Schlagwort-Archive: Entscheidungen

Doppelfunktion


Veröffentlicht am 10. Dezember 2015

„Das Entscheidende ist doch: Welche Macht gibt die Vereinsführung einem Trainer? Sie gibt ihm Macht und nimmt sie ihm. Gegen die Vereinsführung haben Sie als Trainer überhaupt keine Chance. Die sind vor Ort vernetzt, sie kommen von außen. Die bestimmen die Kommunikation. Und die Spieler merken sofort, wenn ein Trainer geschwächt wird. Sie spüren, wer hat Macht, wer hat das Sagen. Deshalb war es eine meiner Stärken, dass ich in Stuttgart, Schalke und Wolfsburg die beiden Funktionen als Trainer und Manager vereinigen konnte. Das war der eigentliche Grund, warum ich beides gemacht habe. […] Durch die Doppelfunktion habe ich bei den Spielern eine große Leistungsbereitschaft erlebt. Weil sie wussten: Der entscheidet auch über Transfers. Das war Teil meines Erfolges. Wenn man diese Macht einem Trainer nimmt, spürten die Spieler das sofort. Hoeneß hat das gemacht, indem er die Spieler hochholte in sein Büro und sie sich ausweinen ließ. Und wenn er ihnen dann sagte, da muss ich doch mal mit dem Trainer reden, hat der Spieler schon gewonnen und der Trainer schon verloren.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Dauerlauf Olympia


Veröffentlicht am 28. November 2015

„Es vergeht kein Tag, an dem Olympia keine Rolle spielt. Es müssen jetzt auch wichtige Entscheidungen getroffen werden. Das wird ein Dauerlauf.“

(Olaf Scholz, Hamburger Abendblatt, 13. August 2015)

Unbeugsam


Veröffentlicht am 15. November 2015

„Wenn man die EM jetzt infrage stellt, würde man sich den Regeln der Terroristen beugen. Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, damit die Euro 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden wird.“

(Jacques Lambert, OK-Chef EM 2016, Zitat nach FAZ, 15. November 2015)

Arrigo Sacchi über Arrigo Sacchi


Veröffentlicht am 10. Oktober 2015

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„Ich war der Einzige, der sie führen und dazu bringen konnte, ein Zusammenspiel zu entwickeln, dass ihre Möglichkeiten als Mannschaft maximierten. Meine Philosophie war es, den Spielern so viel wie möglich beizubringen, damit sie so viel wie möglich im Kopf hatten. Derart auf jedes denkbare Szenario auf dem Platz vorbereitet, sollten sie dann in der Lage sein, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Viele glauben, dass es beim Fußball darum geht, dass der Spieler sich selbst entfaltet. Aber das ist nicht der Fall, zumindest nicht an und für sich. Der Spieler muss sich innerhalb der vom Trainer gemachten Vorgaben entfalten. Und deshalb muss der Trainer seinen Kopf mit so vielen denkbaren Szenarien, Instrumenten, Spielzügen, mit so vielen Informationen wie möglich füllen. Dann trifft der Spieler darauf basierend Entscheidungen. Und es geht darum, ein Spieler zu sein. Nicht bloß geschickt oder athletisch. Ich will weder Roboter noch Individualisten. Ich will Leute, die mich verstehen und die ihre Intelligenz in den Dienst der Mannschaft stellen. Kurz gesagt wollte ich Leute, die wussten, wie man Fußball spielt.“

(„Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, London 2008)

Das Allerhöchste


Veröffentlicht am 30. August 2015

„Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich von jedem Spieler verlangen, Schach zu erlernen, um seine Konzentrationsfähigkeit zu schulen. Wenn man Schach erlernt, kann es anfangs drei oder vier Stunden dauern, bis ein Spiel endet. Aber wenn man es beherrscht und beginnt, Blitzschach zu spielen, ist es das Allerhöchste. Schnelle Entscheidungen unter Druck zu treffen – um nichts anderes geht es im Fußball.“

(Alex Ferguson, Meine Autobiographie, Edel Books, 2014)

Markus Liebherr


Veröffentlicht am 7. Februar 2014

Der Retter des FC Southampton

Markus Liebherr

Markus Liebherr verfolgt ein Spiel seiner Saints.

„Manchmal trifft man einen, der ist wie ein Licht…“, diese Gedichtzeile der deutschen Lyrikerin Eva Strittmatter wird man wohl in der südenglischen Hafenstadt Southampton eher nicht kennen. Das Phänomen dieses in Poesie verwandelten Satzes hat man aber im Sommer des Jahres 2009 hautnah erlebt, eine Art Wunder kam über die Fußballherzen der Hafenmetropole. Kein philanthropischer Engländer, kein glitzernder Oligarch oder ein sagenumwobener Scheich war für den FC Southampton zu begeistern. Die Situation des Southampton Football Club ähnelte der Titanic nach deren Begegnung mit dem Eisberg. Eine Geschichte der Leiden lastete auf dem Rücken von Verein und Fans. 2005 stieg der englische Traditionsverein aus der Premier League ab und wurde 2009 in die dritte Liga durchgereicht, 30 Millionen Schulden drückten den Club in Todesnähe. Der Besitzer des Clubs musste Konkurs anmelden, Aktien wurden vom Handel ausgesetzt, Löhne nicht mehr gezahlt. Der Club hatte sich mit dem Bau des schönen, wie kostspieligen St.-Mary’s-Stadion finanziell völlig verhoben. Der Spielbetrieb drohte eingestellt zu werden. Ein Retter war nicht in Sicht. Da stand im Juni 2009 urplötzlich die pure Solidität vor der Tür, ein Schweizer Unternehmer ohne Flitter und Tand, aber dafür mit viel Klang im Namen, einer Vision und Könnerschaft, natürlich auch Geld im Gepäck. Weiterlesen