Schlagwort-Archive: Eitelkeit

Rückschau


Veröffentlicht am 30. Dezember 2014

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Fußball 2014 kam in voller Fahrt

Auf der Strecke geht unendlich viel verloren, Ruhm und Schmach haben kaum noch Zeit, sich in die Köpfe zu setzen. Das Karussell Fußball dreht immer schneller, der Zirkus verschlingt oft die Manege, Spiele geben sich im Tagestakt die Klinke in die Hand. Haften bleibt der Weltmeister. Mehr geht auch am Jahresende nicht. Das funkelt auch in der Erinnerung. Wer denkt noch an Geschlagene und Plätze? Deutschland hat das Ding aus Südamerika geholt. Einmalige Leistung. Bei den gut geführten Nachwuchszentren, vielen seriösen Clubs und einer funktionierenden Liga wird es nicht der letzte deutsche Titel bleiben. Die anderen hecheln nur noch hinterher. Weiterlesen

Publicity und Leben


Veröffentlicht am 18. Juli 2014

Fußballer sind längst öffentliche Personen, sie ziehen Massen in den Bann. Was eine öffentliche Person ist, begreift ein Fußballer oft erst am Beginn seiner Kariere oder wenn er schon mittendrin in der Berufsausübung. Selbstbezogene Eitelkeit als Grundpfeiler von Beruf und Profession war früher Schauspielern oder Showsternen vorbehalten, längst ist sie in den Sport eingekehrt. Der Fußballer wird gehört und gesucht, jedes „buh“ von ihm füllt Titelseiten, seine Twittermeldung löscht spielend Regierungserklärungen vom Markt der Meinungen, verdrängt jedes Weltereignis. Vom Teenie über den schreibenden Stift bis zum Regierenden, alle wollen in seine Sonne, buhlen um seine Huld. Der Fußballer kann dies gut finden, er kann es schlecht finden, er muss damit und darin leben. Was ihm auf diesem Weg wirklich schadet und was ihm dabei wirklich nützt, das lehrt ihn erst sein Leben. Dieser Lernprozess lässt kaum Zeit zum Atmen, dem Nachdenken wird nur selten Raum gegeben. Zu schnell stürzen die Verlockungen des Geldes hervor, zu laut dringt der Applaus der Masse ans Ohr. War die Schule des Lebens jedoch nicht nur der Ball und das Mikrofon, ist er für den Sturz in die Alltäglichkeit nach der Karriere hoffentlich bestens gerüstet. Möge das Leben nach dem Sport und den Scheinwerfern gelingen.

Redaktion Magath & Fußball

Mit breiter Brust


Veröffentlicht am 20. November 2013

Der Sport und seine Lautsprecher

Schachgenie Bobby Fischer

Schachgenie Bobby Fischer.

Während der Schacholympiade 1962 faszinierte der 19-jährige Bobby Fischer bereits die anwesende Weltelite, darunter Weltmeister wie Botwinnik und Tal sowie die internationale Fachpresse, war Magnet für viele Fans. Einer jungen Frau gelang es, zum introvertierten Fischer vorzudringen, dem Schachgenie das große Programmheft mit der Foto-Doppelseite aller teilnehmenden Großmeister entgegenzustrecken, verbunden mit der Bitte, doch ein Autogramm auf sein Bild zu setzen. Mit seinem vollen Schriftzug überflog und zeichnete Fischer die gesamte Doppelseite. Auf die empörte Frage der Autogrammjägerin, wo denn nun noch Platz für die anderen Teilnehmer sei, antworte Fischer: „Die anderen sind Quatsch.“ Weiterlesen