem gibt es ja jetzt nicht seit drei Wochen, oder zwei Spielen, sondern im Grunde haben wir das Problem, dass es diese Saison genauso weitergegangen ist, wie es in der letzten aufgehört hat. Deswegen, glaube ich, dass wenn man Ursachen sucht, die Ursachen darin zu finden sind, dass meiner Meinung nach der Hamburger Sport-Verein bisher so agiert hat, als wäre der Abstieg kein Thema. Wenn man in einer solchen Situation ist wie der HSV, dann muss man alle Kräfte bündeln, dann muss man alles zusammenholen und sich nur für den Kampf gegen den Abstieg wappnen – und nicht Diskussionen anfangen über die neue Saison, über die Zukunft, über die Jugendabteilung oder über die Struktur. Das war ja letztes Jahr das Thema, die Struktur, und was hat’s gebracht? Keinen Unterschied.“

(Felix Magath, NDR Sportclub, 12. April 2015)

Aufstand der Zwerge


Veröffentlicht am 22. September 2014

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Ungewohntes Tabellenbild nach Spieltag vier

Anders als in allen anderen Spitzenligen Europas kann in der Bundesliga jeder jeden schlagen, so heißt es. Wenngleich auch in Premier League, Primera División, Serie A oder Ligue 1 immer wieder Sensationen zu bestaunen sind, so ist ein Spieltag doch nirgendwo sonst so schwierig vorauszusagen wie in Deutschland. Erst das vergangene Fußballwochenende führte diesen Beweis aufs Neue. Wer den SC Paderborn nach vier Spieltagen mit acht Punkten an die Tabellenspitze getippt hätte, dicht gefolgt von Mainz 05 und Hoffenheim, der wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für verrückt erklärt worden. Überraschungen, ein Torwart-Rekord und ein Treffer aus sage und schreibe 82,3 Metern Entfernung – das Bundesliga-Wochenende hatte es in sich. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt nicht. Weiterlesen

HSV in der Gegenwart


Veröffentlicht am 19. Januar 2014

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„In vielen Vereinen fehlten einfach ausreichend Fußballkompetenz und auch das nötige Erfolgsstreben, um ganz vorn zu landen. Das gilt auch für den HSV. Die Ansprüche, die sich aus der Vergangenheit ableiten lassen, gelten nicht für Gegenwart und Zukunft. Im Selbstbild ordnet sich der HSV bei den großen Clubs ein. Die Wahrheit ist, dass man mal ein großer Club war. Es reicht nicht, nur der Dino zu sein, der niemals aus der Bundesliga abgestiegen ist. Es waren nicht Strukturen, die den HSV in diese Situation geführt haben, es waren Personen. In den Diskussionen um die Struktur wird verkannt, dass der HSV aktuell ein erhebliches sportliches Problem hat. Man hat schon den Manager und den Trainer getauscht und steht trotzdem schlecht da. Die Verantwortlichen haben über die Jahre die Wirklichkeit verdrängt und immer nur den Trainer oder die sportlich Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Das ist zu kurz gesprungen.“

„Es ist ja keine schlechte Phase, die der HSV hat. Es läuft dauerhaft schlecht. Beim HSV herrscht eine negative Stimmung, dass es einem Himmelfahrtskommando gleichkäme, sollte man den HSV in kurzer Zeit wieder nach oben führen müssen. Mit etwas Zeit und einer neuen Philosophie ist das möglich, wobei ich weiß, dass es schwierig ist, auf Geduld zu pochen. Und selbst wenn man genug Geld hat, bekommt man nicht jeden Spieler, weil andere Vereine auch attraktiv sind. Ich habe fast ein Jahr lang versucht, mir einen Überblick darüber zu verschaffen, wie es beim HSV aussieht. Das ist mir bis heute nicht gelungen. Beim HSV müsste man mit einer schonungslosen Bestandsaufnahme beginnen, um eine neue Erfolgsära zu starten.“

(Felix Magath, Interview, FAZ-Sonntagszeitung, 19. Januar 2014)