Schlagwort-Archive: Erinnerung

Keinerlei Groll


Veröffentlicht am 3. Oktober 2015

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„Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, aber ich akzeptiere seinen Entscheid. Wir hatten mit ihm eine unglaublich gute Zeit, alle profitierten lange Zeit extrem von ihm. Ich bin überzeugt, dass wir es mit Lucien Favre geschafft hätten, aus dieser Situation rauszukommen! Es ist natürlich sehr schade, dass er geht. Aber solche Momente sind Teil des Fussball-Geschäfts. Ich werfe Favre nichts vor, sondern behalte ihn in guter Erinnerung. Ich habe unter ihm in meiner ersten Bundesliga-Saison unheimlich viel gelernt, sein Fussball-Stil prägte mich auch als Goalie. Er hat Gladbach vor dem Abstieg gerettet und hier unglaubliche Erfolge gefeiert. Dank ihm erlebte der Klub tolle Jahre. Das sollte niemand vergessen. Wir schätzten Favre sehr, aber jeder ist jetzt genug professionell, um wieder nach vorne zu blicken.“

(Yann Sommer, Interview swissinfo.ch, 21. September 2015)

Mehr als Fußball


Veröffentlicht am 28. Januar 2015

Lionel Messi bei einem Krankenhausbesuch im Hospital del Mar in Barcelona im Januar 2012.

Lionel Messi bei einem Krankenhausbesuch im Hospital del Mar in Barcelona im Januar 2012.

 

„Ich gewinne lieber Titel mit der Mannschaft als individuelle Auszeichnungen zu bekommen oder mehr Tore als jeder andere zu schießen. Es ist mir wichtiger, ein guter Mensch zu sein, als der beste Fußballer der Welt. Was bleibt am Ende, wenn alles vorbei ist? Wenn ich mal in den Ruhestand gehe, möchte ich als einer in Erinnerung behalten werden, der Gutes bewirkt hat. Ich schieße gern Tore, aber ich mag es auch, mit Mitspielern befreundet zu sein. Es ist schön, wenn man dich als Person schätzt und eine hohe Meinung von dir hat.“

(Lionel Messi, Interview mit Ramón Besa und Luis Martín in El País, 30. September 2012)

Tagebuch und Fußball bis ans Ende


Veröffentlicht am 9. Dezember 2013

Der Autor von „Tschick“ und „Sand“ spielte gerne Fußball

Wolfgang Herrndorf - Schriftsteller

Hobbyfußballer Wolfgang Herrndorf (1965 – 2013) – Schriftsteller, Maler u. Illustrator

Am 8. Oktober 2010 klingt es nach dem alltäglichen Leid eines Spielers: „Fußball in der Halle. Nachdem wochenlang jeder Direktpass von mir beim Gegner landete, geht’s heute wieder”. Sport und Fußball auch im Leben dieses bemerkenswerten Menschen. Im Tagebuch vom 2. Dezember 2011 finden wir „Zwei Tore geschossen, eins mit der Hacke”. Dieses Tagebuch, seit Wochen in aller Munde. Sein Verfasser, der Autor, Maler und Hobbyfußballer Wolfgang Herrndorf, starb durch eigene Hand im August 2013. Am Beginn des Jahres 2010 diagnostizierten die Ärzte bei Herrndorf einen unheilbaren Gehirntumor, die Begrenzung der Lebenszeit wurde mit einem Schlag überschaubar. Der Autor kapitulierte nicht, er stürzte sich in die Arbeit, schrieb weiter, begann auch umgehend ein digitales Tagebuch in Form eines Blogs zu führen, welcher nun als Buch auf dem Markt ist. Und er ging weiter zum Fußball, spielte oft und gern. Am 07. Oktober 2011 heißt es „Vom Verlag zum Fußball gerast und so gut gespielt wie lange nicht“. Das Buch bestimmt in diesen Tagen Feuilleton und Kulturteil von Zeitungen, Magazinen und TV Formaten. Der Buchtitel „Arbeit und Struktur“ ist mit dem Blog gleichen Namens identisch, ein Meisterwerk der Tagebuchliteratur, in dem der Sport seinen Platz hat. Unter dem 19. August 2011 bemerken wir „Fußball, nachdem ich fast verschlafen habe. Läuferisch gut.“ Wer aufmerksam liest, findet eben nicht nur einen großartigen Chronisten seiner selbst und klugen Beobachter unserer Zeit, sondern auch einen Menschen, der gerne Sport trieb, Zeit am Wasser verbrachte und die Natur liebte. Laufen, mit dem Rad fahren, Schwimmen, Volleyball, lange Spaziergänge, Eishockey und vor allem Fußball gehörten zum aktiven Leben, solange es eben ging. Am 27. Dezember 2010 ist zu lesen: „Fußball mit meinem Vater und seiner Gruppe, die seit knapp 50 Jahren zusammen spielt”. Eines darf auf keinen Fall übersehen und vergessen werden, der universelle Künstler Wolfgang Herrndorf war auch Mitglied der Fußballnationalmannschaft der Autoren namens „Autonama“. Diese wurde einst von keinem Geringeren als von Hans Meyer trainiert. Wolfgang Herrndorf wird also nicht nur als großartiger Schriftsteller in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein begeisterter und leidenschaftlicher Hobbyfußballer. Es würde ihn freuen. Wie heißt es im Tagebucheintrag vom 14. Mai 2010: „Nach langer Zeit wieder Fußball in der Bergstraße. Wie schon beim letzten Mal kämpfe ich mit der Nostalgie…”

(Zitate: Wolfgang Herrndorf, „Arbeit und Struktur“, Rowohlt-Berlin, Dezember 2013)

Redaktion Magath & Fußball

Er machte die Menschen glücklich


Veröffentlicht am 2. September 2013

Zum 100. Geburtstag von Liverpool-Legende Bill Shankly

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Im Zorn ähnelte dieser Schotte aus Glenbuck dem Donnergott Thor, in seiner Zuneigung konnte er herzlich und hilfreich sein wie Florence Nightingale. In Liverpool beim FC begann er 1959 und hat aus einem zweitklassigen Verein „The Reds“ geschaffen, dafür gesorgt, dass die Mannschaft zurückkehrt in die erste Liga. Detail- und erfolgsbesessen, mit Sachverstand gesegnet, schuf er einen der besten Fußballvereine der Welt, einen großen Club. Die Trikots des FC Liverpool gehören heute rund um den Globus zu den begehrtesten Ausstattungsstücken, die sich Fußballfans gönnen. Für den FC Liverpool zu spielen, bleibt Lebenstraum vieler Fußballer.  Weiterlesen