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Blamiert nach Kräften


Veröffentlicht am 9. Juni 2015

Barcelona Fans verzweifeln am Berliner Flughafen

Die Hotels bis unters Dach ausgebucht, das Wetter herrlich, die Stimmung gut und viele fröhliche Gäste aus Barcelona wie Turin. Für Umsatz ward gesorgt. Berlin profitierte mächtig vom Champions League Endspiel. Die Völker der Welt, zumindest deren Fußballanahang, schauten auf diese Stadt. Aber wieder diese unendliche Geschichte. Die deutsche Hauptstadt bewährte sich erneut als weltweite Lachnummer in Sachen Flughafen. Keiner kann diese Provinzposse besser aufführen als Berlin und sich dabei regelmäßig nach Kräften blamieren. Auch ein Talent. Diesmal hat die Peinlichkeit die Fans des FC Barcelona erwischt. Champions-League-Sieger Barça beschwerte sich sogar bei der europäischen UEFA über die unhaltbaren Zustände am Flughafen Berlin-Schönefeld. Der Club fordert vehement eine offizielle Entschuldigung. Auslöser waren laut den Barça-Verantwortlichen „schwerwiegende Zwischenfälle“ bei der Abreise eigener Fans vom Berliner Airport Schönefeld. Im Protest ist vom „veralteten“ Flughafen die Rede, dessen Chaos die Barcelona Fans in gehörigen Frust versetzte. In einer vorgeblichen Weltmetropole erwartet auch der Fußballfan anderes aber er lernt schnell: man ist in Berlin. Tausende Anhänger des FC Barcelona mussten im Morgengrauen stundenlang auf ihre Abflüge warten, Flughafenverantwortliche seien dabei für Barça-Offizielle und Betroffene erst gar nicht erreichbar gewesen. Vier Zubringer-Busse für 5.000 Passagiere aus Spanien sorgten für latentes Chaos. Menschen mit körperlichen Behinderungen seien ebenfalls von der schlechten Organisation betroffen gewesen. So präsentierte sich Berlin der Welt. Ein Flughafen-Sprecher erklärte derweil in bester Beamtensprache, die Flughafengesellschaft wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Grundsätzlich würden Beschwerden geprüft und erst danach gebe es eine Bewertung. Ach was!

Redaktion Magath & Fußball

Solidarität von Arsène Wenger


Veröffentlicht am 2. Dezember 2013

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Zahir Belounis. Bis gestern saß der unbekannte französische Fußballprofi in Katar fest. Ohne Zustimmung seines Arbeitgebers, des katarischen Armeeklub Al-Jaish, erhielt er kein Reisevisum. So behandelt Katar seine Arbeitsmigranten, so sind dort die Gesetze. Nun ist Belounis nach langem Kampf am Donnerstag in Paris gelandet, wohl nur, weil er auf Gehälter verzichtet. „Teilweise haben sie mich zerstört“, sagte Belounis am Flughafen den vielen Reportern. Zu seinem Kampf gehörten auch offene Briefe an Zinédine Zidane und Pep Guardiola. Die FIFA hat ihre WM an Katar verkauft. Zidane, der wie Belounis algerische Wurzeln hat, und Guardiola sind Katars hochbezahlte WM-Botschafter. Geholfen haben andere, so etwa die internationale Spielergewerkschaft FIFPro, Menschenrechts-organisationen und verschiedene Medien. Auch Arsène Wenger solidarisierte sich mit Belounis. Die FIFA schwieg, ebenso Zidane und Guardiola. Der Bayern-Trainer ist nun in der Ethik-Liga ein Tabellennachbar der FIFA. Was sagt er dazu? Vielleicht nimmt ihn ja fcb.tv für seine Feigheit in die Mangel.

(Die Zeit, 29. November 2013)