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Zweimal Gruppensieg, zweimal Enttäuschung


Veröffentlicht am 10. Dezember 2015

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Durchwachsenes Bundesliga-Ergebnis in der Champions League

In Europas prestigeträchtigstem Wettbewerb ging in dieser Woche die erste Halbserie zu Ende. Für die Bundesliga zeichnete die Champions League Saison bislang ein unstetes Bild. Dass der FC Bayern München zum sechsten Mal in Serie als Gruppenerster ins Achtelfinale einzieht, ist zwar längst keine Selbstverständlichkeit, durfte aber dennoch erwartet werden. Der abschließende 2:0-Sieg bei Dinamo Zagreb, sichergestellt durch einen Doppelpack von Robert Lewandowski nach der Pause, bedeutete obendrein einen neuen Rekord: 15 Punkte aus sechs Begegnungen lieferten die Bayern bereits mehrfach, nie jedoch war das Trefferverhältnis von 19:3 Toren ein besseres. Gleichzeitig durfte Pep Guardiola in seiner 80. Partie in der Königsklasse seinen 50. Dreier bejubeln – kein Trainer benötigte bislang weniger Partien als der Katalane, um diese Marke zu erreichen. Während der Rekordmeister seine Pflichtaufgabe also mit Auszeichnung erfüllte, sorgte der VfL Wolfsburg für eine große Überraschung. Erstmals in seiner Klubhistorie zählt der DFB-Pokalsieger aus der Autostadt in der Champions League zu den besten 16 Mannschaften. Der verdiente 3:2-Erfolg über Manchester United war dabei aus vielerlei Gründen besonders wertvoll: zum einen sorgte er natürlich dafür, dass die Wölfe es den Bayern gleichtaten und sich letztlich in souveräner Manier vor dem PSV Eindhoven den Gruppensieg sicherten. Zum anderen bedeutete der Sieg über die Engländer aber auch eine späte Genugtuung, scheiterten die Grün-Weißen doch bei ihrem ersten Champions League Anlauf in der Saison 2009/10 noch am Dreifachtorschützen Michael Owen im United-Trikot, das allerdings längst nicht mehr jenen Glanz versprühen mag, wie noch zu Sir Alex Fergusons Zeiten und im Frühjahr 2016 nun durch die Europa League getragen wird. Nicht zuletzt hätte der Zeitpunkt des Wolfsburger Durchbruchs auf internationaler Bühne für den angeschlagenen Volkswagen Konzern kaum besser gewählt werden können. Weiterlesen

Remembrance poppy


Veröffentlicht am 7. November 2015

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Roter Mohn der Erinnerung

Die ins Auge springende Blume ist jedem Zuschauer von Premier League Spielen und Beobachtern des englischen Fußballs ein bekannter Blickfang. Wer kennt ihn nicht, den stilisierten roten Mohn? Ob an Trikots, am Mantelkragen von Trainern, auf der Anzeigetafel oder Plakaten der Fans, jener blutrote Mohn gehört zum Fußball auf der Insel. Als remembrance poppies bezeichnet man im angelsächsischen Raum diese künstlichen Mohnblumen, welche dort ein Symbol des Gedenkens und der Trauer sind. Das Ritual der roten Mohnblume wird in den Wochen vor dem Kriegstotengedenktag im Commonwealth praktiziert, gehört in Britannien zum festen Bestandteil von Nation und Geschichte. In Kanada pflegt man ebenfalls diese Art der Trauerkultur. Bei der Amtseinführung der neuen Regierung von Premierminister Justin Trudeau trugen alle neuen Minister selbstverständlich die remembrance poppy an ihrer Kleidung. Ähnlich dem deutschen Volkstrauertag, wird beim Remembrance Day vor allem der Kriegstoten gedacht. In England ist der 11. November dieser Remembrance Day, der Tag des Waffenstillstandes am Ende des 1. Weltkrieges. Ihren Ursprung als nationales Symbol findet die rote Mohnblume in einem Gedicht des kanadischen Leutnants John McCrae. Dieser verfasste es unter dem Titel „In Flanders Fields“ im Mai 1915. Er verarbeitet darin den Verlust gefallener Kameraden während der Zweiten Flandernschlacht im April 1915. Zwischen den notdürftig aufgestellten Grabkreuzen für die gefallenen Soldaten blühte in Flandern schnell der rote Mohn. So beginnt das Gedicht auch mit den Zeilen „In Flanders fields the poppies blow, between the crosses, row on row…“. Seither ist die Mohnblüte vor allem das erinnernde Symbol für gefallene Kriegstote. Auch der Leutnant John McCrae überlebte den 1. Weltkrieg nicht. In einem Militärlazarett in Nordfrankreich verstarb er am 28. Januar 1918 an Entkräftung und einer einsetzenden Lungenentzündung. Seine Zeilen haben ihn und seine Kameraden unvergesslich gemacht und gehören heute zur Identität von Great Britain. Der Fußball auf der Insel und seine Protagonisten verbeugen sich an Spieltagen mit dem tragen der Mohnblüte und gedenken damit auf öffentliche Weise den gefallenen Soldaten, insbesondere den Opfern aus zwei Weltkriegen. Ehre ihrem Angedenken.

Redaktion Magath & Fußball