Schlagwort-Archive: Familie

Felix Magath und Weihnachten


Veröffentlicht am 24. Dezember 2015

„Ich wünsche mir nichts Materielles mehr. Mit fünf Jahren habe ich mal ein Fahrrad bekommen. Da war ich irre stolz und bin es gefahren, bis es auseinandergefallen ist. Später gab’s dann mal Fußballschuhe. Aber inzwischen wünsche ich mir nur Zeit mit der Familie. Dieses Zusammensein habe ich in meiner Kindheit nicht erlebt. […] Auch wenn ich derzeit keinen Verein trainiere, sieht man sich doch im Jahr immer nur selten, weil alle ihre Verpflichtungen haben: Schule, Sportverein, Freunde. Daher genieße ich es einfach, zehn Tage am Stück mit der Familie zu verbringen. […] Traditionell mache ich mit den Kindern einen Heiligabend-Spaziergang, um den Weihnachtsmann zu suchen. Zwar haben wir den in den ganzen Jahren noch nicht gefunden, die Kinder glauben auch nicht daran, dennoch soll das Ritual bleiben. […] Immer eine Gans mit Knödeln. Ganz klassisch.“

(Felix Magath, Interview Express, 24. Dezember 2015)

Zuverlässiger „Fußballgott“


Veröffentlicht am 22. Juli 2015

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Borussia Mönchengladbach und Tony Jantschke: Das passt!

Tony Jantschke ist anders als viele seiner Berufskollegen. Gladbachs Nummer 24 zählt nicht zu den schillernden Stars in der Manege, wirkt inmitten einer sämtlichen rationalen und gesunden Verhältnismäßigkeiten entrückten Branche beinahe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Wie ein archaisches Überbleibsel aus einer Zeit, in der Fußball noch Fußball war und es weniger auf eine marktgerechte Inszenierung des Schauspiels, als auf die nüchterne, sportliche Leistungsfähigkeit ankam. Jantschke ist weder Selbstdarsteller noch Lautsprecher, wirkt wesentlich älter, reifer als jene 25 Jahre, die sein Spielerpass ausweist. Auf Auswärtsreisen spielt er lieber Skat oder Doppelkopf, wenn die meisten Teamkollegen den DVD-Player oder das iPad vorziehen. Im Großen und Ganzen ist er einfach er selbst, weiß was er kann und ist damit bislang außerordentlich gut gefahren. Jantschke muss niemandem mehr etwas beweisen, hat sich dennoch in seinem öffentlichen Auftreten stets eine angenehme Bodenständigkeit bewahrt. Freilich hat auch der gebürtig aus Hoyerswerda im sächsischen Landkreis Bautzen stammende Defensivspezialist gelernt, mit der Zeit zu leben, besitzt inzwischen natürlich einen Twitter-Account, pflegt sein eigenes Facebook-Profil. Das alles aber wirkt bei ihm echt und weniger künstlich – wie seine Verbundenheit zur Borussia aus Mönchengladbach. So etwas kommt an bei den Fans, erst recht am Niederrhein, wo sich Tony Jantschke bei der aufstrebenden Fohlenelf auch dank Lucien Favre zum unverzichtbaren Leistungsträger und Anführer entwickelt hat. Weiterlesen

„So schnell wie möglich Ruhe“


Veröffentlicht am 27. Februar 2015

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Wolfgang Hesl im Interview

Bei der Spielvereinigung Greuther Fürth steht der Kapitän zwischen den Pfosten. Wolfgang Hesl ist in seiner dritten Saison beim Kleeblatt ein echter Führungsspieler, ein sicherer Rückhalt und für viele seiner jungen Mitspieler eine wichtige Stütze. Der gebürtig aus Nabburg in der Oberpfalz stammende Schlussmann kam im Sommer 2012 von Dynamo Dresden an den Ronhof, spielte zuvor für den österreichischen Bundesligisten SV Ried und den Hamburger SV. Beim 7:0-Sieg über den Karlsruher SC wurde Hesl am letzten Spieltag der Saison 2007/08 eingewechselt und feierte mit der Raute auf der Brust sein Bundesliga-Debüt. In seiner Fürther Premierensaison konnte er den Abstieg aus dem Oberhaus zwar nicht verhindern, beinahe wäre im letzten Jahr jedoch eine schnelle Rückkehr geglückt. Nur aufgrund der Auswärtstorregel scheiterte Greuther Fürth in der Relegation mit viel Pech ausgerechnet am HSV. Die laufende Spielzeit indes entwickelte sich für die Spielvereinigung trotz des vielversprechenden Auftakts und des spektakulären 5:1-Derbysiegs über den 1. FC Nürnberg zu einer schwierigen Runde, derzeit belegt die Mannschaft mit 27 Punkten aus 22 Spielen Tabellenplatz 13 und ist längst nicht von allen Sorgen befreit. Seit Beginn der Woche heißt der neue, alte Trainer der Weiß-Grünen Mike Büskens, Frank Kramer wurde durchaus überraschend nach vier Punkten aus den letzten beiden Spielen von seinen Aufgaben entbunden. Wolfgang Hesl bleibt dennoch ein Ruhepol, einer der nicht mit markigen Sprüchen daherkommt, vielmehr sachlich und in aller Deutlichkeit die richtigen Dinge anspricht. Im Interview mit Magath & Fußball spricht der sympathische Torhüter über den Trainerwechsel, einen Kindheitstraum sowie über die Zeit nach seiner Profikarriere – und berichtet außerdem von einer einschneidenden Veränderung: Seit Anfang Januar ist Wolfgang Hesl stolzer Familienvater. Weiterlesen

Bis 2019 beim BVB


Veröffentlicht am 10. Februar 2015

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„Wo ich gekommen bin, habe ich auch schon gesagt, dass ich mit dem Club etwas vorhabe, mit den Fans im Rücken, mit den Spielern. Ich habe einfach das Gefühl, dass es noch nicht vorbei ist – auch in der jetzigen Situation. Das ist natürlich sehr schwierig, aber ich stehe dazu. Man fällt und gewinnt zusammen und von daher ist das natürlich auch eine Entscheidung fürs Leben. Nicht umsonst habe ich so lange überlegt. […] Ich bin hier aufgewachsen, ich bin hier geboren und habe in meiner Jugend schon hier gespielt, dann zwei, drei Umwege genommen. Ich fühle mich einfach wohl und wer mich kennt, der weiß, dass mir das am wichtigsten ist – dass ich mich wohlfühle, dass ich meine Familie um mich habe, mein Umfeld, meine Freunde. Das ist manchmal mehr wert, als alles andere.“

(Marco Reus, Interview BVB total!, 10. Februar 2015)

Weihnachtsritual


Veröffentlicht am 24. Dezember 2014

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„Früher habe ich den Baum selbst geschmückt, aber nun sind die Kinder ja größer und können das auch schon. Da bleibt für mich meistens nicht mehr viel zu tun, aber ich versuche, dass das Schmücken eine gemeinsame Aktion ist. […] Nach dem Essen ziehen wir uns ordentlich an und gehen in die Kirche. Anschließend haben wir ein schönes Ritual: Ich suche mit den Kindern den Weihnachtsmann. Wir haben ihn bislang allerdings noch nicht gefunden, aber wir versuchen es jedes Jahr aufs Neue.“

(Felix Magath, Interview Die Welt, 23. Dezember 2009)

Auf den Gabentisch – kurz vor Schluss


Veröffentlicht am 23. Dezember 2014

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Furioser Roman über Liverpool-Legende Bill Shankly

Statistiken behaupten, der Großteil der Fußballfans ist männlich und die Mehrheit der Leser von Romanen weiblich. Kurz vor dem Weihnachtsfest der Versuch einer Zusammenführung. David Peace ist einer der spannendsten Autoren unserer Zeit, seine Kriminalromane führen uns tief in den Abgrund menschlicher Taten, knapp die Sprache, düster die Handlung, es gibt kein Gut und Böse, jeder trägt Schuld. Der Leser braucht Nerven, dafür wird er nie gelangweilt. Aufwühlend und verstörend kommen diese Meisterwerke daher. Seine von realen Ereignissen angeregten Romane brennen unter der Haut, gehen an Grenzen. Wer das „Red Riding Quartett“ über den Yorkshire Killer oder die „Tokyo-Krimis“ gelesen, der war Gast in der Apokalypse. Ein leidenschaftlicher Schreiber ist dieser Brite aus Ossett. Mit weniger Blut aber gleichermaßen Spannung springt uns David Peace in Sachen Fußball an, seiner zweiten Obsession. Vor Jahren beschäftigte ihn die Trainerlegende Brian Clough in dem Roman „Damned United“, nun huldigt er einem anderen Trainerdenkmal, dem Schotten Bill Shankly. Ein Meisterwerk mit allem was Fußball ausmacht, ein Werk voller Leidenschaft, von Größe und tiefem Fall. „Red or Dead“ ist ein wunderbarer Fußballroman. Was will man mehr? Weiterlesen

God is good


Veröffentlicht am 28. Oktober 2014

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Ein Hoffnungsträger für die Three Lions

Nicht Wayne Rooney, auch nicht Danny Welbeck, Daniel Sturridge, Rickie Lambert oder Jay Rodriguez lautet der Name des bis dato gefährlichsten Engländers in der Premier League. Saido Berahino, 13-facher U21-Nationalspieler in Diensten von West Bromwich Albion, hat nach dem neunten Spieltag bereits sieben Treffer auf dem Konto, wird bislang in der Torjägerliste nur von Sergio Agüero und Diego Costa (beide neun) übertroffen. Der 21 Jahre alte Angreifer mit der Rückennummer 18 war zuletzt in vier Spielen fünfmal erfolgreich, traf in der Vorwoche im „The Hawthorns“ sowohl gegen Manchester United als auch gegen Crystal Palace (jeweils 2:2). Schon jetzt wird an der Anfield Road wie an der White Hart Lane öffentlich über eine in diesem Falle wohl äußerst kostspielige Verpflichtung des Shootingstars im Winter spekuliert, sein Länderspieldebüt für England wohl nur eine Frage der Zeit. Angesichts der gegenwärtigen Sturmflaute bei den Three Lions scheint eine erstmalige Berufung Berahinos schon für die Partie gegen Slowenien in der EM-Qualifikation Mitte November durchaus im Bereich des Möglichen. Gottvertrauen, Coach Alan Irvine und nicht zuletzt ein Blick auf die eigene Geschichte sorgen derweil dafür, dass der Torjäger in der Welt frühreifer, ruhmgeschwängerter Fußball-Halbgötter nicht die Bodenhaftung verliert. Weiterlesen

Nottingham Forest Football Club


Veröffentlicht am 17. September 2014

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FC Fulham Gast im City Ground

Zwischen dem Craven Cottage und dem City Ground von Nottingham Forest liegen 256 km. Nottingham beheimatet zwei der ältesten Fußballclubs der Welt. Notts County, aktuell League One, wurde 1862, Nottingham Forrest, aktuell Championship, wurde 1865 gegründet. 1866 bestritten beide Teams das erste Derby der Fußballgeschichte. Robin Hood durchstreift nicht mehr die Wälder um Nottingham, aber seine Legende lebt. Auf allen Kontinenten kennt man die Taten des ehrlichen Räubers und seiner Gefährten, auch Hollywood sei Dank. Ein Denkmal des Helden mit dem Bogen steht heute vor dem Schloss von Nottingham. Die Stadt in den East Midlands beherbergt nicht nur rund 300.000 Einwohner, sondern auch weitere Legenden. Der „Ye Olde Trip To Jerusalem“ soll angeblich ältester Pub in England sein, aus der Zeit der Kreuzzüge stammen. Auch Könige wirkten in Nottingham. Wilhelm der Eroberer ließ im Jahr 1068 auf dem Sandsteinfelsen von Nottingham ein Schloss errichten. Der englische Bürgerkrieg nahm 1642 in Nottingham seinen Anfang. In Nottingham atmet man in allen Straßen Tradition. Die britische Industrie sah in Nottingham stets ein wichtiges Zentrum. Die berühmte „Raleigh Cycle Company“ versorgt seit 1887 die Briten mit Drahteseln, die „Imperial Tobacco Group“ mit Zigaretten und Tabak. Die Stadt in der Grafschaft Nottinghamshire ist auch bedeutendes Bildungszentrum, nennt zwei Universitäten ihr Eigen. Zur Universität Nottingham gehört das „Queen’s Medical Centre“, größtes Krankenhaus in Großbritannien. In der Stadt gibt es vier Theater. Nottinghams zentrale Lage macht die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt für Schiene und Straße. Seit 1969 ist Karlsruhe die deutsche Partnerstadt von Nottingham. Weiterlesen

Ausgleichssport


Veröffentlicht am 27. Juni 2014

Kevin Spacey.

Kevin Spacey.

Der erste Ruhetag der WM, durchpusten angesagt. Wer sich vom Fußball für eine Moment befreien möchte und muss, das Leben wartet in Form der Familie, von sonnigen Freibädern, Sport und Spaziergängen an frischer Luft oder in guten wie spannenden Büchern auf uns Menschen. Solcher Art aufgetankt lässt sich jede WM-Anspannung besser ertragen. Gute Musik – egal welcher Couleur – bringt einen auch auf Trapp. Wer Ablenkung braucht und den Platz vor der Glotze partout nicht verlassen möchte, dem empfehlen sich außerdem die TV-Kracher der letzten und aktuellen Saison. Von „Breaking Bad“ liegen inzwischen alle Staffeln vor, Fernsehen pur. Die Mutation eines begabten Highschool-Paukers zum gefürchteten Drogenbaron „Heisenberg“ hält nicht nur in Atem, sie bietet Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Dieser Kunst alle Ehre bereitet auch Kevin Spacey in der Rolle des Frank Underwood in der Netflix-Produktion „House of Cards“. Im direkten Dialog mit dem Publikum gibt uns Spacey fundamentale Sätze auf den Lebensweg, die oftmals in biblischer Sprachgewalt daherkommen und tiefe Wahrheiten enthalten. Kostprobe:

„Ein Versprechen zeichnet sich dadurch aus, dass es gehalten wird – auch wenn sich die Umstände ändern.“

Wer der Wirklichkeit entrinnen und sich lieber in Phantasiewelten vom Alltag und dem Fußball erholen möchte, der bleibt weiterhin bei „Game of Thrones“ bestens unterhalten. Dagegen fast zu realistisch „True Detective“, dieser TV-Achtteiler führt ins Herz der Finsternis und zu grausigen Kriminalfällen in Louisiana. Ein phänomenales Hollywood-Doppel aus Matthew McConaughey und Woody Harrelson trägt diesen Kracher. Wenn alle Freizeittipps nicht fruchten und die Droge Fußball weiter ruft, selber gegen den Ball treten und spielen ist immer noch der beste Kick, den der Fußball parat hat. Der Ball rollt und das Leben bleibt nicht stehen. Und bald klopft ja das Achtelfinale an die Tür…

Redaktion Magath & Fußball