Schlagwort-Archive: Dortmund

Hinrunde zu den Akten


Veröffentlicht am 21. Dezember 2015

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Bundesliga geht in die Winterpause

Immer diese Bayern. Sie spielen allen davon. Dennoch übt etwas im Fußballuniversum auf Pep Guardiola wesentlich mehr Anziehungskraft aus als die Münchner, Carlo Ancelotti nun hin oder her. Guardiola hat man in München den Himmel auf Erden bereitet, er hat ihn final verschmäht. Nervte ihn auch die Massenware sinnentleerter Reporterfragen, welche er in der Unterform in Spanien so nie erlebt? Jetzt scheint die Premier League überreif für Pep Guardiola. Der zentrale Kampfplatz aller Fußball-Ligen, mit unverschämt viel Geld und einer Menge Konkurrenz, wartet auf den asketischen Perfektionisten. Vielleicht wurde die absolute Konkurrenzlosigkeit im Deutschen Ligaalltag dem leidenschaftlichen Wettkämpfer Guardiola auf Dauer einfach zu langweilig. Weiterlesen

Akzeptieren der Übermacht


Veröffentlicht am 15. Dezember 2015

„Solch eine Dominanz, wie sie heute ein FC Bayern an den Tag legt, ist in erster Linie die Konsequenz einer Gesamtentwicklung der Branche. Der wirtschaftliche Erfolg des Klubs sowie das Ungleichgewicht, das unter anderem durch die Champions League in die europäischen Ligen getragen wurde, haben dafür gesorgt, dass die Konkurrenzfähigkeit in der Bundesliga schon länger nicht mehr gegeben ist. Mit einem Jupp Heynckes hat der FC Bayern auch schon dominiert. Zusätzlich haben die Bayern durch die Verpflichtung von Götze und Lewandowski die Dortmunder auf Abstand gebracht. […] Die Entwicklung in der Liga gegenüber den Bayern ist insgesamt fragwürdig. Der eine huldigt Guardiola. Der andere sagt: Wenn wir hier mit vier Toren verlieren, haben wir es gut gemacht. Und der Dritte: Ich stelle nur noch Verteidiger auf. Es ist eine Art von Selbstaufgabe, ein Akzeptieren der Übermacht. So könnte ich nie arbeiten.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Borussen Time


Veröffentlicht am 6. Dezember 2015

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Bayern verliert ein Fußballspiel und Chelsea die Hoffnung

Gladbach, München, Wolfsburg und Dortmund haben dem 15. Spieltag der Bundesliga jeweils eine starke Halbzeit beschert. Punkte konnten daraus nur die beiden Borussen ziehen. Die Fohlen wurden auch für ihre Wettkampfeinstellung im Vorfeld belohnt. Die erste Halbzeit überlebten sie im Borussia Park mit Glück und Keeper Yann Sommer, der zweite Durchlauf war ihr Spiel. Das 3:1 gegen die bajuwarische Übermacht bringt die Gladbacher auf Platz drei. Dieser Umstand ist auch dem 2:1-Auswärtssieg der Namensvettern aus Dortmund zu danken. Diese zeigten den Wolfsburgern, wer die wirkliche Nummer zwei im deutschen Fußball ist. Der BVB in der Volkswagen Arena besser, am Ende aber durch einen diskussionswürdigen Elfmeter beinahe noch um den Sieg gebracht. Ein toller Spielzug bis hin zu Shinji Kagawa konterte den späten Ausgleich der Wölfe in der dritten Minute der Nachspielzeit. Die starke Heimserie der Hausherren von 29 Begegnungen am Stück ohne Niederlage damit beendet. Dortmund ein glücklicher, aber verdienter Sieger – den Reporterverlockungen in Sachen „Bayern-Jäger“ erlag nach Abpfiff dennoch niemand bei den Schwarz-Gelben. Wohltuend. Der Rest eher grau. Leverkusen blamiert sich weiter, wie es kann und richtet sich wohlig im Mittelmaß ein. Hamburgs selbst verordnete Höhenluft ist schon gegen Mainz zu dünn. Schalke feiert einen Sieg über Hannover, als hätte man den FC Barcelona aus dem Stadion gefegt. Im Kampf um die internationalen Fleischtöpfe muss das Borussen-Duo diese Konkurrenten nicht wirklich fürchten. Wie lange der Höhenflug von Hertha anhält, wird zu beobachten sein, das bisherige Erfolgsgebilde scheint euphorisiert wie gleichermaßen fragil. Vieles möglich. Bemerkenswert zieht sich der FC Augsburg langsam am eigenen Schopf aus dem Sumpf und bringt drei wichtige Punkte aus Köln mit in die Heimat. Im Tabellenkeller konnte die Kombination Huub Stevens und Hoffenheim bisher keinen gemeinsamen Dreier einfahren. Sollte dies zur Trennung führen, könnte Huub Stevens seinen Umzugswagen wieder nach Stuttgart lenken, um etwas später von dort aus vielleicht einmal die Station Bremen anzufahren. Weiterlesen

Solidarität


Veröffentlicht am 31. Oktober 2015

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Chelsea-Fans stützen ihren Trainer – Jürgen Klopp assistiert

Das posaunte Duell José Mourinho gegen Jürgen Klopp fand nicht statt. Es spielte stattdessen der FC Chelsea gegen den FC Liverpool. Vor, während und nach dieser Partie wurde José Mourinho mit Transparenten und Gesängen von den Chelsea-Fans gefeiert. Die Töne der Solidarität mit einem Bedrängten klangen bis in den Presseraum der Stamford Bridge. Natürlich machte dieser Zuspruch die 1:3-Heimniederlage gegen Liverpool nicht wett, bleibt dennoch bemerkenswert in unserer aufgekratzten Fußballwelt. Hierzulande funktioniert das mediale Geschäft, Teile der Fans gegen Trainier aufzubringen, um das eigene Schlagzeilenband am Laufen zu halten, fast reibungslos. Bei Jürgen Klopp und dem BVB scheiterte dieser Kampagnenstil in der letzten Saison allerdings eindrucksvoll. So konnte der neue Coach der Reds dem Kollegen Mourinho und den Fans des FC Chelsea mit seiner eigenen Geschichte hilfreich beispringen. „Solche Dinge passieren. Ich hatte eine ähnliche Situation mit Dortmund im letzten Jahr. Aber niemand im Club zweifelte an meiner Position.“ In Richtung Mourinho tat Klopp noch viel mehr, dies unmissverständlich: „Er ist ein großartiger Trainer – niemand in diesem Raum kann im Zweifel sein, dass er einer der besten der Welt ist.“ Beeindruckende Solidarität unter Berufskollegen. Was Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch darüber denkt weiß kein Mensch, wohl nicht einmal José Mourinho. Die Blues-Fans waren dem Liverpool-Trainer jedenfalls dankbar für seine Worte und stehen auch in der Öffentlichkeit weiter zu ihrem eigenen Manager. Fans und Zuschauer führten nochmals die großen Verdienste und Erfolge des Portugiesen vor Augen, mahnten Ruhe und Kontinuität für den Verein an. „Mourinho raus“ suchte man vergeblich. Diese Art Fairplay und Denkkraft von Fans gegenüber einem in den Medien bedrängten Trainer wird Jürgen Klopp nicht verborgen geblieben sein. Darin könnte er durchaus eine weitere Bestärkung seiner Entscheidung für England und die Premier League gefunden haben. José Mourinho sah derweil das Endspiel der Rugby WM im Kreis seiner Familie und den dortigen 34:17-Sieg nebst Titelgewinn der All Blacks aus Neuseeland gegen Australien. Am Sonntag hat er ein Training angesetzt, vielleicht trifft er dort auch Roman Abramowitsch.

Redaktion Magath & Fußball

„Fußballhelden sind auch nur Menschen“


Veröffentlicht am 19. Oktober 2015

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TV-Moderator Markus Lanz im Interview

Er ist ohne Frage eines der prägenden Gesichter der modernen deutschen Fernsehunterhaltung. Von seinen Anfängen als Volontär bei Radio Hamburg, über seine Zeit als Nachrichtenmoderator bei RTL Nord, bis hin zu seinem endgültigen Durchbruch als Moderator und Redaktionsleiter des RTL-Magazins „Explosiv“ hat sich Markus Lanz in der Fernseh- und Medienlandschaft unserer Zeit einen Namen gemacht. Seit 2009 ist der gebürtig aus dem italienischen Bruneck stammende 46-Jährige im ZDF mit einer eigenen Talkshow unterwegs, moderierte unter anderem zwischen 2012 und 2014 die beliebte Samstagabendshow „Wetten, dass…?“. Im Interview mit Magath & Fußball spricht Markus Lanz über seine Herkunft, viele besondere Momente seiner Berufskarriere und seine Leidenschaft für den Sport und den Fußball. Weiterlesen

Selbstaufgabe


Veröffentlicht am 16. Oktober 2015

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Bundesliga verabschiedet die Meisterschaft

Die Zwerge kapitulieren. Den Bayern ist kein Vorwurf zu machen, sie haben sich das hereinbrechende Gesamtlob verdient, erspielt und über Jahre erarbeitet. Das nötige Kleingeld für Mario Götze, Robert Lewandowski, Diego Costa, Arturo Vidal und allem was sonst an Personal nötig selbstverständlich stets zur Hand. En passant haben sie nun auch den Kampfgeist in der Liga des Weltmeisters gebrochen und pulverisiert, eine neue Qualität, so noch nicht dagewesen. Die Kapitulation der ehemaligen Gegner, vielleicht die größte Leistung der Bayern. Die Bundesliga ist von Angst befallen, in einer Art vorauseilendem Gehorsam gehen keine sportlichen Kampfansagen Richtung München, sondern nur noch der kollektive Kotau. Ein Mix aus Huldigungs- und Ergebenheitsadressen erreicht den Tabellenführer im Minutentakt. Vermeintliche Konkurrenten für wenigstens ein Spiel senden Gesten der Selbstaufgabe. Die Übungsleiter schauen aus dem Trainingsanzug wie verirrte Lämmer vor der Schlachtbank, huldigen dem Bayern-Spiel und dessen Trainer schon vor Anpfiff. Staunend, wie Kleinkinder im Spielzeugladen, bedanken sie sich artig, wenigstens dabei sein zu dürfen. Zauberlehrlinge bestaunen Merlin. Wie wirkt dieses Verhalten der Verantwortungsträger eigentlich auf die ihnen anvertrauten Spieler und Mannschaften? Von denen darf doch der Fan und Zuschauer Leistung, Kampf und Einsatz sowie Tore, Siege und Punkte erwarten. Wo ist im Bundesliga-Alltag des Jahres 2015 nur die Courage früherer Herausforderer geblieben? Weiterlesen

Alex Ferguson über:


Veröffentlicht am 14. Oktober 2015

José Mourinho
„Für José ist es wahrscheinlich das erste Mal in so einer Situation. Fünftletzter in der Tabelle, unglaublich. Aber große Manager finden Lösungen. Er wird eine Lösung finden. Es kann aber einige Wochen dauern. Was ich immer an ihm bewunderte war wie seine Teams bereit sind, für ihn zu spielen. Er muss das Team jetzt wieder auf den richtigen Weg bringen und ich glaube, er wird es tun.“

Jürgen Klopp
„Ich kenne Jürgen sehr gut von unseren Treffen mit den Elite-Trainern in Genf. Er ist eine gute Wahl, ich bewundere ihn. Eine starke Persönlichkeit. Er ist sehr hartnäckig, zielstrebig. Seine Karriere in Dortmund war ein schillernder Aufstieg an die Spitze. Ich denke, er wird sich sehr gut machen. Und ich sage das nicht gerne. Schließlich geht es um Liverpool.“

Transferkomitee FC Liverpool
„Wenn du deinem Manager nicht vertraust, warum hast du ihn dann verpflichtet? Er ist der Mann, der entscheiden sollte, welche Spieler er haben will. Für welche Position er sie haben will, welchen Charakter sie haben sollen. Der Manager weiß mehr als jeder andere. Die Moneyball-Idee, der ständige Blick auf Statistiken ohne die Gedanken des Trainers zu berücksichtigen – in meinen Augen ist das falsch. Warum jemandem einen Job geben, wenn er ihn nicht ausführen kann?“

(Sir Alex Ferguson, Interview ESPN, 9. Oktober 2015)

Pragmatiker ohne Furcht


Veröffentlicht am 12. Oktober 2015

„Dass Klopp auch ganz anders kann als bei seiner Charme-Offensive für Fans und Medien, werden die Profis rasch lernen. Die Gemütlichkeit hat Grenzen. Das verriet schon der mit gefährlichem Lächeln vorgetragene Satz: „Jeder, der das will, was ich will, kann mein Freund sein. Und es ist nicht schlecht, mein Freund zu sein.“ So gelang Klopp gleich zu Beginn beides, was wichtig war. Im Zeitalter des großen Fußball-Monopolys, der Fifa-Korruption, der eitlen Selbstvermarktung von Spielern und Trainern, in einer Welt, in der sich dieses wunderbar simple Spiel von seinen Wurzeln als kindliches Stück Glück immer weiter zu entfernen scheint, gerade in England, erschien er als jemand, der die Engländer an das Gute im Fußball glauben lässt. Und zweitens schien hinter all der virtuosen Fußball-Romantik auch der gnadenlose Pragmatiker des Spiels durch, als den man ihn in Deutschland kennengelernt hat. „Wenn die anderen besser sind, musst du sie auf dein Level bringen“, sagte er. „Und auf deinem Level kannst du jeden schlagen.“ Klopp, der Anti-Tuchel. Es ist eine Einstellung, die ohne ihn in der Bundesliga zu fehlen beginnt. Niemand, nicht mal mehr seine alte Borussia, traut sich noch, es überhaupt zu versuchen: die Bayern auf sein Niveau herunterzuziehen. Nachfolger Thomas Tuchel zeigte sich vor und nach dem 1:5 in München, als die Dortmunder so chancenlos waren wie niemals unter Klopp, als glühender Bewunderer, ja geradezu als Jünger dessen, was die Bayern und Pep Guardiola tun. Klopp denkt, spricht, handelt anders: Fußball ist nicht das Bewundern, sondern das Bearbeiten des Gegners. Man wird ihn bald vermissen.“

(FAZ Sonntagszeitung, Ausgabe Nr. 41, 11. Oktober 2015)

Münchner Machtdemonstration


Veröffentlicht am 5. Oktober 2015

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Überlegene Bayern schlagen Dortmund 5:1

Mal ehrlich, wer glaubte vor dieser Bundesliga-Saison wirklich an einen Titelkampf? Nach fünf Spieltagen und fünf teils eindrucksvollen Siegen wurde diese Rolle – nicht zuletzt, weil Wolfsburg, Leverkusen oder auch Gladbach einen holprigen Start erwischten – Borussia Dortmund zugetragen. Na klar, denn irgendeiner muss es ja sein. Man käme ja sonst nicht umhin, jene Langeweile an der Spitze des deutschen Vereinsfußballs offen einzugestehen, die spätestens seitdem die Bayern nach Mario Götze auch noch Robert Lewandowski vom BVB wegholten eigentlich nicht mehr zu leugnen ist. Zugegeben, der starke Auftakt unter dem neuen Coach Thomas Tuchel war so nicht unbedingt zu erwarten gewesen, ließ in und um Dortmund sicher auch den einen oder anderen schon wieder vom Auto-Korso am Borsigplatz träumen. Bereits in der letzten Woche deutete sich jedoch an, dass das schwarz-gelbe Sommerhoch nicht über das gesamte Spieljahr würde tragen können. Das Unentschieden in Hoffenheim und selbst der enttäuschende Last-Minute-Punktverlust im Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Darmstadt waren zwar ärgerlich, mit Sicherheit aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Immerhin reiste der BVB zum Spitzenspiel nach München auch nach 14 Pflichtspielen ungeschlagen. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke monierte also mit Recht jene Weltuntergangsstimmung, die den Borussen vor dem „deutschen Clásico“ zugeschrieben wurde. Unabhängig davon aber wurde eines trotzdem schon deutlich: Borussia Dortmund wird nicht dazu in der Lage sein, eine Art Meisterschaftsrennen mit den Bayern zu entfachen. Wie auch, denn die Truppe von Pep Guardiola spielt nicht erst seit dieser Saison in ihrer eigenen Liga. Den vorläufig letzten Beweis dafür, dass das Duell der beiden besten deutschen Mannschaften längst keines mehr auf Augenhöhe ist, dieses Stand heute auch nicht mehr sein kann, erbrachten die Bayern mit einem fulminanten 5:1-Triumph über ihren ärgsten Verfolger aus dem Ruhrgebiet. An der Tabellenspitze haben die toll aufspielenden Münchner nach acht Spieltagen ihren Vorsprung nunmehr auf sieben Punkte ausgebaut – ein weiterer Rekord, der in den Süden geht. Beim BVB liest man derweil schon nicht mehr vom Bayern-Jäger und Meisterschaftsanwärter, sondern nach drei sieglosen Partien am Stück vom Krisenclub der Stunde, so läuft das Geschäft. Die Uhren werden sich dennoch auch in Dortmund weiter drehen – 17 Zähler hatte man im Vorjahr noch nicht einmal zur Winterpause.

Redaktion Magath & Fußball