Schlagwort-Archive: Geld

Schon Tucholsky wusste


Veröffentlicht am 27. Oktober 2018

„Sport kostet Geld. Gewöhnlich das Geld desjenigen, der ihn betreibt. Es gibt ja Champions, die werden von den Unternehmern bezahlt – und die holen das Geld hundertfach wieder herein vom neugierigen Publikum. Aber wenn unsereiner, so der bescheidene Privatmann, einen Sport betreibt, dann kostet er unser Geld. Ausstattung und Kleidung und Zeit und Fahrgeld und Miete für den Platz und all das.“

(Ignaz Wrobel, Artikel in Berliner Volkszeitung, 13. Juni 1920)

 

Kleine und große Revolutionen


Veröffentlicht am 16. März 2016

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Zwischen Aufbruch und Routine – Fußballwelt im Wandel

Leicester City macht sich unter dem italienischen Trainer Claudio Ranieri Richtung englischer Meistertitel auf. Mit Enthusiasmus und Erfolg sorgt das Team aus den Midlands für eine kleine Revolution im englischen Ligabetrieb. Der geldschweren und traditionsbeladenen Restmeute in der Premier League gehen langsam die Spiele aus um den aufmüpfigen Außenseiter noch vom anvisierten Titelthron zu stoßen. Englands Fußballeliten blamieren sich dabei im Wochentakt und mutieren nebenher in den europäischen Cupwettbewerben zum belächelten Fallobst. Reich aber unfähig lautet das fatale Zeugnis. Ranieri und seine Jungs schwimmen nicht im Geld, frönen keiner Zeitgeistwelle, schwadronieren weder von Matchplänen noch über Ballbesitzstatistiken. Leicester City spielt kompromisslosen Fußball auf der Basis harter Arbeit und der Konzentration auf den zu erledigenden Job. Der 1951 in Rom geborene Ranieri steht auch als ein erfolgreicher Gegenentwurf zu den Bundesligatrainern neuer Färbung, die immer öfter als schwache Verfügungsmasse von manövrierenden Sportmanagern ausgewählt und aus Nachwuchsabteilungen oder direkt vom Schulhof rekrutiert werden. Ranieri lebt und kann Fußball aus dem Effeff. Sein Team versprüht keinen Glanz für die Galerie, scheffelt aber eine Menge Punkte für den Gipfel der Tabelle. Otto Rehhagels Diktum bleibt ewig jung und richtig: Modern ist, wer gewinnt! Ein bewundernswertes Team, mit einem gestandenen Trainer, in einem bemerkenswerten Club, mischt die graue Einförmigkeit der immer wiederkehrenden Standardbilder des englischen und europäischen Fußballs auf. Weiterlesen

Masse statt Klasse


Veröffentlicht am 13. Dezember 2015

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„Noch kaufen die englischen Klubs für zig Millionen viel Masse statt Klasse, aber irgendwann wird man sich in der Premier League fragen, warum die Bundesliga-Klubs international mit dem halben Etat mithalten können. Und wenn dann zum vielen Geld auch noch bessere Strukturen kommen, hat die Bundesliga ein großes Problem.“

(Simon Rolfes, Interview Rheinische Post, 12. Dezember 2015)

Riesiges Experiment


Veröffentlicht am 7. Dezember 2015

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„Früher haben die Praktiker den Sport bestimmt. Inzwischen scheint sich das Anforderungsprofil verlagert zu haben, hin zu den Theoretikern und denen, die von diesen Ausgangspunkten das Spiel verstehen: Position, Ball, Druck auf den Ballführenden, Verschieben und so weiter. Ausgelöst wurde das durch die Veränderung der Jugendarbeit nach dem schwachen Abschneiden bei der WM 1998 und der EM 2000. Das hat mittlerweile dazu geführt, dass die Jugendabteilungen in den Bundesligavereinen sehr stark geworden sind. Sie bekommen mehr Geld und besser ausgebildete Trainer. […] So haben sich innerhalb eines Vereins die Machtverhältnisse verschoben. Weil der Profitrainer fast immer von außen kommt, die Jugendtrainer aber den Verein von innen kennen. Deshalb werden immer mehr Jugendtrainer zu Profitrainern gemacht. Das ist für die Vereinsmanager wirtschaftlich günstiger und gibt ihnen die Möglichkeit, stärkeren Einfluss auf sportliche Entscheidungen zu nehmen. Das Ganze ist ein riesiges Experiment. Ob es gutgeht oder nicht, weiß ich nicht.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

„Fußballhelden sind auch nur Menschen“


Veröffentlicht am 19. Oktober 2015

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TV-Moderator Markus Lanz im Interview

Er ist ohne Frage eines der prägenden Gesichter der modernen deutschen Fernsehunterhaltung. Von seinen Anfängen als Volontär bei Radio Hamburg, über seine Zeit als Nachrichtenmoderator bei RTL Nord, bis hin zu seinem endgültigen Durchbruch als Moderator und Redaktionsleiter des RTL-Magazins „Explosiv“ hat sich Markus Lanz in der Fernseh- und Medienlandschaft unserer Zeit einen Namen gemacht. Seit 2009 ist der gebürtig aus dem italienischen Bruneck stammende 46-Jährige im ZDF mit einer eigenen Talkshow unterwegs, moderierte unter anderem zwischen 2012 und 2014 die beliebte Samstagabendshow „Wetten, dass…?“. Im Interview mit Magath & Fußball spricht Markus Lanz über seine Herkunft, viele besondere Momente seiner Berufskarriere und seine Leidenschaft für den Sport und den Fußball. Weiterlesen

Felix Magath im Talk am Sonntag


Veröffentlicht am 18. Oktober 2015

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„Von Beginn an, seit ich laufen konnte, habe ich gegen den Ball getreten. […] Man war von klein auf an Kritik gewohnt – es war nichts Außergewöhnliches kritisiert zu werden. Im Grunde war ich auch immer selbstkritisch genug und mit meinen Leistungen selten zufrieden. Ich habe immer nach Höherem gestrebt, immer versucht das Maximale zu machen. Das hat mich dazu gebracht mehr zu trainieren und mich weiterzuentwickeln. […] Niederlagen konnte ich immer schwer akzeptieren. Das ist bis heute so geblieben. Ich wollte immer gewinnen, ich will immer gewinnen. Dementsprechend fordere ich mich selbst. […] Ich habe im Herzen, mit Jugendlichen und jungen Männern zu arbeiten die ihr Leben völlig verändern könnten indem sie durch gute Leistungen beim Fußball Außergewöhnliches leisten, dadurch eben auch außergewöhnlich verdienen. […] Im Profisport geht es um Erfolg, geht es darum möglichst maximalen Erfolg zu erreichen. Die Entwicklung geht immer mehr hin zum Geld. Wer mehr Geld hat ist auch erfolgreicher. Ich habe gelernt, es geht auch anders. Man braucht nicht unbedingt Geld um erfolgreich zu sein. Das möchte ich jungen Menschen zeigen und vorleben, auch weitergeben. Was ich von meinen Spielern verlange, die mir anvertraut werden, ist was ich selbst gemacht habe. Ich verlange nichts was ich nicht selbst gemacht hätte oder selbst auch bereit wäre zu machen.“

„Für mich ist der Glaube ein ganz wichtiger Teil der Gesellschaft.“

„Die Phytokids-Stiftung, in deren Beirat ich tätig bin, hat z.B. Projekte in der Ukraine und in Turkmenistan. Dort habe ich Kinderkrankenhäuser und Waisenhäuser besucht. Wenn man in solche Gegenden kommt und sieht wie Kinder dort leben, lernt man was eigentlich Sache ist. Diesen Kindern geht es viel schlechter als denen die hier in Deutschland aufwachsen. Wenn man diese Dinge sieht wird man wieder geerdet und weiß was wichtig und was nicht so wichtig ist.“

(Auszüge)

Hier geht’s direkt zum Interview.

(Felix Magath, Talk am Sonntag mit Bruder Paulus, katholisch.de/Sat1, 18. Oktober 2015)

Wie bei Machiavelli


Veröffentlicht am 18. Oktober 2015

„Die Fifa als Institution ist zu retten, sie macht bei der Organisation ihrer Wettbewerbe eigentlich einen ganz guten Job. Aber sie braucht eine andere Führungsspitze. Derzeit ist sie ein Patronage-Netzwerk mit Ämterschacherei, Stimmenkauf, Geld und anderen Gefälligkeiten. Es ist eine Form von Machtpolitik, bei der es gröber zugeht als in der großen Politik. Wir können das bei Machiavelli nachlesen.“

(Mark Pieth, Schweizer Rechtswissenschaftler, Interview Der Spiegel, 17. Oktober 2015)

Ein guter Trainer verdient sein Geld


Veröffentlicht am 3. Oktober 2015

„Ein guter Trainer erarbeitet sein Geld, der wird nicht gesponsert, der verdient sein Geld. Ich möchte Wert darauf legen, dass ich mein Geld immer verdient habe.“

(Felix Magath, „Markus Lanz“, ZDF, 30. September 2015)

Englische Selbsteinsicht


Veröffentlicht am 18. September 2015

„Mehr als je zuvor hat man den Eindruck, dass die aufgepumpte Premier League Blase vom großen Geld und Last-Minute-Transfers von überteuerten Spielern dazu bestimmt ist, harmlos zu platzen sobald sie in Kontakt mit der harten Realität des Fußballs auf dem Kontinent gerät.“

(Paul Wilson, Observer-Sportkolumnist, Gastbeitrag im Guardian, 13. September 2015)