Schlagwort-Archive: Fußballer

Irischer Ex-Fulham Spieler über Felix Magath


Veröffentlicht am 13. April 2018

„I can’t thank him enough for what he did for me. He gave me my full debut in the Championship, which was putting big trust in me as I was only 20. I look back on my time working under him fondly because he started me in a few games.”

(Sean Kavanagh, Shamrock Rover FC, Interview, The42, 12. April 2018)

Gelenkte Gier


Veröffentlicht am 18. Juli 2015

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Das aberwitzige Wechseltheater des Raheem Sterling

Ein Paradeexemplar des modernen Jungprofis, längst kein Einzelfall, ließ dieser Tage den Fußball in den Spiegel schauen und offenbarte mal wieder die dunkle Seite des Sports. In England ging ein gewaltiges Schmierentheater über die Fußballbühne. Der Hauptakteur eine Mischung aus unreifem Kind, großer Hoffnung und hohem Risikofaktor. Seine Torquote ist ausbaufähig, der linke Fuß schwach, die Launenhaftigkeit greifbar. Er ist jung und schnell, bringt Leben auf die Außenbahn, zeigt dabei erstaunliche Dribblings, die Flanken kommen meistens an. Dazu besitzt er noch einen englischen Pass. So etwas reicht aus, um in Englands Fußball als große Nummer zu gelten und für 69 Millionen Euro Ablöse den Verein zu wechseln. Weiterlesen

Chile – Argentinien 4:1 i.E. (0:0 n.V.)


Veröffentlicht am 5. Juli 2015

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Gastgeber Chile gewinnt erstmals die Copa América

Im Vorfeld bei Fans wie Medien – nicht unter Spielern – ein unappetitliches Geklimper nebst Diffamierungen auf beiden Seiten. Alte politische Rivalitäten machten vor dem Sport mal wieder nicht halt. Dennoch, es traten zum Endspiel der Copa América 2015 die derzeit besten Teams des Kontinents an, kreuzten im Estadio Nacional in Chiles Hauptstadt Santiago die fußballerischen Klingen. In der Vorfeld-Rhetorik viel vom Generationengold die Rede. Dessen Glanz entfaltet sich im Fußball allerdings nicht immer, ist manchmal mehr Fluch als Segen. Auf der anderen Seite gibt es Siege von historischer Bedeutung. Chile gelang einer. Nun gehört man endlich zu den südamerikanischen Titelträgern. Auch Chile trat mit seiner „Goldenen Generation“ an, bessere Fußballer hatte das Land noch nie. Vor allem hatte man niemals ein besseres Team. Weiterlesen

* 9. Februar 1931 – † 29. Juni 2015


Veröffentlicht am 29. Juni 2015

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Josef Masopust

Ihm gelang, was weder Diego Maradona noch Lionel Messi ihr Eigen nennen können. In einem WM-Endspiel schoss er ein Tor. Es war 1962 im Estadio Nacional de Chile zu Santiago, wo aktuell die Copa América 2015 ihrem Höhepunkt entgegen schwingt. Ein Mann aus dem großen Gestern des Fußballs war Josef Masopust, dessen Geburtsdorf Střimice schon in den Fünfziger Jahren dem Bergbau weichen musste. Am 9. Februar 1931 wurde er dort geboren, in Prag ist er nun am 29. Juni 2015 im Alter von 84 Jahren gestorben. Von 1952 bis 1968 spielte er für seinen geliebten Verein Dukla Prag, stand in 333 Spielen für den Club auf dem Platz und schoss 69 Tore. Im linken Mittelfeld zog er die Fäden und agierte stets auf technisch hohem Niveau. Es waren vor allem und ständig die Südamerikaner, unter ihnen der große Pelé, die ihn als „Brasilianer“ bezeichneten – zur damaligen Zeit noch ein uneingeschränktes Kompliment – damit seine Brillanz am Ball und seine spielerische Leichtigkeit ehrten. 1954 debütierte er im Nationalteam der Tschechoslowakei, 1966 beendete er nach 63 Länderspielen seine Karriere in der Nationalmannschaft. Mit Dukla wurde er achtmal Meister in seiner Heimat, der größte Triumph allerdings in der Niederlage. In besagtem Endspiel der WM in Chile gelang ihm am 17. Juni 1962 der Treffer für die Ewigkeit. Es war die 15. Minute, als die Tschechoslowakei den Favoriten schreckte und durch Josef Masopust mit 1:0 in Führung ging. Am Ende siegten die Brasilianer mit 3:1. Masopust kehrte mit seinem Team als Vizeweltmeister in die Heimat zurück, bejubelt und geehrt, als wäre man mit dem Titel heimgekommen. Seine Ehrungen waren damit nicht zu Ende. Im Jahr 1962 umgehend der größte persönliche Triumph. Josef Masopust wurde vor dem legendären Eusébio und dem deutschen Defensivstrategen Karl-Heinz Schnellinger Europas Fußballer des Jahres und gewann den Ballon d’Or. Bis 2003 blieb er der einzige Tscheche, dem diese Auszeichnung verliehen wurde, 2003 folgte ihm darin sein bei Juventus spielender Landsmann Pavel Nedvěd. In seiner Heimat trauert man weit über die Fußballszene um Josef Masopust. Die kleine Nation hat einen großen Sportler und Zeitzeugen verloren.

Redaktion Magath & Fußball

Felix Magath vs. Garri Kasparow


Veröffentlicht am 20. November 2014

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Geschichte und Notation der Partie

In der FAZ brachte es Felix Magath einst auf den Punkt oder besser auf die 64 Felder: „Schach ist aufgrund der vielen Steine eigentlich ein Mannschaftssport und alle Fußballer sollten auch Schach spielen.“ Wie gut der Fußballer, Trainer, Manager und Sportler Magath auch den „Mannschaftssport Schach“ beherrscht, konnte er bei einem Simultanwettkampf am 5. Juni 1985 im Spiegel-Verlagshaus an der Brandstwiete zu Hamburg gegen Garri Kasparow unter Beweis stellen und schlug sich bei dieser Auseinandersetzung sehr achtbar. Der Hobbyspieler Felix Magath hielt mit den schwarzen Steinen gegen den Giganten Garri Kasparow, neben Bobby Fischer, Emanuel Lasker und Magnus Carlsen wohl der beste Schachspieler aller Zeiten, beachtliche 33 Züge stand. (Am Ende des Beitrages die Notation der Partie.) Weiterlesen

Capital One Cup


Veröffentlicht am 26. August 2014

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In England startet die zweite Runde im Ligapokal

Nachbarschaftsduell in London. Die Stadien des FC Fulham und des FC Brentford trennen nur 16 Autominuten. Man trifft sich zum Pokalduell. Der League Cup (Football League Cup) ist ein Pokalwettbewerb im englischen Fußball, der in dieser Saison unter der Bezeichnung Capital One Cup ausgespielt wird. Ähnlich dem großen Pokalbruder FA Cup wird er im K.O.-System ausgetragen. Anders als im FA Cup sind hier nur die 92 Mitglieder der Football League, die den Cup-Wettbewerb auch selbst organisiert, und die Vereine der Premier League startberechtigt. Der Gewinner des Capitol One Cup qualifiziert sich für die UEFA Europa League, wenn er nicht bereits durch andere Platzierungen startberechtigt. Der League Cup liegt in seiner Bedeutung im Schatten des legendären FA Cups und kann an dessen Popularität nicht heranreichen. Teams aus der Premier League, zumal die großen Tiere, spielen in den ersten Runden gerne mit ihrer zweiten Garnitur, testen dort Spieler und schonen die Stars. Allerdings wird enorm gefightet, für einige Fußballer ist dies die einzige Bühne, auf der sie sich zeigen können, dementsprechend geht es zur Sache. Kommen die Mannschaften ins Finale, nehmen auch die Großen es sehr ernst und spielen, als ginge es ums Leben. Die Aussicht auf Titel und Topf und das Fluidum von Wembley wirken auch hier magisch. In der zweiten Runde wird der Wettbewerb qualitativ hochwertiger, die Teams der Premier League stoßen zu den Siegern der ersten Runde. Manchester United hat den FC Liverpool nicht von allen Ästen gesägt, die Reds sind mit acht Siegen Rekordtitelträger in diesem Wettbewerb. Aktueller Titelverteidiger ist Manchester City, am 2. März gewann man das Finale in Wembley gegen den AFC Sunderland mit 3:1 nach 90 Minuten. Der FC Fulham tritt auswärts beim Ligakonkurrenten und Championship-Aufsteiger FC Brentford an. Die Mannschaft aus dem Westen von London liegt momentan auf Rang 15 der Tabelle und ist mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage besser in die Saison gekommen, als der FC Fulham. In den Reihen der Brentforder auch ein Deutscher: Der in Weißenfels geborene Mittelstürmer Nick Proschwitz spielt seit Saisonbeginn im Team von Trainer Mark Warburton.

Capital One Cup 2014/15, 2. Runde
Brentford FC – Fulham FC
Termin: Dienstag, 26. August 2014
Anstoß: 20.45 Uhr (MESZ)
Stadion: Griffin Park, London

Redaktion Magath & Fußball

Kein Esel


Veröffentlicht am 22. August 2014

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„Wenn ich 55 Minuten lang Autogramme gegeben habe, muss ich nicht auch noch irgendwo posten: War ein toller Tag heute. […] Ich bin froh, dass die Leute in meinem Umfeld nicht so fanatisch sind. Meine Eltern haben mich zwar immer zum Training gefahren, sich aber dann ins Vereinsheim gesetzt und Kaffee getrunken. Sie sind heute noch bei den Heimspielen. Sie fragen anschließend nur, ob ich Spaß hatte. Wenn ich Ja sage, war es ein guter Tag. […] Mein Lieblingsspieler war immer der Engländer Steven Gerrard. Der lief immer schon jedem Ball hinterher, mit großen Schritten. Er war vielleicht nicht der begnadetste Fußballer, aber überall auf dem Platz präsent, hat gegrätscht und gekämpft. […] Wenn ich irgendwo nicht spielen möchte, spiele ich da nicht. Das versichere ich Ihnen. Da kann ein Vertrag aussehen, wie er will. Ganz generell, ich sage das nicht mit Blick auf einen bestimmten Verein, fühle ich mich in dem Geschäft manchmal wie in einem modernen Menschenhandel. Doch am Ende entscheide immer noch ich. […] Ich bin kein anderer Mensch als vorher. Ich achte genau darauf, dass mir keiner unterstellen kann, ich sei arrogant. Ich habe dazugelernt. […] Weltmeister, das ist nicht vergänglich. Wahrscheinlich kann ich mich noch mit 40 in ein TV-Studio stellen und von damals reden – vorausgesetzt, ich verkaufe mich nicht wie ein Esel.“

(Christoph Kramer, Interview Auszüge Der Spiegel, 18. August 2014)

Publicity und Leben


Veröffentlicht am 18. Juli 2014

Fußballer sind längst öffentliche Personen, sie ziehen Massen in den Bann. Was eine öffentliche Person ist, begreift ein Fußballer oft erst am Beginn seiner Kariere oder wenn er schon mittendrin in der Berufsausübung. Selbstbezogene Eitelkeit als Grundpfeiler von Beruf und Profession war früher Schauspielern oder Showsternen vorbehalten, längst ist sie in den Sport eingekehrt. Der Fußballer wird gehört und gesucht, jedes „buh“ von ihm füllt Titelseiten, seine Twittermeldung löscht spielend Regierungserklärungen vom Markt der Meinungen, verdrängt jedes Weltereignis. Vom Teenie über den schreibenden Stift bis zum Regierenden, alle wollen in seine Sonne, buhlen um seine Huld. Der Fußballer kann dies gut finden, er kann es schlecht finden, er muss damit und darin leben. Was ihm auf diesem Weg wirklich schadet und was ihm dabei wirklich nützt, das lehrt ihn erst sein Leben. Dieser Lernprozess lässt kaum Zeit zum Atmen, dem Nachdenken wird nur selten Raum gegeben. Zu schnell stürzen die Verlockungen des Geldes hervor, zu laut dringt der Applaus der Masse ans Ohr. War die Schule des Lebens jedoch nicht nur der Ball und das Mikrofon, ist er für den Sturz in die Alltäglichkeit nach der Karriere hoffentlich bestens gerüstet. Möge das Leben nach dem Sport und den Scheinwerfern gelingen.

Redaktion Magath & Fußball

Sprungbrett ins Viertelfinale


Veröffentlicht am 30. Juni 2014

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Das Viertelfinale der WM komplettiert sich

Holland und eine hilfreiche Schwalbe sowie Costa Rica und ein großartiges Elfmeterschießen schickten gestern Mexiko und Griechenland auf den Weg in die Heimat, füllten das Feld der Viertelfinalteilnehmer mit ihrer weiteren WM-Anwesenheit auf. Ob heute Frankeich oder Nigeria nachziehen? Es kann durchaus wieder eng werden. Deutschland wird die Hürde Algerien problemlos nehmen, daran zweifelt wohl niemand, das Spiel gilt als gewonnen. Alles andere wäre nun wirklich mehr als erstaunlich und daher auch nicht zu erwarten. Bei allem Respekt vor den Fußballern Algeriens, sie werden das deutsche Team auf dem Weg Richtung Endspiel nicht aufhalten oder auch nur in Schwierigkeiten bringen, zu groß das Leistungsgefälle. Im Viertelfinale wartet dann also das Team aus dem Nachbarland oder Afrikas letzter Vertreter auf uns. Beide möglichen Viertelfinalgegner sind nicht zu unterschätzen, dennoch absolut lösbare Aufgaben. Das Halbfinale kann wohl längst gebucht werden, das Endspiel erscheint sichtbar am Horizont. Und in der Heimat purzeln die Public Viewing Rekorde. Ein Sommer der großen Erwartung ist in vollem Gange.

Redaktion Magath & Fußball