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„Die Kunst des Krieges“


Veröffentlicht am 8. Juli 2014

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Brasilien und Deutschland spielen in Belo Horizonte um den Finaleinzug

Deutschland trifft auf angeschlagene Brasilianer, die mit dem Anführer (Thiago Silva) gleich noch ihre Gallionsfigur (Neymar) verloren. Der Kapitän fällte sich selbst, der auserkorene Heils- und Titelbringer Opfer eines tragischen Fouls. Das Spiel der Seleção, während des Turniers von wenigen Säulen und einem grandiosen Publikum getragen, nun um zwei zentrale Bausteine ärmer. Solcher Art wohl nur noch ein lockeres Gebälk, welches dem Ansturm der Deutschen nicht standhalten kann. Die Gastgebernation im kollektiven Schockzustand und wachsendem Fatalismus. Halt sucht man bei Trainer Scolari. Felipão soll es richten. An seiner Tafelrunde ist schwerlich Ersatz zu finden. Er muss sich fühlen, als hätte König Arthus seinen Edelritter Lancelot und den getreuen Parzival in einer Schlacht verloren. Arthus rief in höchster Not nach dem Zauberer Merlin. Aber für Brasilen kein Zauberer weit und breit. Scolaris Lieblingsautor Sunzi, dessen Traktat „Die Kunst des Krieges“ der Weltmeistertrainer von 2002 in und auswendig beherrscht, sagt in seinem strategisches Meisterwerk: „Wenn du nicht stark bist, sei klug.“ Klugheit wird Scolari brauchen, um das wohl Unvermeidliche zu vermeiden. Im deutschen Lager kann man dieser Partie entspannt entgegensehen. Man hält alle Trümpfe sicher in der Hand. Die Zielgerade ist wie gemacht für einen deutschen WM-Sieg. Brasilien schon vor Anpfiff entscheidend geschwächt, den kommenden Finalgegner tritt man dann mit einem zusätzlichen Ruhetag entgegen und im Endspiel wird man als Bezwinger des Gastgebers sicher auch die brasilianischen Fans auf seiner Seite haben. Die titellosen Jahre neigen sich mit aller Macht dem Ende. Wie heißt es bei Sunzi: „Wenn Du Deinen Feind kennst und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten.“ Noch 180 Minuten bis zum vierten Stern.

Redaktion Magath & Fußball

Die Zwei


Veröffentlicht am 12. Juni 2013

Scolari und Parreira sollen Brasilien zum WM-Triumph 2014 führen

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Brasilianische Fußballgeschichte ist immer auch die Fußballgeschichte der Welt, eine formidable Chronik großer Tragödien und noch größerer Triumphe. Einst galt Brasilien als Mittelpunkt der Fußballwelt, eine Einschätzung, die längst nicht mehr den aktuellen Fußballrealitäten entspricht. Brasilianische Fußballgrößen wie Garrincha, Vava, Pelé, Tostáo, Gérson, Zico und Ronaldo zieren die Ruhmeshallen des Weltfußballs, die Liste ließe sich in die Unendlichkeit erweitern, kein Land hat so viele Ausnahmespieler hervorgebracht. Von den Favelas bis zu den futuristischen Wohn- und Büropalästen Oscar Niemeyers sind sie die Helden ihrer Nation, der Begriff Volkssport hat für den brasilianischen Fußball bis heute lebendige Gültigkeit. Doch die letzten Jahre waren eher matter Abglanz einstiger Größe. In solcher Not greift man auch in Brasilien gern auf Bewährtes zurück. Zwei Männer mit großer Vergangenheit sollen dem brasilianischen Fußball neues Leben einhauchen, an Erfolge vergangener Tage anknüpfen. Keine Zukunftsvision wird ihnen abverlangt, sie sollen nur ein Jahr erfolgreich arbeiten und dem großen Ziel alles unterordnen, am Ende ihrer Arbeit muss der sechste WM-Titel für Brasilien stehen. Nicht mehr und nicht weniger wird von ihnen erwartet, ansonsten gilt ihre Mission als gescheitert. Weiterlesen