Schlagwort-Archive: Fohlenelf

Fragile Personalie


Veröffentlicht am 16. November 2015

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André Schubert hat sich auf den Chefposten gearbeitet

Die Gladbacher Borussia erfreut sich noch heute einer Beliebtheit, welche aus großer Zeit stammt und ein kleines Städtchen in ganz Europa populär machte. Ein Aufstieg aus der Vergangenheit, sehr lange her und doch stets lebendig. Es war der Schweizer Lucien Favre, der aus der Asche dieser Vergangenheit ein neues Feuer entfachte, bis auch dessen Glut erkaltete. In der verklärten Vergangenheit der Fohlen wird viel gestochert, wenn man über die jeweils aktuelle Borussia spricht. Ein Mythos kann auch Klotz am Bein sein. So wird der frisch ernannte Chefcoach André Schubert flugs mit einem statistischen Zahlenwert über Hennes Weisweiler und Udo Lattek gehoben. Die Zahlen stimmen, bleiben aber mediale Milchmädchenrechnung. Irgendwann konnte keiner an den Jubelarien vorbei und André Schubert wurde neuer Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach. Weiterlesen

Die Sache mit dem Elfer…


Veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich aus elf Metern nicht entgehen.

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich nicht entgehen.

Wölfe und Fohlen mit knappen Niederlagen gegen Manchester – Ein Überblick über den zweiten Spieltag in der Champions League Gruppenphase

Mit einem Paukenschlag begann die Partie im Old Trafford: Die grün-weißen Gäste aus Wolfsburg kombinierten sich sehenswert durch die Abwehrreihe der Red Devils und gingen bereits nach fünf Minuten durch Daniel Caligiuri in Front – da staunten die knapp 75.000 Zuschauer in Manchester nicht schlecht. Als hätten die Mannen von Louis van Gaal ein solches Hallo-Wach-Signal unbedingt gebraucht, spielte bis zur Halbzeitpause fortan nur noch United. Wayne Rooney ließ die große Chance zum Ausgleich noch liegen, kurz darauf aber deutete Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf den Punkt. Torschütze Caligiuri bekam das Spielgerät im eigenen Sechzehner aus kurzer Distanz an den Unterarm geflankt – Absicht oder nicht, eine schwierige Entscheidung. Der Spanier Juan Mata jedenfalls blieb eiskalt und vollstreckte sicher links unten. Die Wölfe mit dem Stand von 1:1 beim Gang in die Kabine sicher nicht unzufrieden, nach dem Seitenwechsel allerdings ging das Anrennen des Premier League Tabellenführers unvermindert weiter. Einen abgeblockten Schussversuch des starken Bastian Schweinsteigers verlängerte wieder Mata geistesgegenwärtig und mit der Hacke über die VfL-Defensive in den Strafraum, wo Innenverteidiger Chris Smalling am schnellsten geschaltet hatte und das Leder ins Tor bugsierte. Mit der 2:1-Führung im Rücken zog sich Manchester United jetzt unerklärlich weit zurück, wenig bis nichts war mehr zu sehen von der millionenschweren Luxus-Offensive der Engländer. Wolfsburg nun mit der zweiten Luft und dem Mute der Verzweiflung, der eingewechselte André Schürrle und Ricardo Rodríguez kamen dem Ausgleich noch einmal ganz nah. Unterm Strich stand für den Bundesliga Vizemeister in Manchester letztlich trotz guter Leistung eine knappe Niederlage, einen Punkt aber hätte sich der VfL allemal verdient gehabt. Ganz ähnlich erging es derweil der Gladbacher Borussia im Duell mit Uniteds Stadtrivalen. Weiterlesen

Bundesliga vs. Manchester


Veröffentlicht am 27. September 2015

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Tabellenspitze der Premier League trifft auf Fohlen und Wölfe

Zwei Duelle Bundesliga gegen Premier League stehen auf dem Plan des kommenden Spieltags der Champions League. Die Hälfte der deutschen Starter setzt sich mit dem Fußball der Stadt Manchester auseinander. Wackelnde Wölfe reisen zu Manchester United, berappelte Fohlen empfangen Manchester City. Ein Blick auf die Tabellenspitze der Premier League lohnt: Louis van Gaal hat sein Team mit unspektakulärem Fußball und stimmenden Ergebnissen auf Tabellenplatz eins gebracht, die Spieler finden sich zu einer Mannschaft. Diese Tabellenführung beruht auch auf dem kollektiven Schwächeln der angeblichen Großteams, deren Spiele und Ergebnisse einen gewissen Lotteriecharakter tragen. Weiterlesen

Keine Chance – aber ein perfekter Einstand


Veröffentlicht am 24. September 2015

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Gladbacher Traumstart im ersten Spiel unter André Schubert

Was war das für ein Paukenschlag am Sonntagabend: Einen Tag nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen Köln verkündete Lucien Favre seinen Rücktritt. Aus freien Stücken wohlgemerkt und mit dem Zusatz, er sei jetzt nicht mehr der richtige Trainer für eine Gladbacher Borussia, die er seit Jahresbeginn 2011 vom letzten Tabellenplatz bis in die Champions League geführt hatte. Trotz der Pleitenserie zu Beginn dieser Bundesliga-Saison schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe – und erwischte bei den Gladbachern nicht nur Manager Max Eberl auf dem falschen Fuß. Die eigenwillige Entscheidung des Schweizers auch deshalb fragwürdig, weil sie für alle Beteiligten offenbar aus heiterem Himmel kam. Über Favres Motive, die letztlich zu diesem Schlussstrich führten, kann Stand heute freilich nur spekuliert werden. Man mag deshalb nicht den Stab brechen über einen besonderen Trainer, der bisweilen etwas skurril und aus der Zeit gefallen schien, den Fohlen aber buchstäblich Flügel verlieh und den Mythos Borussia mit neuem Leben füllte. Mitten hinein in eine sportlich ohnehin ziemlich schwierige Phase schwappt am Niederrhein jetzt allerdings eine Trainerdiskussion, die den Traditionsclub wohl oder übel mindestens bis zur Winterpause beschäftigen und die – ohne großes eigenes Zutun – nur allzu bereitwillig öffentlich aufgenommen wird. Schon in den ersten Stunden wurden von Jupp Heynckes über Thomas Schaaf bis hin zu Jürgen Klopp sämtliche potenzielle, mehr oder weniger realistische Nachfolgekandidaten durch den Blätterwald getrieben. Eine spannende Entscheidungsfindung deutet sich an, zumal bei der Borussia der sportliche Anspruch nicht zuletzt durch Favres Arbeit in den letzten Jahren merklich gestiegen ist. Die erste Interimslösung ist im vormaligen U23-Coach der Gladbacher André Schubert gefunden. Sein Einstand im Heimspiel gegen den FC Augsburg hätte nicht besser verlaufen können. Weiterlesen

Eine Lanze für Lucien Favre


Veröffentlicht am 20. September 2015

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Saisonstart der Fohlen befeuert die Schlagzeilen – Trainer Favre tritt zurück

Für Lucien Favre gilt was José Mourinho über sich sagte: „Ich bin ein guter Trainer, egal ob ich Spiele gewinne oder nicht.“ Das Diktum von Felix Magath, vor Beginn der Saison geschrieben, war ein berechtigtes Kompliment: „Für mich ist Favre der beste Trainer der Bundesliga. Denn man sollte das Ergebnis der Arbeit eines Trainers immer in Relation zu den finanziellen Möglichkeiten setzen.“ Nun ist Lucien Favre zurückgetreten und arbeitet nicht mehr bei den Fohlen. Borussia Mönchengladbach und seine Trainer waren immer ein Zulieferbetrieb für Clubs mit unerschöpflichen Finanzmitteln. Früher ging man von Gladbach zu den Bayern und argumentierte mit der Sehnsucht nach einem großen und internationalen Club, damit der Geldsegen nicht so im Vordergrund stand. Heute erliegen Spieler sogar den Sirenen von Werksvereinen wie Leverkusen und Wolfsburg, deren unerschöpfliche Mittel satte Gehälter versprechen. Die dadurch gerissenen Lücken müssen bis heute von Trainern wie Lucien Favre Saison für Saison geschlossen werden. Weiterlesen

Zuverlässiger „Fußballgott“


Veröffentlicht am 22. Juli 2015

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Borussia Mönchengladbach und Tony Jantschke: Das passt!

Tony Jantschke ist anders als viele seiner Berufskollegen. Gladbachs Nummer 24 zählt nicht zu den schillernden Stars in der Manege, wirkt inmitten einer sämtlichen rationalen und gesunden Verhältnismäßigkeiten entrückten Branche beinahe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Wie ein archaisches Überbleibsel aus einer Zeit, in der Fußball noch Fußball war und es weniger auf eine marktgerechte Inszenierung des Schauspiels, als auf die nüchterne, sportliche Leistungsfähigkeit ankam. Jantschke ist weder Selbstdarsteller noch Lautsprecher, wirkt wesentlich älter, reifer als jene 25 Jahre, die sein Spielerpass ausweist. Auf Auswärtsreisen spielt er lieber Skat oder Doppelkopf, wenn die meisten Teamkollegen den DVD-Player oder das iPad vorziehen. Im Großen und Ganzen ist er einfach er selbst, weiß was er kann und ist damit bislang außerordentlich gut gefahren. Jantschke muss niemandem mehr etwas beweisen, hat sich dennoch in seinem öffentlichen Auftreten stets eine angenehme Bodenständigkeit bewahrt. Freilich hat auch der gebürtig aus Hoyerswerda im sächsischen Landkreis Bautzen stammende Defensivspezialist gelernt, mit der Zeit zu leben, besitzt inzwischen natürlich einen Twitter-Account, pflegt sein eigenes Facebook-Profil. Das alles aber wirkt bei ihm echt und weniger künstlich – wie seine Verbundenheit zur Borussia aus Mönchengladbach. So etwas kommt an bei den Fans, erst recht am Niederrhein, wo sich Tony Jantschke bei der aufstrebenden Fohlenelf auch dank Lucien Favre zum unverzichtbaren Leistungsträger und Anführer entwickelt hat. Weiterlesen

Sonntag der Klassiker


Veröffentlicht am 23. März 2015

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Bayern unterliegt Gladbach, Barca bezwingt Real, Manchester United triumphiert an der Anfield Road

Anders als in der Primera División hatte das Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntagabend keinerlei Bedeutung für das Meisterschaftsrennen, wohl aber seinen unverminderten nostalgischen Wert. Einst in den Siebziger Jahren der große Klassiker des deutschen Fußballs – zwischen 1969 und 1977 wurde Borussia Mönchengladbach fünfmal Deutscher Meister, der FC Bayern viermal – sind die Voraussetzungen beider Clubs heute gänzlich unterschiedlicher Natur. Während die Münchner gemeinsam mit Real Madrid und dem FC Barcelona das europäische Top-Trio bilden, im Geld schwimmen und sich einen echten Luxuskader leisten können, beschreiten die Fohlen einen anderen Weg. Einen, der unter Max Eberl insbesondere von kluger wie kreativer Personalpolitik gekennzeichnet ist und der dank Lucien Favre trotz des traditionellen personellen Aderlasses Jahr für Jahr aufs Neue Erfolg verspricht. In der kommenden Saison könnte nun die Champions League Hymne erstmals auch am Niederrhein erklingen, die Ausgangssituation vor dem Saisonfinale ist besser denn je. Erst recht nach dem überraschenden aber keinesfalls unverdienten 2:0-Sieg in der Allianz Arena, der unter gütiger Mithilfe von Welttorhüter Manuel Neuer zustande kam. Weiterlesen