Schlagwort-Archive: Emotion

Zirkus


Veröffentlicht am 31. Mai 2015

„Ich denke, dass ich ein romantischer Fan bin. Deswegen will ich es so ausdrücken: Ich habe mehr Sympathie für Iker Casillas, der seit seinen Kindertagen im Klub ist, als für Gareth Bale. Ich hatte mehr Sympathie für Emilio Butragueno als für Hugo Sanchez; mehr für Raul als für Zidane. Für mich ist wichtig, dass ich gesehen habe, wie die Spieler gewachsen, wie sie besser geworden sind. Wenn jemand bereits voll ausgebildet dazustößt, dann ist das gut, aber nur, wenn die Basis der Mannschaft eine andere ist. Falls nicht, dann besteht die Gefahr, dass sich der Verein in eine Art Harlem Globetrotters verwandelt. Und die Globetrotters messen sich nicht mit anderen, sie sind nicht ernsthaft, sie sind eine Showmannschaft, ein Team der Jongleure, eine Zirkustruppe. Doch wer will schon Zirkus ohne Emotion?“

(Javier Marías, Schriftsteller, Real-Fan, 11Freunde-Interview, 05. Mai 2015)

Tradition vs. Moderne


Veröffentlicht am 29. Januar 2015

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Wenn es dumm läuft, spielen vielleicht in nicht mehr ganz so ferner Zukunft Leverkusen, Wolfsburg zusammen mit Leipzig international und vertreten den deutschen Fußball. Macht Ihnen das Angst?
Max Eberl:
Dass Leverkusen mitmacht, ist nichts Neues; dass Wolfsburg ein Konkurrent geworden ist, auch nicht überraschend. Und Leipzig wird sich vielleicht auch einen Platz suchen, aber Hannover, Mainz oder wir haben doch gezeigt, dass auch für andere eine Möglichkeit besteht. Wir werden uns mit einem klaren Plan dieser Aufgabe stellen, in dem wir unsere Euphorie, Emotion und Tradition einbringen.

Die Liga steht also nicht am Scheideweg zwischen den alimentierten Gebilden und den traditionellen Klubs?
Eberl:
Die beiden erfolgreichsten deutschen Vereine der jüngeren Vergangenheit sind Bayern und Dortmund – das sind schon mal Traditionsvereine. Ich glaube weiter daran, dass wir gegen die Werksvereine konkurrenzfähig bleiben können. Ich würde doch viel zu viel Energie vergeuden, mich über die finanziellen Möglichkeiten in Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim zu beschweren – damit verbessere ich unsere Situation nicht. Und mir selbst würde das auch nicht guttun.

(Max Eberl, Interview Auszug Frankfurter Rundschau, 14. Januar 2015)

Aus voller Kehle


Veröffentlicht am 12. September 2013

Fußballgesänge sind längst kulturelles Gut unserer Tage

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Geld, Liebe, Fußball und Musik haben etwas gemeinsam: Sie bewegen die Menschen. Der Fußball nimmt da keine Auszeit vom Leben und hält kräftig mit. Die Töne aus voller Kehle sind allerdings – was Intensität und Lautstärke anbelangt – von Land zu Land unterschiedlich geprägt. Wer das Absingen der brasiliansichen Nationalhymne beim Confed Cup noch im Gehörgang hat, der wird auch an die Kraft des emotionalen Liedes glauben und sich schon auf die WM 2014 freuen. Weiterlesen