Schlagwort-Archive: Endspiel

Ist Vincent Keymer ein deutsches Schach-Jahrhunderttalent?


Veröffentlicht am 7. September 2015

IMG_8510_c

Ein Gastbeitrag von Chessbase-Chefredakteur André Schulz

Es gab einmal eine Zeit, da war Deutschland das führende Schachland und stellte mit Adolf Andersson, Siegbert Tarrasch oder Emanuel Lasker die besten Schachspieler der Welt. Doch das ist lange her. Lasker war von 1894 bis 1921 auch der einzige deutsche Weltmeister. Nach dem Krieg spielten Wolfgang Uhlmann aus Dresden und Robert Hübner aus Köln immerhin noch bei den Qualifikationsturnieren um die Weltmeisterschaft mit und Hübner war in seiner besten Zeit sogar kurze Zeit die Nummer zwei der Welt. Aber auch das liegt nun schon über 35 Jahre zurück. Inzwischen gibt es keinen einzigen deutschen Weltklassespieler mehr. Der letzte Deutsche, der sich immerhin unter den Top 50 der Welt befindet, der in Lettland geborene Arkadij Naiditsch, hat gerade dem Ruf des Geldes folgend den Verband gewechselt und spielt nun für Aserbaidschan. Im Schach ist man sehr liberal in solchen Dingen. Weiterlesen

FC Barcelona – FC Sevilla 5:4 n. V. (4:4, 3:1)


Veröffentlicht am 12. August 2015

imago20713201m_c

Katalanen gewinnen den UEFA-Supercup

Marc-André ter Stegen ist der Pokalmann im Tor des FC Barcelona, deswegen ein kommendes Wiedersehen mit seinem Sprungbrett Borussia Mönchengladbach nicht ausgeschlossen. Seine dortigen Tränen hat längst ein starker Sommer verdampft. Ivan Rakitić, auch er ehemals Bundesligaakteur und heute starker Mitspieler von Lionel Messi, ließ im Vorfeld keine Zweifel aufkommen: „Messi? Wir alle wissen, wer er ist. Er ist der beste Fußballspieler der Geschichte.“ Mit der Meinung ist er wahrlich nicht allein. Allerdings auch keine wirklich neue Meldung aber Tinte für manchen Reporterstift. Die Aussage mag für das Barça-Universum wohl treffend sein, Barcelona ist schließlich eine Art Mittelpunkt des Weltfußballs. Schaut man ausschließlich auf Messis argentinische Nationalmannschaftskarriere, wird der Vergötterte menschlich und man darf beim Blick auf die Fußballgeschichte durchaus andere Sichtweisen vertreten. Rakitić ist nicht nur ein guter Fußballer, er ist darüber hinaus profunder Kenner beider Finalisten, immerhin gewann der ehemalige Magath-Schützling mit Sevilla 2014 die Europa League und ein Jahr später im Trikot des FC Barcelona die Champions League. Nun kreuzte er mit seinem alten Club die Klingen. Beim Blick auf die Aufstellung schien die Favoritenstellung seines heutigen Vereins erdrückend. Der Sieger konnte nur FC Barcelona heißen. Weiterlesen

Sensation und Schande in Atlanta


Veröffentlicht am 23. Juli 2015

Torschütze Giles Barnes (links) und Je-Vaughn Watson schreien ihre Freude über den ersten Finaleinzug Jamaikas heraus.

Torschütze Giles Barnes (links) und Je-Vaughn Watson schreien ihre Freude über den ersten Finaleinzug Jamaikas heraus.

Jamaika schlägt Gastgeber USA, Panama fühlt sich betrogen

Der Titelverteidiger ist ausgeschieden! Zum ersten Mal nach fünf Finalteilnahmen in Serie scheiterte die USA beim Gold Cup vor heimischem Publikum bereits im Halbfinale. Das deutsch-deutsche Trainerduell zwischen Winfried Schäfer und Jürgen Klinsmann ging damit an den 65 Jahre alten Badener, der einst mit einer zwölfjährigen Amtszeit beim Karlsruher SC eine wahrhaft illustre Trainerkarriere begann. Diese führte ihn über Kamerun, die Vereinigten Arabischen Emirate, Aserbaidschan und Thailand schließlich im Juli 2013 auf den Posten des Nationaltrainers von Jamaika. Nach dem Gewinn der Karibikmeisterschaft im vergangenen Jahr schaffte Schäfer mit seinen Reggae-Boys im Georgia Dome in Atlanta Historisches: Durch den 2:1-Erfolg über die USA erreichte der karibische Inselstaat erstmals ein Gold Cup Endspiel. In der Nacht von Sonntag auf Montag trifft Jamaika in Philadelphia auf Mexiko, das dank zweier (!) Elfmetergeschenke und einem dubiosen Platzverweis Panama mit 2:1 nach Verlängerung bezwang. Angesichts dieser gravierenden wie klar ersichtlichen Fehlentscheidungen vom US-amerikanischen Schiedsrichter Mark Geiger fällt es schwer, nicht von organisiertem Betrug zu sprechen – zumal bereits im Viertelfinale Costa Rica in der Partie gegen El Tri klar benachteiligt wurde. Das Ansehen der in Sachen Korruption ohnehin unter Generalverdacht stehenden CONCACAF damit weiter beschädigt. Unter sportlichen Gesichtspunkten hätte Jamaikas Finalgegner im Lincoln Financial Field zweifellos Panama heißen müssen. Weiterlesen

Vielfalt ist Trumpf


Veröffentlicht am 14. Juli 2015

Die Sensation ist perfekt: Guaraní steht erstmals im Halbfinale. Hier bejubelt das Team aus Paraguay den 1:0-Sieg bei Corinthians São Paulo im Achtelfinale.

Die Sensation ist perfekt: Guaraní steht erstmals im Halbfinale. Hier bejubelt das Team aus Paraguay den 1:0-Sieg bei Corinthians São Paulo im Achtelfinale.

Ein Ausblick auf das Halbfinale der Copa Libertadores 2015

Die Copa América ist gerade erst zu Ende gegangen, da leuchtet der südamerikanische Kontinent schon wieder im Zeichen hochklassigen, internationalen Fußballs. Das Halbfinale der Copa Libertadores steht an – und ist als Äquivalent zur europäischen Champions League zweifellos einer der traditionsreichsten und abwechslungsreichsten Vereinswettbewerbe der Fußballwelt. Seit 1960 zählte die ursprünglich unter dem Namen Copa Campeones de América ausgetragene Meisterrunde 25 verschiedene Titelträger. Stolze 23 der bislang ausgespielten 55 Meisterschaften gingen nach Argentinien: der in Avellaneda ansässige Club Atlético Independiente mit der perfekten Bilanz von sieben gewonnenen Endspielen Rekordsieger, dicht gefolgt von den Boca Juniors mit sechs Triumphen. Mit vier gewonnenen Trophäen zählt auch Estudiantes de La Plata zu den erfolgreichsten Adressen in der Geschichte der Copa Libertadores, einzig Club Atlético Peñarol aus der uruguayischen Hauptstadt Montevideo konnte die argentinische Phalanx an der Spitze dieser Rangliste durchbrechen und den Pokal seinerseits bereits fünfmal in Empfang nehmen. Auch 2014 ging „La Copa“ nach Argentinien: Der Papst-Club CA San Lorenzo de Almagro erreichte in Asunción, der Hauptstadt Paraguays, bei Club Nacional zunächst dank eines Treffers in der Nachspielzeit ein 1:1-Unentschieden. Das darauffolgende Rückspiel in Buenos Aires gewann man unter der Leitung des einstigen argentinischen Nationalspielers Edgardo Bauza mit 1:0, San Lorenzo sicherte sich somit den ersten großen Titel seiner Vereinshistorie. Es spricht für die enorme Ausgeglichenheit der südamerikanischen Spielklassen, dass es keine der beiden Mannschaften in diesem Jahr über die Gruppenphase hinaus ins Achtelfinale schaffte. Während der Titelverteidiger automatisch gesetzt war, verpasste Club Nacional gar die Qualifikation für die Gruppenphase. Gleiches ist in Europa undenkbar, wo die besten Plätze an den größten Champions League Fleischtöpfen praktisch im Vorfeld fest vergeben sind. Nicht so bei der Copa Libertadores: Hier sah man in den zurückliegenden vier Jahren sage und schreibe 16 verschiedene Halbfinalisten. Weiterlesen

Chile – Argentinien 4:1 i.E. (0:0 n.V.)


Veröffentlicht am 5. Juli 2015

imago20329572m_c

Gastgeber Chile gewinnt erstmals die Copa América

Im Vorfeld bei Fans wie Medien – nicht unter Spielern – ein unappetitliches Geklimper nebst Diffamierungen auf beiden Seiten. Alte politische Rivalitäten machten vor dem Sport mal wieder nicht halt. Dennoch, es traten zum Endspiel der Copa América 2015 die derzeit besten Teams des Kontinents an, kreuzten im Estadio Nacional in Chiles Hauptstadt Santiago die fußballerischen Klingen. In der Vorfeld-Rhetorik viel vom Generationengold die Rede. Dessen Glanz entfaltet sich im Fußball allerdings nicht immer, ist manchmal mehr Fluch als Segen. Auf der anderen Seite gibt es Siege von historischer Bedeutung. Chile gelang einer. Nun gehört man endlich zu den südamerikanischen Titelträgern. Auch Chile trat mit seiner „Goldenen Generation“ an, bessere Fußballer hatte das Land noch nie. Vor allem hatte man niemals ein besseres Team. Weiterlesen

Juve vs. Barca – Das große Finale


Veröffentlicht am 6. Juni 2015

imago20066715m_c

Wer gewinnt und warum?

Berlin erwartet ein Endspiel mit klingenden Namen. Exzellente Fußballer und bunte Stars füllen die Reihen des FC Barcelona wie die von Juventus Turin. Beide Vereine und deren Geschichte gehören längst zu den Ikonen des Weltfußballs. Eine Champions League Saison kann wahrlich schlechter enden. Das Potenzial reicht aus, um eine würdige, bei gutem Verlauf sogar grandiose Fußballinszenierung abzuliefern. Die Bühne des Berliner Olympiastadions ist für ein Fußballfest gerichtet. Wetterfrösche künden von einem Sommertag, der sich laut Prognosen kurz vor dem Spiel in einem heftigen Gewitter entlädt, welches mit Anstoß aber sein Grollen eingestellt haben soll und der Partie eine frische Brise vorausschickt. Dann liegt es endlich bei den Teams. Der FC Barcelona sicher in einer öffentlichen Favoritenrolle. Juventus Turin in der Wohlfühlposition eines Außenseiters mit Chancen. Oft halten Endspiele nicht, was große Namen versprechen, aber es gibt immer Ausnahmen. Hoffen wir auf einen Sieg des Fußballs. Möge der Bessere gewinnen und nicht Fehlentscheidungen den sportlichen Tag trüben. Magath & Fußball wirft einen Blick auf die möglichen Siegchancen beider Teams. So oder so, es riecht nach Triple. Zwei Teams – zwei Meinungen. Weiterlesen

Auf dem Weg zum Triple


Veröffentlicht am 1. Juni 2015

imago20016673m_c

Barca und Juve feiern Pokalsieg

Das Finale der Copa del Rey geriet am Samstagabend zu einer relativ einseitigen Angelegenheit. Nach dem Gewinn der Meisterschaft sicherte sich der FC Barcelona durch ein 3:1 über Athletic Bilbao im Camp Nou bereits den zweiten großen Titel dieser Saison und hat natürlich trotzdem längst nicht genug. Im Champions League Finale am kommenden Wochenende soll in Berlin nach 2009 das zweite Triple der katalanischen Vereinsgeschichte sichergestellt werden. Als Endspielgegner hat die Alte Dame naturgemäß etwas dagegen. Auch bei Juventus Turin lebt dank Meistertitel und Pokalsieg über Lazio Rom (2:1 n.V.) der Triple-Traum. Weiterlesen

Souveräner Sieg – Gunners verteidigen FA-Cup


Veröffentlicht am 31. Mai 2015

imago20013473m_c

FC Arsenal siegt in Wembley gegen Aston Villa mit 4:0 (1:0)

Endlich hat er den Sir hinter sich gelassen. Arsène Wenger konnte bisher – auf Augenhöhe mit Alex Ferguson – fünf FA-Cup Siege für sich verbuchen. Gleichauf mit beiden, ein Vergessener. Thomas Mitchell, auch er ein Schotte wie Ferguson, holte mit den Blackburn Rovers zwischen 1884 und 1891 ebenfalls fünf FA-Cup Titel. Diese Jahreszahlen erübrigen jedes Wort über die gewichtige Tradition des Spiels Nummer eins auf der Insel. Arsenal-Manager Wenger mit dem frischen Titel Nummer sechs allerdings nicht alleiniger Rekordhalter. George Ramsay – wieder ein Schotte – war von 1884 bis 1926 Manager bei Aston Villa, kommt ebenfalls auf sechs FA-Cup Titel. Lang ist es her. Die Gunners waren mit elf Siegen bereits Rekordhalter, gleichauf mit Manchester United. Nun also brachte die zwölfte FA-Cup Trophäe den alleinigen Spitzenplatz. Auch die Titelverteidigung ist im legendenumwobenen Wettbewerb etwas Besonderes, nur den Wolverhampton Wanderers, Blackburn Rovers und Tottenham Hotspur war dies bisher gelungen. Ob das gute Geschick im FA-Cup Trost für verpasste Meisterschaften und den ewig unvollendeten Traum vom Champions League Sieg, es lässt sich nicht sagen. Wer den Siegeswillen von Arsène Wenger und das Potenzial seiner Mannschaft kennt, wird den Gunners sicher größeren Ehrgeiz unterstellen. Jahr für Jahr unter die Big Four der schwersten Liga der Welt bleibt eine beachtliche Leistung, der FA-Cup Sieg dabei natürlich eine zusätzliche Bestätigung. Die Anhänger dieses Clubs reichen weit über London und England hinaus, auch ein Verdienst des französischen Trainers, der seit 1996 seinem Job bei Arsenal nachgeht, diesen Verein geprägt hat wie keiner seiner 23 Vorgänger. Weiterlesen

Schwarz-Gelbe Flut an der Spree


Veröffentlicht am 30. Mai 2015

imago10568748m_c

BVB mit Heimspiel im Pokalfinale

Die 72. Auflage des DFB-Pokalendspiels sieht im Berliner Olympiastadion den Publikumsmagneten Borussia Dortmund und den scheckbuchgestärkten VfL Wolfsburg aufeinandertreffen. Das geschichtsträchtige Stadion wird dabei in einem schwarz-gelben Meer zur verlängerten Außenstelle des Signal Iduna Parks. Der grün daherkommende, frisch gebackene Vizemeister vom Mittellandkanal wird dennoch wegen der abgelaufenen Saisonleistung als leichter Favorit in die Partie gehen. Zu gerne würde der VW Konzern der 2009 erspielten Magath-Meisterschale neues Siegermetall an die Seite geben. Sicherlich nicht finanziell, aber immer noch sportlich kann der BVB natürlich in einem Spiel mit den Autobauern mithalten. In Sachen Fans spielt man in einem völlig anderen Universum. Borussia Dortmund hat auch in Berlin große Scharen von Anhängern, selbst im Reichstag unter den Abgeordneten gibt es längst die „Bundestagsborussen“. Wolfsburg-Fans sind außerhalb der eigenen Stadtmauer und des Werksgeländes von VW schwerlich mit der Lupe zu finden. Man erwartet dagegen um die 80.000 BVB-Fans in der Bundeshauptstadt. Das Plus der Kehlen, Hände und Herzen liegt am Samstag also eindeutig beim Verein aus der Ruhrmetropole. Die aus Dortmund und ganz Deutschland anreisenden Schwarz-Gelben werden sich mit den Borussen-Fans vor Ort mischen und Berlin einen Tag okkupieren. Der letzte Einsatz von Jürgen Klopp als Borussen-Trainer, der bei ihm immer auch Auftritt, wird ein Übriges tun und noch den letzten BVB-Fan mobilisieren. Bevor die Pöhler-Mütze endgültig an den Nagel der Fußballgeschichte gehangen und ihr Träger zu neuen Ufern aufbricht, möchte das Meer von Borussen-Fans an den heimischen Borsigplatz zurückschwappen, den DFB-Pokal in Händen ihrer Idole sehen und ihren Lieblingstrainer tränenreich verabschieden. VW würde dem geplanten Spektakel wohl liebend gerne mit einem Autokorso in der Autostadt einen Strich durch die Rechnung machen. Egal wer den Pott final in seinen Händen hält, möge die Hawk-Eye-Premiere in einem DFB-Pokalfinale die Chance auf einen gerechten Sieger erhöhen und kein Bayern-Dusel dieses Spiel entscheiden. Auf denn, zum Feste!

Redaktion Magath & Fußball