Schlagwort-Archive: Europameister

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung III


Veröffentlicht am 19. Dezember 2014

Schauspieler Gert Voss (1941 – 2014)

Schauspieler Gert Voss (1941 – 2014)

Abseits vom Fußball

Gert Voss starb am Tag des Endspiels, auf das er sich nach Bekunden von Freunden schon sehr gefreut hatte. Am Nachmittag des 13. Juli 2014 endete in einer Wiener Klinik das Leben des größten Theaterschauspielers unserer Zeit im Alter von 72 Jahren. Aus dem Land Shakespeares die größte Auszeichnung seines Lebens. Die ehrwürdige Times kürte Gert Voss im Jahr 1995 zum besten Schauspieler Europas. Mehr geht nicht, Voss sozusagen Europameister. Wer ihn auf der Bühne sah, wird ihn nicht vergessen, seine Kunst und sein Können begann wo andere schon am Ende aller Möglichkeiten, er machte Theater und Stücke lebendig und erlebbar, aus seinen Vorstellungen ging man bereichert. Seine Rollen und Triumphe, seine Größe und seine Regisseure zu notieren hieße unendliche Seiten füllen. Nicht nötig, es ist alles gesagt, auch von ihm. Unsterblich war er schon vor seinem Tod. Kurz vor diesem Tod erschienen seine Lebenserinnerungen, ein spannendes, ein ernstes, ein witziges und ein gutes Buch. Ein Buch von einem Theatermann, vor allem das Buch eines anständigen Menschen. Wer sich von den künstlichen Aufgeregtheiten des Fußballs erholen will, wo noch die letzte Blähung zu einem Orkan aufgeblasen, der sollte über die Feiertage zu „Ich bin kein Papagei“ greifen, dabei eine lesenswerte Erfahrung machen und eine aufregende Reise durch ein grandioses Theaterleben antreten. Weiterlesen

Made in Germany


Veröffentlicht am 16. November 2014

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Rehhagels Disziplin und Ordnung machte Griechenland einst zum Europameister

Wenn vermeintliche Fußballnationen gepeinigt, dann sind die Färöer-Inseln nicht weit. Einst schlugen sie, es war in der EM-Qualifikation 1990, auf fast heimischem Boden, man spielte im schwedischen Landskrona, die Österreicher mit 1:0. In unserem Nachbarland ist das seither eine quälende Sporterinnerung. Nun machte sich die Nationalmannschaft von der 43.000 Einwohner Insel auf nach Hellas und besiegte, was einst nicht mal dem persischen Großkönig Xerxes gelang, die Griechen auf deren heimischem Boden. Für den Ex-Europameister keine geringere Schmach als für die Wiener Alpenrepublik. Im Resultat kostete diese Niederlage dem italienischen Trainer Claudio Ranieri den Job, den er erst im Sommer diesen Jahres angetreten. Die Probleme des griechischen Fußballs liegen aber in einer eher schwachen Liga und den Verhältnissen im griechischen Fußball, weniger beim Trainer. Die Zeche zahlt aber wie immer dieser, und natürlich allein. Ranieri geht und ein Name ist wieder allgegenwärtig, weil gerade in Untergangstagen immer wieder die trostlose Gegenwart mit Niederlagen gegen Rumänien, Nordirland und die Färoer von der gloriosen Vergangenheit überdeckt wird. Dann hört man es über den Peloponnes schallen, was das doch für Zeiten waren, als der Deutsche noch unseren Fußball lenkte. Weiterlesen

Der Gestalter


Veröffentlicht am 12. November 2014

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Cesc Fàbregas findet bei Chelsea seine Rolle und ist der Motor im Mourinho-Team

In der katalonischen Gemeinde Arenys de Mar erblickte er 1987 das Licht der Welt, zehn Jahre später bereits Schüler der legendären Ausbildungsakademie La Masia und Teil des großen FC Barcelona. 2003 fürchtete der blutjunge Cesc Fàbregas die große Konkurrenz bei Barca und sah wenig Perspektiven. Arsenal-Boss Wenger sah auch etwas, Potenzial und Zukunft des Jugendlichen, das Bündnis wurde geschlossen, Fàbregas Teil der Gunners. Der Katalane kam in ein furioses Klima, in seinem ersten Jahr debütierte er nur im Ligapokal, dort mit seinen 16 Jahren jüngster Arsenal-Spieler aller Zeiten. Fàbregas erlebte hautnah, wie die Gunners ihre größte Saison spielten, die Meisterschaft holten, dabei keine Partie verloren. Als Arsenal an die Titelverteidigung ging, gehörte Fàbregas zum Kader, hatte am 15. August 2004 gegen den FC Everton seinen heiß ersehnten Premier League Einstand. Weiterlesen

Weltmeister Favorit – Europameister gestolpert


Veröffentlicht am 11. Oktober 2014

Alte und neue Kräfte auf dem Weg nach Frankreich

Deutschland muss keinen Tritt befürchten, der polnische Kader ist dem Weltmeister deutlich unterlegen. Kann sich die Truppe von Joachim Löw motivieren wird in Polen kein Stolperstein warten, der Weg nach Frankreich bleibt ein leichter Aufgalopp. Leicht sah es vor dem Start in die Qualifikation auch für Holland und Guus Hiddink aus. Seine zweite Amtszeit soll endlich wieder einen Titel bringen. Die 1988 in Deutschland erspielte EM-Krone bleibt der vorerst einzige Triumph der Elftal. Auf der Bank damals Hollands Trainerfürst Rinus Michels. Seither versuchten sich alle holländischen Trainerkoryphäen. Leo Beenhakker, Dick Advocaat, Guus Hiddink, Frank Rijkaard, Bert van Marwijk, Marco van Basten und Louis van Gaal nahmen Anlauf, allein ein Titel sollte dabei nicht rausspringen. Im Nacken hatten sie alle eine Hundertschaft von mehr oder minder fähigen Experten, das halbe Land und den Großen Johan Cruyff, der es stets besser wusste und weiß aber bis heute nie das Amt übernommen hat. Hiddink bekam nun wie van Gaal eine zweite Amtszeit, deren Start geriet eher dürftig. Die Auftaktniederlage in Tschechien war nicht im Erfolgsplan vorgesehen. Die Scharte nun aber etwas ausgewetzt. Mit einer Quälerei im Heimspiel gegen den Nobody Kasachstan, wo erst ein Platzverweis der Kasachen die Holländer auf die Siegerstraße führte wird dem konzilianten Hiddink etwas Gegenwind nehmen. Glanzlichter waren im Spiel seines Teams allerdings absolute Mangelware. Was wohl Johan Cruyff dazu sagt? Weiterlesen

Auftritt Titelverteidiger – ein wahrer Monarch


Veröffentlicht am 7. Juni 2014

Seit 2011 darf er sich Marqués nennen. Gebrauch macht er davon nicht. Bei Anhäufung von Ehre verweist der Geachtete auf eine Lebensmaxime, man solle sich selbst bitte nicht zu wichtig nehmen. Spaniens König Juan Carlos hat dem Bescheidenen – der im Beruf der erfolgreichste spanische Fußballtrainer aller Zeiten – diesen Adelstitel verliehen. Juan Carlos dankt nun ab, der Thron geht an seinen Sohn. Die Spanier sind nicht mehr glücklich mit ihrer Monarchie und ihren Monarchen. Wenn sie die Wahl hätten würden sie nur einen König akzeptieren, den Marqués. Diesen wohl mit einem Abstimmungsergebnis nahe 100 Prozent: Vicente del Bosque González, Marqués de Del Bosque. Weiterlesen

Herzlichen Glückwunsch, Otto Rehhagel!


Veröffentlicht am 9. August 2013

Fußballeuropameister Otto Rehhagel wird stolze und junge 75

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Otto Rehhagel fasziniert. Die Zahl seiner Jahre und Spiele in der Bundesliga sind längst Legion. Man könnte über Anfänge und eine langen Weg schreiben, über die große Ära in Bremen oder die Sensation, einen Aufsteiger im Expresstempo sofort zum Deutschen Meister zu machen. Viele Stationen und große Geschichten müsste man beleuchten. Bei Otto Rehhagel aber nicht nötig, wer den Fußball liebt und kennt, der weiß um diese lebende Legende, es muss nichts mehr gesagt oder geschrieben werden. Der deutsche und internationale Fußball haben dem Jubilar viel zu verdanken, die Bundesliga im Besonderen. Eine Leistung allerdings überstrahlt und wird die Zeiten überdauern, ist für die Fußballewigkeit gemacht, nie kann man aufhören sie zu loben und zu achten, uneingeschränkten Respekt zu zollen. Der Europameisterstitel mit Griechenland ist eine der herausragenden Trainerleistungen der Sport- und Fußballgeschichte. Niemand sonst hätte diese vollbringen können, nur Otto Rehhagel und seine unumstößliche Wahrheit: „Modern spielt, wer gewinnt.“

Dem „großen Griechen“ aus Essen alles Gute zu seinem Festtag, für alle kommenden Dinge und privaten Lebensstationen eine erfüllte wie glückliche Zeit. Danke Otto Rehhagel und herzlichen Glückwunsch zu sehr jungen und stolzen fünfundsiebzig Jahren!

Felix Magath und Redaktion Magath & Fußball

Otto Rehhagel, pur und unverstellt


Veröffentlicht am 9. August 2013

„Modern spielt, wer gewinnt.“

„Meine Nationalmannschaft, das sind alles gute Jungs. Früher hat jeder gemacht, was er wollte. Jetzt macht jeder, was er kann. Ich bin der Chef, das ist doch klar.“

„Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe eine demokratische Diktatur eingeführt.“

„Es gibt den Spruch: Man spielt nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Wir haben es nicht zugelassen.“

„Ich glaube, ich kann mit meinem Auto in Athen jetzt wieder die Busspur benutzen.“

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„Wenn wir zweimal gewinnen, wollen sie gleich Europameister werden, und wenn wir zweimal verlieren, wollen sie sich gleich ins Meer stürzen.“

„Wir haben den Franzosen das angeboten, was sie noch nicht kannten. Wir sind näher ran gegangen an die Leute.“

„Du musst als Trainer genug verdienen, um mit 50 in der Klapsmühle erster Klasse liegen zu können.“

„Ich bin ein erfahrener Cowboy, mir pinkelt keiner in die Satteltasche.“

„Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

„Modern spielt, wer gewinnt.“

(Otto Rehhagel)

Triumph der Einfachheit


Veröffentlicht am 16. Juli 2013

Vicente del Bosque prägt mit seiner Persönlichkeit den spanischen Fußball

imago10902593m_cSchwer ruht das Haupt, das eine Krone drückt. Vicente del Bosque weiß um Bürde und Flüchtigkeit einer von „König Fußball“ verliehenen Regentschaft. Weltmeister! Empfang beim König. Liebling der Nation. Milde lächelnd nahm er die Ehrungen hin. Die Gedanken sind ihm auch im Erfolg nicht ins Gesicht geschrieben. Der wirkliche Triumph stand allerdings noch bevor. Xavi und Iker Casillas, Weltstars beide, wussten, wie sie ihrem Trainer danken konnten. Sie brachten dessen geliebten Sohn Alvaro mit auf das Oberdeck des Busses, der die Furia Roja durch das euphorisierte Madrid fuhr. Del Bosque, dessen Sohn am Down-Syndrom leidet, zeigte Rührung und alle Anstrengung des WM-Turniers fielen von ihm ab. Weiterlesen

Felix Magath


Veröffentlicht am 19. April 2013

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Eine Karriere
Fußballer, Trainer, Manager
Jahrgang 1953 / Geburtsort: Aschaffenburg
Nationalmannschaft
43 Spiele (3 Tore); 2x WM-Teilnahme, 1x EM-Teilnahme
Vereine als Spieler
Victoria Aschaffenburg, 1. FC Saarbrücken, Hamburger SV (426 Spiele, 84 Tore)
Erfolge
Europapokal der Landesmeister: 1983 (Finaltorschütze)
Europapokal der Pokalsieger: 1977 (Finaltorschütze)
Deutscher Meister: 1979, 1982, 1983
Vizeweltmeister: 1982, 1986
Europameister: 1980
Vereine als Trainer und Manager
1. FC Saarbrücken, KFC Uerdingen, FC Bremerhaven, Hamburger Sportverein, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, FC Bayern München, FC Schalke 04, VfL Wolfsburg, Fulham FC
Erfolge
Deutscher Meister: 2005, 2006, 2009
Deutscher Pokalsieger: 2005, 2006
Ligapokalsieger: 2004
UI-Cup-Gewinner: 2002
Auszeichnung zum Trainer des Jahres: 2003, 2005, 2009
Soziales Engagement: Vorsitzender Stiftungsrat Phytokids Stiftung,
„Ein Herz für Kinder“
Hobbies: Schach, Kriminalliteratur, Laufen, Tee
Ehrenmitgliedschaft: Hamburger Sportverein