Schlagwort-Archive: Fußball

Soziale Bedeutung


Veröffentlicht am 24. März 2016

„Fußball hat eine hohe soziale Bedeutung und fördert den gegenseitigen Respekt. Die Arbeit an der Basis ist wichtig, wird aber oft nicht genug gewürdigt.“

(Felix Magath, Besuch beim SV Todtmoos, 21. März 2016)

Neben dem Rasen


Veröffentlicht am 22. März 2016

Pfarrer Rainer M. Schießler (links).

Pfarrer Rainer M. Schießler (links).

Entspannung für die Osterzeit – Tipps für den Kopf

Wer der eintönigen Mattigkeit des aktuellen Fußballbetriebes einmal entrinnen möchte, der kann sich an Kultur und Unterhaltung gütlich tun. Ostern bietet Anlass. Neben der Hoffnung auf gutes Wetter besteht die reale Chance mit Buch, Film, TV und Spiel vorzüglich entspannt zu werden. Im Kino läuft „Spotlight“, die reale Geschichte der Redaktion des „Boston Globe“, die mit klassischem Journalismus, zäher Recherche und ohne Furcht vor politischem Druck den sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Boston aufdeckte. Wer wissen will was eine gute Zeitung von Gazetten unterscheidet und sich an einem phantastischen Darstellerensemble erfreuen möchte, der sollte unbedingt ins Kino. Ein großer Film, der den Vergleich mit den „Unbestechlichen“ nicht scheuen muss und ein schändliches wie unverzeihliches Kapitel der Kirche. Packendes Kino. Ein helles Kapitel von Glauben und Kirche schlägt dagegen der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler auf. Mitten unter den Menschen versieht er lebensprall seinen Dienst. Ob Trauer oder Freude, ob Altar oder Motorrad, der Mann ist authentisch und eine personifizierte Hoffnung. Wer diesen Zeitgenossen nicht kennt, der hat etwas verpasst. Die Möglichkeit zum Kennenlernen ist nun gegeben. Im Kösel-Verlag kann man unter dem Titel „Himmel, Herrgott, Sakrament“ einen unverstellten Blick in die Ansichten und das große Herz dieses klugen Mannes werfen. Ein Blick der lohnt und bereichert. Weiterlesen

Kleine und große Revolutionen


Veröffentlicht am 16. März 2016

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Zwischen Aufbruch und Routine – Fußballwelt im Wandel

Leicester City macht sich unter dem italienischen Trainer Claudio Ranieri Richtung englischer Meistertitel auf. Mit Enthusiasmus und Erfolg sorgt das Team aus den Midlands für eine kleine Revolution im englischen Ligabetrieb. Der geldschweren und traditionsbeladenen Restmeute in der Premier League gehen langsam die Spiele aus um den aufmüpfigen Außenseiter noch vom anvisierten Titelthron zu stoßen. Englands Fußballeliten blamieren sich dabei im Wochentakt und mutieren nebenher in den europäischen Cupwettbewerben zum belächelten Fallobst. Reich aber unfähig lautet das fatale Zeugnis. Ranieri und seine Jungs schwimmen nicht im Geld, frönen keiner Zeitgeistwelle, schwadronieren weder von Matchplänen noch über Ballbesitzstatistiken. Leicester City spielt kompromisslosen Fußball auf der Basis harter Arbeit und der Konzentration auf den zu erledigenden Job. Der 1951 in Rom geborene Ranieri steht auch als ein erfolgreicher Gegenentwurf zu den Bundesligatrainern neuer Färbung, die immer öfter als schwache Verfügungsmasse von manövrierenden Sportmanagern ausgewählt und aus Nachwuchsabteilungen oder direkt vom Schulhof rekrutiert werden. Ranieri lebt und kann Fußball aus dem Effeff. Sein Team versprüht keinen Glanz für die Galerie, scheffelt aber eine Menge Punkte für den Gipfel der Tabelle. Otto Rehhagels Diktum bleibt ewig jung und richtig: Modern ist, wer gewinnt! Ein bewundernswertes Team, mit einem gestandenen Trainer, in einem bemerkenswerten Club, mischt die graue Einförmigkeit der immer wiederkehrenden Standardbilder des englischen und europäischen Fußballs auf. Weiterlesen

Umfrage – Erwartungen an das neue Jahr


Veröffentlicht am 29. Dezember 2015

Bemerkenswerte Persönlichkeiten unserer Zeit, die weit über ihren Beruf und ihre Berufung hinaus der Gesellschaft und dem Sport auf unterschiedliche Art und Weise vorbildlich dienen, lassen zum Jahresausklang die Leser von Magath & Fußball teilhaben an ihrem ganz persönlichen Blick in das Jahr 2016. Ihre persönlichen Wünsche und auch jene für unser Land sowie ihre Erwartungen in Sachen der kommenden Fußballeuropameisterschaft finden sich nachfolgend zur Lektüre. Weiterlesen

Unterhaltung und Verkaufen


Veröffentlicht am 27. Dezember 2015

„Mich stört als Sportler, wie sehr das Sportliche bedeutungsloser wird und die Kommunikation alles bestimmt. Die Nachricht, oftmals nur die Schlagzeile, ist heute wichtiger als die Sache. Es geht nur noch um Unterhaltung und Verkaufen. Alles wird schöngeredet und positiv dargestellt, jedes kritische Wort vermieden. Wenn man aber einen Leistungsanspruch hat, kommt man ohne Kritikbereitschaft nicht aus.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Nicht wegzudenken


Veröffentlicht am 12. Dezember 2015

„Im Fußball gibt es immer einen Platz für mich. Fußball ist mein Leben. Ich mache nichts anderes als Fußball. Auch mal von verschiedenen Standpunkten aus – unter anderem als Kolumnist.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Ballett als Hühnerhaufen


Veröffentlicht am 22. November 2015

Marcelos Grätsche kommt zu spät: Iniesta trifft unwiderstehlich in den rechten Torwinkel.

Marcelos Grätsche kommt zu spät: Iniesta trifft unwiderstehlich in den rechten Torwinkel.

Real Madrid bekam eine Lehrvorführung vom FC Barcelona

Barcelonas Andrés Iniesta war im Bernabéu-Stadion der große Macher. Er dirigierte sein Team zum 4:0-Auswärtssieg bei Real Madrid. Die Königlichen bekamen 90 Minuten kein Bein auf die Erde und Iniesta darf dafür als Hauptverantwortlicher genannt werden. Ein Mittelfeldstratege der absoluten Weltklasse, diese schon über viele Jahre, pulverisierte er im kongenialen Zusammenspiel mit Sergio Busquets die gegnerische Ordnung zur blamablen Unordnung eines Hühnerhaufens. Luka Modrić und Toni Kroos wurden zu staunenden Statisten degradiert, die dem Maestro bei der Arbeit zusehen durften. Nebenher besorgte Iniesta noch das 3:0, um dann bei seiner Auswechslung mit Applaus von den heimischen Real-Fans verabschiedet zu werden, die damit ihrem eigenen Team noch eine zusätzliche Ohrfeige verpassten. Wie sein grandioser Ex-Partner Xavi wird auch Andrés Iniesta wohl nie Weltfußballer, ein inkompetentes Zeugnis derer, die Jahr um Jahr darüber abzustimmen haben. Weiterlesen

Die Sache mit der Spielidee


Veröffentlicht am 11. November 2015

„Ich habe mein Trainerdiplom nicht mit der Note eins wie Alexander Zorniger bestanden und kann deshalb da doch gar nicht mitreden – bei diesem modernen Stuttgarter Fußball. Es ist ja ein Wahnsinn, wie modern das alles ist. Außerdem habe ich mit meinen Mannschaften nie so gut bei den Bayern gespielt. Hätte man am Samstag die erste Halbzeit streichen können, hätte der VfB ja sogar einen Punkt mitgenommen. Endlich hat also mal ein Trainer eine Spielidee. Hauptsache, man wird hinterher vom Gegner dafür gelobt. Mir ist so eine Spielidee früher nie eingefallen. Man kann natürlich nicht erwarten, dass sich diese Spielidee so schnell umsetzen lässt – aber die zweite Halbzeit war in München ja schon besser als die erste. Bei dieser Spielidee bin ich echt sprachlos. Da stoße ich an meine Grenzen – so realistisch schätze ich mich schon ein. Überhaupt ist es für alle Trainer immer ganz wichtig, sich richtig einzuschätzen.“

(Felix Magath, Stuttgarter Zeitung, 10. November 2015)

Persönlichkeit und Aufbruch


Veröffentlicht am 11. November 2015

Helmut Schmidt beim WM-Finale 1974 im Münchner Olympiastadion. Im Hintergrund DFB-Präsident Dr. Hermann Gösmann (links) und DFB-Vizepräsident Hermann Neuberger.

Helmut Schmidt beim WM-Finale 1974 im Münchner Olympiastadion. Im Hintergrund DFB-Präsident Dr. Hermann Gösmann (links) und DFB-Vizepräsident Hermann Neuberger.

Die Ethik eines Helmut Schmidt könnte dem organisierten Fußball als Vorbild dienen

Ein altes Indianersprichwort sagt: „Wie groß ein Baum war, lässt sich erst ermessen, wenn er gefällt ist.“ Auch Indianer können irren. Die Größe von Helmut Schmidt war schon messbar, als dieser längst nationaler Kompass für Anstand, Umsicht, Integrität und Pflichterfüllung, dabei der Nation vorlebte, was ein Staatsmann sein kann. Der charismatische Hanseat brauchte zur Entfaltung seiner Wirkung kein Amt, es genügte die Kraft seiner Worte, die Autorität seiner Persönlichkeit und sein gelebter Wertekanon. Eine Persönlichkeit aus diesem Holz täte auch dem DFB gut. Man sucht und spekuliert aktuell nämlich über den neuen Fußballboss in Deutschland. Das Format Schmidt gibt’s natürlich nicht mehr in der Politik und schon gar nicht im Sport, an Stelle von Persönlichkeit ist längst eine blasse Harmlosigkeit getreten. Dennoch müssen weiter Führungspositionen besetzt werden. Der DFB benötigt dringend eine Mischung aus Aufräumer und Gestalter, mit lauterem Charakter und einem Höchstmaß an Seriosität. Der größte Sport-Fachverband der Welt braucht klare Kante und eine transparente Führung, muss in Gesamtheit den Willen, die Kraft und den Mut zum Neuanfang aufbringen, den Aufbruch gestalten. Nur durch die schonungslose Aufarbeitung und Bewältigung aller aktuellen Krisen kann ein Reset gelingen. Dabei gilt es, dringlich und zuallererst an fast sieben Millionen Mitglieder zu denken und nicht an eine Wohlfühloase von jahrzehntelangen Duzfreunden mit dem Hang zu latenter Kumpanei. Für einen glaubhaften Neuanfang könnte natürlich die Ethik eines Helmut Schmidt eine gute Richtschnur sein. Selbiger Schmidt schlug oft bei Mark Aurel nach. Dieser römische Kaiser und Philosoph ist nicht die schlechteste Lektüre für Verantwortungsträger. In seinen Betrachtungen kann man lesen: „Der Schein ist ein gefährlicher Betrüger. Gerade wenn du glaubst, mit ernsten und hohen Dingen beschäftigt zu sein, übt er am meisten seine täuschende Gewalt.“ Auch Sportfunktionären ist der Griff zum Buch nicht verboten. Sollte dem Deutschen Fußball-Bund ein ehrlicher Aufbruch nebst Selbstreinigung glaubhaft gelingen, woran zum jetzigen Zeitpunkt leider noch gezweifelt werden darf, könnte und sollte von Deutschland ein starker Impuls ausgehen, um im Augiasstall FIFA wirklich auszumisten. Es wäre dringend nötig. Dem Fußball möchte man es von Herzen wünschen.

Redaktion Magath & Fußball