Schlagwort-Archive: Duell

Großer Kampf und allerhand Theater


Veröffentlicht am 29. November 2018

Der Norweger Magnus Carlsen bleibt Schachweltmeister

Siegerinterview für die Heimat. Im Windschatten der Herausforderer.

Zuerst die Norweger. Was für ein schachbegeistertes Volk! In einem Land mit fünf Millionen Einwohnern fieberten eine Million Menschen vor Bildschirmen und Livetickern, Schachseiten und Nachrichtenportalen, um ihrem Magnus zur Seite zu stehen, ihn siegen zu sehen. Das norwegische TV brachte auf dem Hauptkanal stundenlange Übertragungen aus dem Studio, Publikum und Talkrunden inklusive, sowie regelmäßige Schalten nach London auf die Beine und faszinierte damit nicht nur Norweger. Welch ein TV-Format! Sternstunden des Schachsports. Sollte es dem 14-jährigen deutschen Ausnahmetalent Vincent Keymer gelingen einmal die Weltspitze zu erreichen und um den Titel zu spielen, werden dann umgerechnet 16 Millionen Deutsche mit einem Schachspieler fiebern? Weiterlesen

Gnadenlos


Veröffentlicht am 4. Oktober 2015

„Das ist doch inzwischen Standard. Die Bayern ziehen ihre Leistung auf Spitzenniveau gnadenlos durch. Sie gewinnen ihre Spiele, egal wie. In einem direkten Duell können wir sie dennoch schlagen, das haben wir oft gezeigt. Keiner weiß im Vorfeld, wer bei ihnen spielen wird. Ein Linksfuß? Ein Rechtsfuß? Oder Thomas Müller, der sowieso anders spielt als alle anderen? Wenn du dir die Bank ansiehst, fragst du dich: Wie kann es sein, dass solche Topspieler dort sitzen.“

(Marcel Schmelzer, Interview Der Spiegel, Ausgabe 41/2015)

Eine Endspiel-Neuauflage und jede Menge Personalsorgen


Veröffentlicht am 14. April 2015

Im Estadio Vicente Calderón erwartet Real einmal mehr ein heißer Tanz.

Im Estadio Vicente Calderón erwartet Real einmal mehr ein heißer Tanz.

Champions League Viertelfinale läutet heiße Saisonphase ein

Acht Mannschaften sind übrig geblieben – dreimal Spanien, zweimal Frankreich, je einmal Deutschland, Italien und Portugal. Mit Beginn des Viertelfinals in der UEFA Champions League biegt die Saison 2014/2015 endgültig auf die Zielgerade ein, der Traum vom großen Finale am 6. Juni im Berliner Olympiastadion ist bei Clubs und Anhängerschaft gleichermaßen allgegenwärtig. Das millionenschwere Spektakel Königsklasse nähert sich unaufhaltsam seinem Höhepunkt. Für die Spieler ist der Henkelpott gleichbedeutend mit dem ultimativen Ritterschlag, ein Champions League Titel in der Vita strahlt weit über das Karriereende hinaus. Die Vereine indes wähnen sich angesichts schwindelerregender Summen im siebten Himmel. Unglaubliche 10,5 Millionen Euro bringt in diesem Jahr allein der Finalsieg, ab 2016 sind es dann sogar 15 Millionen Euro. Rosige Aussichten für den Fußball-Geldadel des Kontinents, der seine nationalen Vormachtstellungen dank horrender Ausschüttungen auf europäischem Parkett Jahr für Jahr aufs Neue zementiert. Es ähneln sich deshalb auch die jährlichen Prognosen für den internationalen Wettbewerb, hier schließt sich der Kreis. Real Madrid, der FC Bayern München und der FC Barcelona – die üblichen Verdächtigen also – sind, wen mag es verwundern, jeweils mindestens im vierten Jahr nacheinander im Viertelfinale dabei. Wenngleich in der Favoritenrolle, erwarten alle drei Branchenriesen mehr oder minder schwierige Aufgaben. Weiterlesen

Felix Magath vs. Garri Kasparow


Veröffentlicht am 20. November 2014

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Geschichte und Notation der Partie

In der FAZ brachte es Felix Magath einst auf den Punkt oder besser auf die 64 Felder: „Schach ist aufgrund der vielen Steine eigentlich ein Mannschaftssport und alle Fußballer sollten auch Schach spielen.“ Wie gut der Fußballer, Trainer, Manager und Sportler Magath auch den „Mannschaftssport Schach“ beherrscht, konnte er bei einem Simultanwettkampf am 5. Juni 1985 im Spiegel-Verlagshaus an der Brandstwiete zu Hamburg gegen Garri Kasparow unter Beweis stellen und schlug sich bei dieser Auseinandersetzung sehr achtbar. Der Hobbyspieler Felix Magath hielt mit den schwarzen Steinen gegen den Giganten Garri Kasparow, neben Bobby Fischer, Emanuel Lasker und Magnus Carlsen wohl der beste Schachspieler aller Zeiten, beachtliche 33 Züge stand. (Am Ende des Beitrages die Notation der Partie.) Weiterlesen

Ein Quintett und viele Karten


Veröffentlicht am 6. Oktober 2014

Spannung in Spanien, Langeweile in Deutschland, Duell in London und heißer Tanz in Turin

Der FC Valencia ließ den Lorbeer von Meister Atlético Madrid in der Anfangsviertelstunde welken und erinnerte in Auftritt und Spiel an die große Zeit 2002 und 2004. Valencia sicherte sich in beiden Jahren den Meistertitel. Als der argentinische Innenverteidiger Nicolás Otamendi in der 13. Minute das 3:0 für Valencia besorgte, gefror sogar das heißblütige Temperamt von Gästetrainer Diego Simeone. Mehr als ein Tor zur Ergebniskorrektur war Atlético nicht mehr möglich, mit einem 1:3 kehrte man in die Hauptstadt zurück. Das Ausrufezeichen des FC Valencia wirkte weit über das Spiel. In den erwarteten Dreikampf von Real, Atlético und des FC Barcelona könnte sich in dieser Saison ein vierter Club drängen. Das Team von Trainer Nuno Santo und Kapitän Dani Pajero (Bild oben.) hinterließ bisher einen bärenstarken Eindruck, steht hinter dem FC Barcelona auf Tabellenplatz zwei der Primera División. Also ein Quartett im Kampf um Spaniens Fußballkrone? Weit gefehlt. Mit einem souveränen 4:1 gegen Aufsteiger Deportivo La Coruña pulverisierte Europa League Sieger FC Sevilla den Quartett-Gedanken, es läuft eher auf ein Quintett hinaus. Eine Saison im Krimiformat beginnt offenbar ihren Lauf zu nehmen. Die Bundesliga hat ein derartiges Spannungsmoment nicht zu bieten, dafür sind keine prophetischen Gaben nötig. Weiterlesen

Bundesliga startet in Saison 2014/15


Veröffentlicht am 22. August 2014

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Im Weltmeisterland beginnt der Ligalltag

Robert Lewandowski macht ein Team besser und es Gegnern schwerer. Insofern haben die Bayern den ersten Schlag der Saison gegen den BVB gewonnen, den zweiten Hieb – das Supercupendspiel – landeten aber die Dortmunder und schickten die Bayern 2:0 und Matthias Sammer rotgesichtig in den Süden zurück. Das Duell der beiden Großklubs wird auch die Saison 2014/15 bestimmen. Rhetorische Stilblüten und gegenseitige Pfeile von Funktionären aus beiden Vereinen werden uns als Begleitmusik zur Seite stehen, sehr zum Händerieb für Medien aller Arten. Aber auch spielerische Klasse und ungebrochene Magnetkraft fürs Publikum werden diese zwei Giganten bieten. Man muss kein Prophet sein, wenn es die Münchner für richtig halten, wird auch der Aderlass außergewöhnlicher Dortmunder Fußballer Richtung Bayern längst nicht beendet sein. Man weiß bei den Bayern, solche Karten treffsicher zu spielen, Mitbewerber zu schädigen. Die Antwort auf die Frage, ob Jürgen Klopp mit seinem BVB ein großes Stück der Strecke, bis zum Ende oder überhaupt nicht mithält, entscheidet über eine spannende oder eher langweilige Saison. Weiterlesen

Wolverhampton Wanderers Football Club


Veröffentlicht am 20. August 2014

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League 1-Aufsteiger Gast im Craven Cottage

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion der Wolverhampton Wanderers liegen 222 Kilometer. Wolverhampton, eine Großstadt in den West Midlands, wird von 250.000 Einwohnern bevölkert. Die Region wurde über die Jahrhunderte sehr stark durch den Kohlebergbau geprägt. Untrennbarer Bestandteil der Identität der Menschen in Wolverhampton sind die traditionsreichsten Wölfe Englands, der Fußballclub Wolverhampton Wanderers. Der 1877 entstandene Klub war 1888 eines von nur zwölf Gründungsmitgliedern der Football League, entwickelte sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg bis Anfang der sechziger Jahre zu einem der absoluten Spitzenvereine in England. Man gewann 1954, 1958 und 1960 den englischen Meistertitel, besiegte Mitte der fünfziger Jahre große europäische Clubs und wurde von heimischen Medien zur besten Vereinsmannschaft der Welt stilisiert. Diese goldene Zeit wurde von Stan Cullis geprägt, der als Spieler und Trainer das Wolfsrudel von 1934 bis 1964 führte. Diese goldenen Zeiten längst vorbei, geblieben ist das Gold der Trikots. Letztmalig für internationale Furore sorgte der Verein Anfang der siebziger Jahre, man bestritt 1972 in einem rein englischen Duell zwei hart umkämpfte UEFA-Cup Endspiele, unterlag in der Endabrechnung Tottenham Hotspur knapp mit 2:3. Weiterlesen

The Canaries


Veröffentlicht am 12. April 2014

Jonathan Howson, Ricky van Wolfswinkel und Robert Snodgrass (von links) beim Torjubel.

Jonathan Howson, Ricky van Wolfswinkel und Robert Snodgrass (von links) beim Torjubel.

Fulham FC empfängt Norwich City zum richtungsweisenden Duell

Der Kanarienvogel – Symbol der traditionsreichen Webergilde – ist längst das Maskottchen des Norwich City Football Club. Die ostenglische Stadt Norwich, die sich bis zum heutigen Tag einen wunderbaren Kleinstadtcharakter bewahrt hat und ca. 130.000 Einwohner zählt, ist Heimat der Canaries. In der Stadt befindet sich auch die Spielstätte von Norwich City, das Stadion Carrow Road. Auswärts im klassischen Schwarz-Weiß, kommen die Kanarienvögel aus Norwich im heimischen Stadion grün-gelb daher. The Canaries haben große Tage erlebt. In der frisch eingeführten Premier League, der ersten Saison überhaupt unter diesem Namen, beendete der Norwich City Football Club die Spielzeit 1992/1993 mit einem dritten Platz. Größter Triumph der Vereinsgeschichte – neben dem Gewinn des League Cup in den Jahren 1962 und 1985 – und gleichermaßen Berechtigung für den internationalen UEFA-Cup. In der Saison 1993/1994 schlug man dort Vitesse Arnheim und besiegte eine Runde weiter den FC Bayern München (2:1 und 1:1), erst gegen den späteren Titelträger Inter Mailand war mit zwei 0:1-Niederlagen in Runde drei das Ende des internationalen Abenteuers erreicht. Davor und danach eine wechselvolle Geschichte und Pendeln zwischen erster, zweiter und dritter Liga. Der Verein wurde 1902 gegründet und spielte seit 1908 an der Rosary Road. Das dortige Stadion wurde „Das Nest“ genannt, aus welchem Vögel ja nur ungern fallen. 1935 zog man freiwillig aus und an die Carrol Road. Weiterlesen

Bühne Europa


Veröffentlicht am 11. April 2014

Champions League und Europa League Richtung Lissabon und Turin

Lokaltermin Halbfinale. So überraschend sind die Teilnehmer nun auch nicht. Die Männer aus dem „Estadio Vicente Calderón“ werden sich im siebten Himmel wähnen, die drei anderen Teams sind ja immerwährende Gäste in diesem Fußballhimmel. Die Verlierer der Woche sollte man wohl eher Unterlegene nennen. Sie waren dem heutigen Los-Topf mehr oder minder nah und doch so fern. Der FC Barcelona gleicht einem langsam verlöschenden Stern, alter Glanz bricht sich nur noch selten Bahn. Die Katalanen sind wieder eine irdische Mannschaft. Manchester United verlässt dagegen eher im Expressfahrstuhl die Beletage des europäischen Fußballs. Immerhin zwei Tore gegen die Bayern, so klein ist man inzwischen. Häufig gestellte Frage am Old Trafford: Wann wird es ein Wiedersehen mit Europa geben? Borussia Dortmund freut sich über ein gelungenes Spiel, außer dieser Freude aber leere Hände, ähnlich in Paris. Dort trauert PSG zwei späten Chancen des Uruguayers Cavani nach, von einem gelungenen Spiel spricht dort niemand, zu dünn der Auftritt. Modern, wer gewinnt. Erfolgreich, wer weiterkommt. Was dem einen früher sein Rehhagel ist dem anderen heute sein Mourinho. Die Erfolgreichen nun also unter sich. Weiterlesen