Schlagwort-Archive: Ernst Happel

Selbstaufgabe


Veröffentlicht am 16. Oktober 2015

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Bundesliga verabschiedet die Meisterschaft

Die Zwerge kapitulieren. Den Bayern ist kein Vorwurf zu machen, sie haben sich das hereinbrechende Gesamtlob verdient, erspielt und über Jahre erarbeitet. Das nötige Kleingeld für Mario Götze, Robert Lewandowski, Diego Costa, Arturo Vidal und allem was sonst an Personal nötig selbstverständlich stets zur Hand. En passant haben sie nun auch den Kampfgeist in der Liga des Weltmeisters gebrochen und pulverisiert, eine neue Qualität, so noch nicht dagewesen. Die Kapitulation der ehemaligen Gegner, vielleicht die größte Leistung der Bayern. Die Bundesliga ist von Angst befallen, in einer Art vorauseilendem Gehorsam gehen keine sportlichen Kampfansagen Richtung München, sondern nur noch der kollektive Kotau. Ein Mix aus Huldigungs- und Ergebenheitsadressen erreicht den Tabellenführer im Minutentakt. Vermeintliche Konkurrenten für wenigstens ein Spiel senden Gesten der Selbstaufgabe. Die Übungsleiter schauen aus dem Trainingsanzug wie verirrte Lämmer vor der Schlachtbank, huldigen dem Bayern-Spiel und dessen Trainer schon vor Anpfiff. Staunend, wie Kleinkinder im Spielzeugladen, bedanken sie sich artig, wenigstens dabei sein zu dürfen. Zauberlehrlinge bestaunen Merlin. Wie wirkt dieses Verhalten der Verantwortungsträger eigentlich auf die ihnen anvertrauten Spieler und Mannschaften? Von denen darf doch der Fan und Zuschauer Leistung, Kampf und Einsatz sowie Tore, Siege und Punkte erwarten. Wo ist im Bundesliga-Alltag des Jahres 2015 nur die Courage früherer Herausforderer geblieben? Weiterlesen

Ernst Happel (III) – Brüsseler Spitze


Veröffentlicht am 31. August 2013

Happels Jahre in Belgien, wieder eine Erfolgsgeschichte

„Gescheitert“. Welch ein Wort im Universum des Ernst Happel. Lakonisch und klar brachte es Happel auf den Punkt, in Sevilla beim FC gab es keine Lorbeeren. Der Meistertrainer und frisch gebackene Macher des Europapokalsiegers Feyenoord Rotterdam geht zum spanischen Zweitligisten, dem FC Sevilla und will diesen in die erste spanische Liga und dann auch zu Titeln und Triumphen führen. Der Beginn ist schon das Ende. Eine zugesagte Mitarbeiterschaft des Dolmetschers von Max Merkel scheitert an dessen eigenen Trainerambitionen. Dieser Dolmetscher hat in der Vorsaison an der Seite von Merkel seinen Anteil an der Meisterschaft von Atlético Madrid, Merkels größtem Trainer-Triumph. Weiterlesen

Ernst Happel (II) – Holländische Jahre


Veröffentlicht am 13. August 2013

Ein Wiener zieht in die Welt, um den Fußball zu revolutionieren

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In Zeiten, wo Wohnungssuche und Harndrang von Spielern oder die Flughafenankunft eines Trainers Fußballnachrichten darstellen, ist den Apologeten solcher Meldungen schwer zu vermitteln, wie großartig und erfolgreich ein Trainer vom Qualitätsschlag Ernst Happels auch in unserer Zeit wäre. Aura und Charakter, wenn sie mit Kontur, Ecken und Kanten daherkommen, sind angeblich nicht mehr gefragt. Weit gefehlt! Das Außergewöhnliche im Fußball wird nur von außergewöhnlichen Persönlichkeiten geschaffen und ist auch nach Happel oft von seinem Holz. So Luis Aragonés, der Spaniens Nationalmannschaft aus 40-jähriger Agonie erweckte, so Felix Magath, der aus grauen Mäusen erfolgreiche Meisterwölfe machte und so Otto Rehhagel, der einen Fußballzwerg zum europäischen Thronriesen erhob. Durch die Bank eher kluge Beobachter als denn hyperaktive Dampfplauderer. Kollegen nach Happels Geschmack. Der Welt erfolgreichster Fußballtrainer war einem Happel immer näher als jedem Konzepttrainer, wer den Sir auf der Rennbahn trifft, sollte ihn danach fragen. Weiterlesen

Ernst Happel


Veröffentlicht am 19. April 2013

„Das ist ein Klosterschüler, aus dem im harten Profigeschäft nie etwas wird.“
(Hamburg 1981)

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„Magath hat auch ‚Drecksarbeit‘ erledigt, ist nach hinten gelaufen, hat sich den Ball wieder erobert, den Ball nach vorn geholt und die Mannschaft angetrieben.“
(Innsbruck 1991)

(Zitate aus „Ernst Happel – Genie und Grantler“, Klaus Dermutz, Verlag die Werkstatt, 2012)