Schlagwort-Archive: Genua

Alte Dame zieht allen davon


Veröffentlicht am 2. Mai 2015

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Unangefochten holt Juventus Turin seinen 31. Meistertitel

Ab dem vierten Spieltag auf Platz eins waren die Zeichen früh auf Titel angelegt, wie in Deutschland die Meisterschaft eine Ein-Club-Veranstaltung. Der Scudetto ging heute mit einem 1:0-Auswärtssieg bei Sampdoria Genua an Italiens Vorzeigeclub Juventus Turin. Die Turiner in den Händen des Fiat-Konzerns haben weiterhin die gewichtige Unterstützung ihrer Besitzer, der Agnelli-Familie. Damit verfügt man über materielle Möglichkeiten, denen in Italien kein anderer Club folgen kann und in dessen Ergebnis ein Kader entstanden, der den Mitbewerbern deutlich überlegen. Dieser 31. Titel wurde nun im ligurischen Genua final eingetütet. Diesem Höhenflug können auch die Edelclubs aus Mailand nicht folgen, Inter wie der AC landen in der laufenden Saison abgeschlagen im Mittelfeld. Juventus Turin das Maß aller italienischen Fußballdinge, die momentane Leistungsstärke spiegelt sich auch im Erreichen des Champions League Halbfinales wieder. Alles klingt rosig, wird aber von den Schattenseiten der italienischen Fußballlandschaft verdunkelt. Weiterlesen

Unter Europas Fußballdächern


Veröffentlicht am 27. Oktober 2014

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Der Spieltag in den vier Topligen

Spitzenspiele in Mönchengladbach und Genua, Prestigeduelle in Manchester und Madrid. Sowohl in Bundesliga und Premier League, als auch in Primera División und Serie A hatte das Fußballwochenende einiges zu bieten. Im Clásico gab Luis Suárez nach monatelanger Sperre sein Pflichtspieldebüt für Barca, Chelsea dagegen musste auf seinen Toptorjäger verzichten, konnte stattdessen aber auf die verlässlichen Dienste eines Altstars vertrauen. Im Borussia-Park kam der Favorit mächtig ins Wanken und an der Weser spülten die höher schlagenden Wellen den nächsten Trainer aus dem Sattel. In Rom schließlich feierten die Fans einen Deutschen. Ein Rundblick. Weiterlesen

Klassiker


Veröffentlicht am 25. Oktober 2014

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Drei Spitzenspiele mit Nostalgiefaktor stehen Europas Fußball ins Haus

Das Wochenende bringt Duelle mit Nostalgiefaktor. Nicht nostalgisch, sondern erfolgreich kommen die Fohlen von Lucien Favre daher. Borussia Mönchengladbach spielt guten und durchdachten Fußball, die Handschrift des Trainers nimmt auf dem Rasen von Woche zu Woche sichtbare Form an. Favre ist ein akribischer Arbeiter, seine Spieler ein Kollektiv von Leuten, die dem Trainer bisher folgen. Bayern München ist natürlich kein neuer Konkurrent erwachsen. Die Überflieger aus dem Süden sind der Gegensatz des Kollektivs, ein internationales Starensemble mit doppelter Besetzung und allen Möglichkeiten. Eine Stimmungs- und Werbemaschinerie beugt Worte wie „Bayern-Jäger“, um ein längst gelaufenes Meisterrennen verbal in Spannung zu versetzen. Selbst wenn die Borussia das Spitzenspiel gewinnt, an haushoher Überlegenheit und kommender Meisterschaft des FC Bayern wird dies nichts ändern. Längst sind die Münchner der Liga enteilt und können diese im Nebengang bespielen, die Champions League Trophäe ist Ziel der großen Anstrengung. Jeder Klassespieler aus Deutschland liegt im Radar der Bayern. Wenn die Gladbacher so weiterspielen, die Bayern werden früher oder später zuschlagen und die Borussia erneut Spieler verlieren, die das Favre-System lebenswichtig gebrauchen kann. Und ewig grüßt dann wieder das Murmeltier… Keine der anderen Bundesligaansetzungen des Spieltages kommt dem Klang dieser Partie gleich. Ein noch größeres Namensduell steigt allerdings in der Primera División. Hier treffen zwei wirkliche Bayern-Konkurrenten aufeinander. Weiterlesen

Nachbarschaftsduelle


Veröffentlicht am 27. September 2014

Derbys bereichern Liga-Spieltag in Europa

Der anstehende Spieltag in Fußballeuropa bietet viel Hausmannskost, aber auch interessante Derbys. Die Bundesliga wirft das Revierderby in den Ring, wartet mit Schalke gegen Dortmund auf. Die Knappen haben in den letzten Jahren die Augenhöhe zu Dortmund verloren, wer am Ende dieser Saisonende die Nase vorn hat, steht für neutrale Betrachter wohl außer Frage. Durch einen Sieg bietet sich für Königsblau aber die seltene Gelegenheit, in der Tabelle an Schwarz-Gelb vorbeizuziehen, zumal Dortmunds Lazarett größer wird. Beide Vereine marschieren bisher in trauter Eintracht was lausige Defensivleistungen anbelangt. Keine Eintracht mehr in Sachen sportlicher Kompetenz. Die Arbeit des Trainers wird in Dortmund vor den Augen der Welt geschätzt und sogar geliebt, vorbehaltlos unterstützt. Ein Grundpfeiler Dortmunder Erfolgsjahre. In Schalke ist der Trainer stets eine Art Manövriermasse, wird zur bedauernswerten Figur, kämpft allein auf weiter Flur. Bei Bedarf Alleinschuldiger und Sündenbock, muss er Prügel kassieren für die schreiende Inkompetenz anderer. Ob Jürgen Klopp eigentlich weiß, wie gut er es hat? Weiterlesen

Vujadin Boškov


Veröffentlicht am 28. April 2014

* 16. Mai 1931 – † 27. April 2014

* 16. Mai 1931 – † 27. April 2014

Er war einer der bedeutenden Trainer seiner Zeit, kreuzte von den Siebziger bis in die Neunziger Jahre mit den Großen seines Gewerbes die Klinge, ob  sie nun Michels, Happel oder Miljanić und Trapattoni hießen. Fußball war für Vujadin Boškov ein Laufspiel, Disziplin die Grundlage eines erfolgreichen Teams. Seinen Spielern machte er den Fußball als ernsthaften Beruf klar. Er erwarte leistungsförderndes Verhalten auch neben dem Platz und in der Freizeit. Für ihn hatten Sportler anständig und vernünftig zu leben. Zuwiderhandlungen gegen Vereinsinteressen oder mannschaftsschädigendes Verhalten durch Unaufmerksamkeit und Missachten seiner taktischen Vorgaben bedachte er mit Geldstrafen oder mit Ausschluss. Er mochte offensiven Fußball unter Berücksichtigung von defensiven Notwendigkeiten und setzte stets auf mannschaftliche Geschlossenheit. Seine Leidenschaft galt dem Mannschaftssport Fußball, nicht der sich ausbreitenden Individualität der Spieler.

Als Spieler war Vujadin Boškov sieben Jahre für sein Land Jugoslawien aktiv, spielte bei den Weltmeisterschaften 1954 und ’58, brachte es auf 58 Länderspiele. Als Trainer holte er 1997/1980 das Double mit Real Madrid, unterlag ein Jahr später mit den Madrilenen dem FC Liverpool im Endspiel der Landesmeister auf europäischer Bühne. Von 1986 bis 1992 prägte er die größte Zeit von Sampdoria Genua. Rückgrat seines Sieger-Teams waren Verteidiger Pietro Vierchowod, Mittelfeldspieler Attilio Lombardo und die legendären Stürmer Roberto Mancini und Gianluca Vialli. Roberto Mancini bezeichnet Boškov bis heute als sein sportliches und menschliches Vorbild. Mit Sampdoria holte Vujadin Boškov einen Scudetto, zwei Pokalsiege, den Europapokal der Pokalsieger und erreichte wieder das Endspiel im Landesmeistercup, musste sich dort am 20. Mai 1992 im Londoner Wembley-Stadion in der Verlängerung dem FC Barcelona mit Trainer Johan Cruyff und Kapitän Pep Guardiola 0:1 geschlagen geben.

In Genua und ganz Italien verehrt, ist der große Trainer Vujadin Boškov nun in seiner serbischen Geburtsstadt Novi Sad im Alter von 82 Jahren verstorben.

Redaktion Magath & Fußball

You’ll Never Walk Alone


Veröffentlicht am 5. Januar 2014

Vom „Kop“ um den Planeten

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Wenn es im Fußball eine Art „Vaterunser“ gibt, die Hymne aus den Tiefen des legendären Liverpooler Fan-Block „Kop“ hat sich den Titel seit einem halben Jahrhundert wohl längst verdient. „You’ll Never Walk Alone“, große Gefühle, unendlicher Jubel, zerbrochene Träume und epochale Triumphe. Eine Liedzeile für ein Meer unendlicher Emotionen, schlichtweg Hochamt des Fußballs. Die Anfield Road zu Liverpool hat den ultimativen Schlachtengesang des Fußballs längst auf Augenhöhe mit „Rule, Brittania!“ und „God Save the Queen“ gehievt, gesungen trifft es besser. Der Siegeszug durch die Fußballarenen der Welt ist bis heute unaufhaltsam. Der alte Musicalsong „You’ll Never Walk Alone“ aus der Nachkriegszeit wurde Anfang der 60er Jahre von „Gerry & the Pacemakers“ in Liverpool neu aufgenommen und schnell zur Stadion- und Vereinshymne der Reds. Leadsänger Gerry Marsden bekommt heute noch feuchte Augen, wo immer er als alter Rocker das Lied zu offiziellen Anlässen persönlich intoniert. Weiterlesen